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Fußball: FCK hofft auf „eine sorgenfreie Saison“

Fußball : FCK hofft auf „eine sorgenfreie Saison“

Der Fußball-Zweitligist startet mit bescheidenen Zielen. Euphorie ist rund um den Betze nicht zu spüren.

Der neue und alte Kapitän heißt Daniel Halfar. Stammtorwart wird der Rückkehrer Marius Müller. Der Lizenzspieler-Etat liegt bei rund elf Millionen Euro. Die Saisonziele sind nach der enttäuschenden vergangenen Spielzeit äußerst verhalten. Drei Tage vor dem ersten Saisonspiel in Nürnberg gab der 1. FC Kaiserslautern gestern seine Jahrespressekonferenz und verkündete dabei: „Wir wollen eine sorgenfreie Saison spielen und mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Je früher wir das schaffen, desto besser“, sagte der Vorstandsvorsitzende Thomas Gries.

Auch Trainer Norbert Meier hält nicht viel davon, den Fans vor dem Saisonstart zu viel zu versprechen. „Du enttäuschst die Menschen nur, wenn du das Versprochene nicht einhalten kannst“, sagte der 58-Jährige. Mit einem Durchschnittsalter von 23,5 Jahren sind die Lauterer die jüngste Mannschaft der 2. Fußball-Bundesliga. „Die vielen Jungen geben Anlass zur Hoffnung“, betonte Meier. Gleichzeitig mahnt der Cheftrainer angesichts der Unerfahrenheit seines Teams aber auch zu Geduld: „Die Mannschaft wird eine gewisse Zeit brauchen, für viele ist es schließlich das erste Jahr in der Liga. Da kann es bei allem Talent schon einmal passieren, dass einem in einem vollen Stadion das Herz in die Hose rutscht.“

Vor dem Saisonauftakt am Sonntag um 13.30 Uhr beim 1. FC Nürnberg gibt es auf dem Betzenberg schon die ersten Verletzungssorgen. Innenverteidiger Marcel Correia (Innenbandzerrung im Knie), der gerade erst von Eintracht Braunschweig zurückgekehrt war und als Stammspieler fest eingeplant war, und Stürmer Gervane Kastaneer (Knieprobleme) fallen vorerst aus. Auch Patrick Ziegler (Sprunggelenksblessur) und Kacper Przybylko (Reha nach Fußverletzung) stehen weiterhin nicht zur Verfügung.

Der im Kapitänsamt bestätigte Daniel Halfar tut sich schwer damit, eine Prognose für das schwere Auftaktspiel in Nürnberg abzugeben. „Nach der Vorbereitung weiß man noch nicht, wo man steht. Wir müssen uns auch die Zeit nehmen, uns zu finden. Ein erfolgreicher Start wäre dabei natürlich sehr wichtig“, sagte der 29-Jährige.

Pro Heimspiel rechnen die Pfälzer in der neuen Saison mit einem Zuschauerschnitt von 25 000 Anhängern. Diese konservative Kalkulation hängt auch mit dem Rückgang der Dauerkartenverkäufe zusammen, von denen bislang nur 12 000 abgesetzt wurden. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren das noch 14 400. Laut Gries sei beim Zuschauerschnitt aber noch „viel Luft nach oben“, sollte der FCK in der nächsten Spielzeit erfolgreichen und attraktiven Fußball zeigen. Wenn nicht, droht das Fritz-Walter-Stadion ungewohnt leer zu bleiben. Die Fans quittieren mit ihrem Fernbleiben offenbar auch die Unruhe, die zuletzt durch den Rücktritt von Sportdirektor Uwe Stöver entstanden ist (mangelnde Rückendeckung in den Vereinsgremien). Ob die Position wieder neu besetzt wird, ließ Gries offen. Diese Aufgaben teilen sich derzeit Chefscout Boris Notzon und der Leiter des FCK-Nachwuchszentrums, Manfred Paula.

Positive Zahlen konnte gestern dagegen Finanzchef Michael Klatt vermelden. Dank des Transfers von Torwart Julian Pollersbeck, der für 3,5 Millionen Euro zum Hamburger SV wechselte, wurde das Geschäftsjahr 2016/2017 bei einem Umsatz von 40 Millionen und einem Gewinn von knapp einer Million Euro abgeschlossen. Im Jahr zuvor wurde noch ein Fehlbetrag von 2,6 Millionen Euro erwirtschaftet. Ohne den Pollersbeck-Verkauf hätte die Bilanz allerdings ähnlich ausgesehen.