Sieg zum Saisonabschluss Hummel und Harres vermiesen den Stuttgarter Kickers die Meisterfeier

Positiver Abschluss für den FC Homburg am letzten Spieltag. Gegen die Stuttgarter Kickers schafften die Grün-Weißen einen klaren Heimsieg.

FC Homburg besiegt Stuttgarter Kickers
Foto: IMAGO/Fussball-News Saarland/IMAGO/Fabian Kleer

Fußball-Regionalligist FC Homburg hat die Saison mit einem Erfolgserlebnis beendet und verhindert, dass die Meisterfeier der Stuttgarter Kickers im heimischen Waldstadion steigt. Vor 4157 Zuschauern besiegten die Grün-Weißen den bisherigen Tabellenführer mit 3:0 (1:0) und verhelfen damit der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart (2:0 gegen die TSG Hoffenheim II) zum Aufstieg in die 3. Liga. Nach einem engagierten Kickers-Beginn fand Homburg immer besser ins Spiel und ging nach einem schönen Spielzug durch David Hummel mit einer Führung in die Pause (37. Minute). Nach der Halbzeit legte der FCH durch einen Doppelpack seines wechselwilligen Torjägers Phil Harres, der drei Minuten nach seiner Einwechslung erstmals zuschlug (67.), noch zwei weitere Tore nach (95.). Durch den 17. Saisonsieg beendet der FC Homburg die Regionalliga-Saison als Tabellenfünfter.

Acht Homburger werden verabschiedet – drei Wechsel in der Startelf

Vor dem Spielbeginn wurden alle feststehenden Abgänge des FC Homburg samt Zugabe einer Fotoaufnahme als Präsent verabschiedet: Mika Gilcher, Arman Ardestani, Angelos Stavridis, Torwart Jakob Mayer, Fabian Eisele, Lukas Hoffmann, Philipp Hoffmann und natürlich Tim Stegerer, dessen Vertrag nach zehn Jahren beim FCH und mehreren schweren Verletzungen nicht mehr verlängert wurde. Der 35-Jährige, seit 2014 in Homburger Diensten, erntete bei seiner Verabschiedung besonders großen Applaus.

Gegenüber dem etwas glücklichen 2:1-Sieg beim TSV Steinbach Haiger nahm FCH-Trainer Danny Schwarz drei Wechsel vor: Für Torwart Mayer, der nach seiner Leihe zum FC Bayern München zurückkehrt, Tim Steinmetz und Torjäger Phil Harres, der den Verein auf eigenen Wunsch hin verlassen möchte und unter anderem ein Angebot von Bundesliga-Aufsteiger Holstein Kiel vorliegen haben soll, rückten Tom Kretzschmar, Raphael Akoto und der als Abgang feststehende Eisele in die Startelf. „Wir möchten uns anständig und möglichst mit einem Sieg aus der Saison verabschieden“, sagte Schwarz vor der Partie gegen den Tabellenführer, der mit einem Sieg das Drittliga-Ticket einfahren konnte.

Anfangsphase geht an die Kickers

Vor über 2000 mitgereisten Stuttgarter Fans, die schon vor dem Anpfiff für eine prächtige Stimmung im Waldstadion sorgten, legten die Kickers entsprechend engagiert los. Angreifer Daniel Kalajdzic, der die Stuttgarter im letzten Heimspiel mit seinem Tor zum wichtigen 1:0-Erfolg im Topspiel gegen den SGV Freiberg geführt hatte, probierte es früh im Spiel mit einem ersten Abschluss, blieb aber im letzten Moment an FCH-Verteidiger Benjamin Kirchhoff hängen (4.). In der Folge waren die Gäste weiter bemüht, nach vorne hin für Akzente zu sorgen. Sie taten deutlich mehr fürs Spiel und drängten die Gastgeber weit in die eigene Hälfte – und das war auch nötig, denn im so wichtigen Parallelspiel ging der VfB Stuttgart II früh bei der Zweiten der TSG Hoffenheim mit 1:0 in Führung.

Die Kickers waren bemüht – aber die ersten dicken Chancen bekamen die grün-weißen Hausherren: Nach einem langen Einwurf von rechts durch Max Jansen verlängerte Kirchhoff per Kopf gen zweiter Pfosten, wo David Hummel ebenfalls mit dem Kopf an den Ball kam und aus kurzer Distanz mit seinem gut gedrückten Kopfball an der bärenstarken Parade von Kickers-Keeper Felix Dornebusch scheiterte (23.). Im Nachgang an die Szene wurde Daniels Ontuzans‘ gut aussehender Distanzversuch gerade noch zur Ecke geblockt. Der Standard von Markus Mendler sorgte dann erneut für Gefahr: Ein abgewehrter Ball landete wieder links am Strafraum beim Homburger Topscorer, doch Mendlers Direktabnahme wurde vom hellwachen Dornebusch bereinigt (24.). Gegenüber klärte Michael Heilig nach einer Hereingabe im letzten Moment vor dem einschussbereiten Christian Mauersberger (28.).

Hummel schockt den Tabellenführer

Die folgende Ecke von rechts zog der Ex-Elversberger Sinan Tekerci scharf Richtung Tor, wo Kretzschmar im kurzen Eck wohl nicht mehr dran war und der Ball vom Pfosten ins Feld zurückprallte – das Ganze nach vorne in den Strafraum direkt zu Mauersberger, dessen Versuch gerade so abgeblockt wurde (29.). Nach der kurzen Homburger Drangphase zuvor übernahm Stuttgart wieder mehr das Kommando – ehe die Heimelf mit einem schön herausgespielten Tor für Entsetzen bei den vielen mitgereisten Schwaben sorgte: Jansen spielte einen schönen Steckpass rechts in den Strafraum zum durchlaufenden Akoto, der die Kugel in den Rückraum legte und David Hummel fand. Der Angreifer fackelte keine Sekunde und jagte den Flachpass direkt zum 1:0 für den FCH in die Maschen (37.). Der Treffer hinterließ bei den Gästen Wirkung. Vor der Pause kam keine Stuttgarter Antwort mehr – stattdessen verpasste Hummel nach einem Umschaltmoment über Mendler mit der letzten Aktion das 2:0, als er die Hereingabe von links wenige Schritte vor dem Tor vertändelte (48.).

Zur zweiten Halbzeit beließ Homburgs Trainer Schwarz den stark gelb-rot-gefährdeten Eisele entgegen allen Erwartungen zunächst auf dem Feld. Beide Teams kamen unverändert zurück – und wer ob des Rückstands stürmische Kickers erwartet hatte, sah sich zunächst eines Besseren belehrt. Der FCH machte in den ersten Minuten nach Wiederbeginn den besseren Eindruck. Hummel stand bei seinem zu mittig angesetzten Kopfball aber im Abseits (52.), Ontuzans jagte den Ball aus halbrechter Position in die Wolken (53.) und Eisele bekam den Ball per Kopf nach einem neuerlichen langen Jansen-Einwurf am ersten Pfosten nicht richtig gedrückt, der Ball ging klar drüber (56.). Nach einer knappen Stunde reagierte Gästetrainer Mustafa Ünal – und das gleich dreifach, brachte unter anderem mit Kevin Dicklhuber den Topschützen der Runde (13 Tore). Dass der VfB II zwischenzeitlich auf 2:0 erhöht hatte, machte die Mission für die Kickers nicht leichter.

Der Superjoker ist zurück: Harres trifft nach wenigen Sekunden

In der Folge intensivierten die Kickers auch wieder ihre Bemühungen. Auch Homburg wechselte, brachte Phil Harres für Eisele – und der Torjäger war nach wenigen Augenblicken schon zur Stelle: Nach einem Homburger Konter spielte Harres zunächst schlampig quer zum mitlaufenden Hummel, der links im Strafraum etwas zu weit abgedrängt wurde. Statt abzuschließen, legte er zurück auf Mendler – der den Ball wunderbar durch zwei Gegner hindurch zum frei postierten Harres chippte. Der Angreifer blieb frei vor Dornebusch eiskalt, vollendete abgezockt und stand bei Mendlers Chip wohl auch nicht im Abseits – 2:0 (66.) und das 23. Saisontor für den wechselwilligen Harres. Der Treffer traf die Gäste aus Schwaben schwer ins Mark. Homburg bekam in der Folge Riesenräume zum Kontern – und nach einem Foul von Dicklhuber an Hummel einen Elfmeter, den Mendler aber an die Unterkante der Latte setzte (72.).

Dadurch blieben die Kickers zumindest ein wenig am Leben – allerdings sprach die Körperhaltung der Schwaben nicht mehr wirklich für ein Wende im Spiel. Ein Kopfball aus kurzer Distanz von David Braig, der diesen aber nicht richtig gedrückt bekam, war nochmal ein kurzer Moment der Hoffnung (78.). Ebenso ein Kopfball von Flamur Berisha nach Ecke Tekerci, der an den linken Außenpfosten titschte (80.). Zuvor waren Ardestani und Stavridis – für Mendler und Hummel – ins Spiel gekommen und bekamen somit ihre Abschiedsvorstellung vor den eigenen Fans (79.). Danach wurde die Partie wegen einer Verletzung von Kretzschmar kurz unterbrochen, der Torsteher konnte aber weitermachen. Stuttgart lief die Zeit davon – und es sollte trotz sieben Minuten Nachspielzeit auch nicht mehr reichen für Ünals Mannen, die das Tableau lange angeführt hatten. Es ging zwar noch mehrfach hoch her im Homburger Strafraum, aber der Ball wollte nicht über die Linie. Gegenüber verpassten der ebenfalls eingewechselte Patrick Weihrauch und Harres nach Kontern zunächst ebenso das mögliche 3:0 wie Ardestani, der an Dornebusch scheiterte (94.) – dann aber war es erneut Harres, der nach toller Vorarbeit von Dennis Lippert doch noch das dritte Tor nachlegte (96.).

Nach dem letzten Spiel in der Regionalligarunde wartet auf den FC Homburg zum Abschluss noch das Highlight im Saarlandpokal, wo der FCH am kommenden Samstag zu wegen der großen TV-Übertragung unüblicher Zeit um 11.45 Uhr im Endspiel im Saarbrücker Ludwigspark auf den 1. FC Saarbrücken trifft.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort