| 00:00 Uhr

FCS-Aufsichtsrat Burgard sieht keinen Grund für einen Rücktritt

Saarbrücken. Ein Rücktritt aus dem Aufsichtsrat des 1. FC Saarbrücken ist für Claude Burgard nach der Affäre um den zurückgetretenen Vizepräsidenten Sebastian Pini offenbar kein Thema. Burgard sieht sich als „unfreiwilliger Mitwisser“. Michael Kipp

Claude Burgard, Aufsichtsratsmitglied, des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken , hat gestern in einer Pressemitteilung erklärt, dass er im Fall "Pinigate" (wir berichteten) "unfreiwilliger Mitwisser von Vorgängen geworden" sei. Pini soll versucht haben, ein FCS-Mitglied zu nötigen, um eine Satzungsänderung auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung zu verhindern. Mit Stadionverbot und Geldstrafe habe er gedroht, sollte der Fanclub nicht gegen die Satzungsänderung stimmen. Der Fan machte dies auf der Versammlung öffentlich. Zuvor hatte er sich an Burgard gewandt.

"Aufgrund seiner Historie in Bezug auf den FCS gab er mir von Beginn an unserer Gespräche sein Einverständnis, dass ich alle Gespräche, die ich telefonisch mit ihm führe, jederzeit aufzeichnen darf. Das ist in meiner Berufssparte auch nichts Ungewöhnliches", sagte Versicherungsfachwirt Burgard gestern.

Da bei einem Telefonat zwischen ihm und dem Fan plötzlich Pini anrief, nahm Burgard das Telefonat auf. Pini "rutschte in ein laufendes Gespräch, so dass - zwangsläufig - auch die Wortbeiträge aufgezeichnet wurden", schreibt Burgard und betonte, dass er Sicherheits-Chef Peter Becker eingeweiht habe. Der habe einen halben Tag vor der Versammlung versucht, "hochrangige Mitglieder unseres Vereins" zu kontaktieren. Das bestätigte Becker. Er habe Präsident Hartmut Ostermann einen halben Tag vorher informiert. Pini ist derweil zurückgetreten, Burgard nicht. Er habe auch keine Rücktrittsaufforderung von Aufsichtsratschef Michael Arnold vorliegen. Arnold sagte gestern: "Ich gebe derzeit keinen Kommentar ab."