FCK hat Trapp den Ball zugespielt

FCK hat Trapp den Ball zugespielt

Kaiserslautern. Ob Kevin Trapp zuhause einen Ordner hat, in dem er all die Zeitungsartikel über sich aufbewahrt, um sie später seinen Enkeln zu zeigen, ist nicht bekannt. Grund genug, einen Ordner allein mit Transfer-Spekulationen anzulegen, hätte der Schlussmann des Fußball-Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern

Kaiserslautern. Ob Kevin Trapp zuhause einen Ordner hat, in dem er all die Zeitungsartikel über sich aufbewahrt, um sie später seinen Enkeln zu zeigen, ist nicht bekannt. Grund genug, einen Ordner allein mit Transfer-Spekulationen anzulegen, hätte der Schlussmann des Fußball-Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern. Der FC Schalke 04, der FC Bayern München, Borussia Dortmund - und jetzt der Hamburger SV. Der 21 Jahre alte Rimlinger war im Laufe des vergangenen Jahres überall im Gespräch, wo ein Torhüter gesucht wurde. Manchmal sogar dort, wo eigentlich keiner gefehlt hat. Mit Ausnahme von Bayer Leverkusen, das kürzlich den ohnehin ausgeliehenen Bernd Leno vom VfB Stuttgart verpflichtet hat, und Werder Bremen, wo mit Tim Wiese ja schon einer aus der Gerry-Ehrmann-Schule spielt, scheint Trapp das Interesse der gesamten Bundesliga-Elite geweckt zu haben.Sei es die aktuelle Bundesliga-Elite, wie Schalke und Dortmund, oder die nicht mehr so aktuelle, wie der HSV: Der Saarländer ist begehrt. Der Hamburger SV, neuster angeblicher Interessent, wiegelt zwar ab, wie Pressesprecher Jörn Wolf erklärt: "Wir kommentieren so etwas nicht und haben mit Jaroslav Drobny einen Torhüter, mit dem wir sehr zufrieden sind." Allerdings wird Drobny dieses Jahr 33 und hat nicht nur Fürsprecher. Und das Interesse an Leverkusens René Adler scheint erlahmt. Wen der HSV auch immer verpflichten will: FCK-Vorstandschef Stefan Kuntz weiß nicht erst seit jetzt, dass er Konkurrenz in den Vertragsverhandlungen mit Trapp hat. Bereits im Sommer hatte es ein Angebot von Schalke 04 gegeben, das abgelehnt wurde.

Noch hat Kevin Trapp in Kaiserslautern einen bis 2013 geltenden Vertrag. Eigentlich genug Zeit, um entspannt in die kommende Saison zu gehen. Allerdings bedeutet das auch, dass der Sommer 2012 der letzte Zeitpunkt ist, zu dem der FCK Kapital aus Trapp schlagen kann - für den Fall, dass der Schlussmann nicht verlängern sollte. Kapital, das der FCK immer noch dringend benötigt.

Seit Ende 2011 laufen die Vertragsverhandlungen. Das Angebot des FCK steht. Trapps Entscheidung steht aber aus. Meldungen, dass er das Angebot abgelehnt habe, dementiert FCK-Pressesprecher Christian Gruber: "Das ist falsch. Kevin Trapp hat ein Angebot von uns. Der Ball ist jetzt bei ihm."

Im vergangenen Oktober hat Trapp den Spielerberater gewechselt. Er ist von Michael Becker, der unter anderem den früheren Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack betreut, zur Agentur Sportstotal gewechselt. Dass Trapps Marktwert - unabhängig von dem Berater-Wechsel - durch konstante Leistungen gestiegen ist, kann Kuntz einerseits gefallen. Damit steigt eine eventuelle Ablösesumme. Es erschwert allerdings auch die Verhandlungsposition bei der Vertragsverlängerung. Zumal der FCK im Buhlen um den Saarländer schon lange nicht mehr konkurrenzlos ist.

saarbruecker-zeitung.de/fck

Zur Person

Kevin Trapp wurde am 8. Juli 1990 in Merzig geboren. Nach seinen Jugendstationen beim FC Brotdorf, dem SSV Bachem und dem SV Mettlach wechselte er als 15-Jähriger in die Jugendabteilung des 1. FC Kaiserslautern, wo er von Torwart-Trainer Gerry Ehrmann ausgebildet wurde, der bereits Roman Weidenfeller (jetzt Borussia Dortmund) oder Nationaltorhüter Tim Wiese (jetzt Werder Bremen) trainiert hatte.

In der Rückrunde der Saison 2010/2011 löste Trapp kurzfristig Tobias Sippel im FCK-Tor ab. Seitdem ist der U21-Nationalspieler Stammtorhüter der "Roten Teufel". jbö

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