FCS blockt alle offenen Fragen zur Zukunft vor Pokalfinale ab

1. FC Saarbrücken : Auf Tauchstation vor dem großen Finale

Vereinsführung des 1. FC Saarbrücken blockt alle offenen Fragen zur Zukunft ab. Die sportliche Gesamtbilanz ist durchwachsen.

Im Saarfußball sind viele Fragen offen. Dabei steht die, wie es an der Spitze des größten Einzelsportverbandes weitergeht, noch gar nicht im Mittelpunkt. Es geht derzeit um Auf- und Abstiege und an diesem Samstag um 16.15 Uhr im Stadion an der Kaiserlinde in Elversberg darum, welcher Regionalligist das Saarland im kommenden DFB-Pokal vertreten wird: die SV Elverberg oder der 1. FC Saarbrücken?

Doch will man dieser Tage Antworten von den Verantwortlichen der Blau-Schwarzen, tauchen sie ab. Man solle „nicht böse sein“, antwortet Sportdirektor Marcus Mann, der „in dieser Woche kein Interview machen möchte“. Schon in der jüngeren Vergangenheit hatte sich der Ex-Profi rar gemacht, selbst die Leitung der Pressekonferenzen vor Spieltagen dem Geschäftsführer David Fischer überlassen. Auch der sonst so meinungsstarke Vizepräsident Dieter Ferner ist einsilbig geworden. Er sehe „vor dem zweitwichtigsten Spiel der Saison“ nicht „den richtigen Zeitpunkt“, um über die offenen Fragen im Verein zu sprechen. Zumindest verrät er, welches Spiel das wichtigste war: „Na, das in Mannheim.“

Das wurde mit 2:3 verloren – und mit ihm Meisterschaft und Aufstieg. 21 Punkte hinter Neu-Drittligist Waldhof Mannheim beendete der FCS die Saison. Das wirft Fragen auf, zumal der Etat der Saarländer deutlich, geschätzte 600 000 Euro, über dem der Kurpfälzer gelegen haben soll. Die Kritiker an der Arbeit von Trainer Dirk Lottner werden immer zahlreicher – auch unter denen, die den Kölner wegen seiner umgänglichen Art für sympathisch halten. Die viel zitierte „Analyse nach dem letzten Pflichtspiel“ ist keine klare Stellungnahme der Verantwortlichen und lässt Raum für jedwede Entscheidung. Dass der bereits als Lottner-Nachfolger gehandelte Stefan Krämer nun zum Drittligisten 1. FC Magdeburg geht, beendet die Trainerdiskussion auch nicht wirklich. Vielleicht aber ein Pokalerfolg.

Der Versuch, mit Schweigen Ruhe in den Verein und sein Umfeld zu bringen, scheint nicht zu gelingen, der Druck vor dem Finale nur noch größer zu werden. Und den FCS beschäftigt nebenbei auch noch eine weitere Trainerfrage: Wer wird Nachfolger von Torwarttrainer Frank Kackert, der zu Borussia Mönchengladbach wechseln wird? Kackert war auch für die Torhüterförderung im Nachwuchsleistungszentrum mitverantwortlich. „Wir wollen die Position eins zu eins besetzen“, sagt FCS-Jugendleiter Nico Weißmann: „Da sind Marcus Mann und ich im Austausch, die Entscheidung trifft aber er.“

Mit Timo Wagner kommt zumindest der dritte Torwart in der kommenden Saison aus dem eigenen Nachwuchs. Ob der zweite Patrik Herbrand heißen wird, den der FCS vor der Saison an Röchling Völklingen verliehen hat? Unbeantwortet – genauso wie die Fragen zu Sascha Wenninger und Fabian Eisele, deren Verträge auslaufen, die aber bislang nicht verabschiedet wurden.

„Timo jetzt und Lukas Quirin im vergangenen Jahr haben gezeigt, wie hoch die Durchlässigkeit nach oben bei uns ist. Auch das zeichnet die Jugendarbeit aus“, sagt Weißmann, der auch bei kritischen Fragen Stellung bezieht. Denn die U19 hat als Zweiter der Regionalliga eine gute Runde gespielt, die U17 dagegen nicht halb so viele Punkte geholt wie Spitzenreiter FSV Mainz 05 II. Die U15 ist Vierter, hat (wie die U13) das Pokalfinale erreicht. Gegen die SVE, die in allen Jugend-Regionalligen mit ihren Mannschaften vor dem FCS steht. „Ergebnistechnisch ist da Luft nach oben, es fehlte in einigen Mannschaften die Konstanz“, räumt Weißmann ein.“

Die zweite Mannschaft von Spielertrainer Sammer Mozain hat mit dem Aufstieg in die Bezirksliga ihr Saisonziel erreicht. Außer Frage steht auch, dass die Qualität der ersten Mannschaft des FCS so groß ist, dass man nach über zwölf Jahren wieder an der Kaiserlinde gewinnen kann. Gerade weil die eigene Führung schweigt, sind die Saarbrücker Spieler um die eindeutigste aller Antworten gefragt: die auf dem Platz.

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