1. Sport
  2. Saar-Sport

FCH will nicht mit Geld punkten

FCH will nicht mit Geld punkten

Bei der Vertragsverlängerung mit Trainer Jens Kiefer bis 2019 hat Herbert Eder, der Vereins-Chef des FC Homburg, angekündigt, weitere wichtige Weichen zu stellen. Das dürfte die Trainingsbedingungen betreffen.

Vor gut einer Woche überraschte Fußball-Regionalligist FC Homburg mit der Verlängerung des Vertrags mit seinem Trainer Jens Kiefer (die SZ berichtete). Die Laufzeit des Papiers, das ohnehin noch bis 2017 Bestand hatte, wurde bis 2019 ausgedehnt. In einer Liga, in der schon Verträge über die laufende Saison hinaus eher die Ausnahme sind, ist eine solch lange Laufzeit eine echte Seltenheit. So spricht Kiefer auch von einem "riesigen Vertrauensvorschuss des Vereins", aber auch von "einer gewissen Verantwortung", die für ihn daraus resultiert.

Neuer Trainingsplatz?

Trainer und Verein betonen nun, den Verein nicht nur im sportlichen, sondern vor allem auch im strukturellen Bereich nach vorne bringen zu wollen. "Wir müssen uns auf allen Gebieten verbessern. Da sind wir aktuell in Diskussionen und werden in ein paar Wochen dazu was öffentlich machen", sagt Kiefer. Ein Projekt steht aber schon jetzt weit oben auf der Agenda der Verantwortlichen. So soll der Trainingsplatz hinter dem Stadion zusammen mit der angrenzenden Freifläche dahinter zu einer großen zusammenhängenden Rasenfläche ausgebaut werden. Für zwei komplette Plätze reicht der Platz nicht. Aber durch die Vergrößerung könnte die Spielfläche flexibel verschoben und so der Rasen geschont werden.

Es ist nicht der erste Anlauf, die seit Jahren in der Kritik stehenden Trainingsbedingungen zu verbessern. Im Kampf mit den finanziell wesentlich stärkeren Ligakonkurrenten 1. FC Saarbrücken und SV Elversberg ist eine strukturelle Modernisierung nicht zuletzt mit Blick auf die Attraktivität für neue Spieler nötig. "Wir werden in den nächsten zwei, drei Jahren sicher nicht aufsteigen, weil unser Etat entsprechend hoch sein wird, sondern wir müssen gute Strukturen schaffen und clever bei Spielerverpflichtungen sein", sagt der Trainer.

Rund 1,5 Millionen Euro beträgt der Etat der Saarpfälzer in dieser Saison. Es ist anzunehmen, dass der zum Saisonende auslaufende Vertrag mit Hauptsponsor Dr. Theiss Naturwaren verlängert wird. In welcher Höhe die Zuwendung des Homburger Unternehmens dann liegen wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist nur, dass wenn ein Teil des Budgets für die Strukturmaßnahmen benötigt wird, dies logischerweise zu Lasten des Lizenzspieleretats gehen dürfte.

Nicht mit allen Profis zufrieden

"Wir werden sowohl im strukturellen Bereich als auch im Kader was verändern", kündigt Kiefer an. Und er fügt hinzu: "Für ganz vorne sind wir nicht gut genug. Nur wenn wir keinerlei Verletzte haben, können wir mit den Teams ganz vorne konkurrieren." Der FCH liegt mit 14 Punkten Rückstand auf die Relegationsplätze auf Tabellenplatz sieben. Mit einigen Spielern, die gehalten werden sollen, will Kiefer noch in der Winterpause in Vertragsverhandlungen einsteigen. "Es gibt aber auch Spieler, mit denen wir nicht so zufrieden sind", sagt der Trainer.

Zu einer Aussage, in der nächsten Saison die Relegationsplätze angreifen zu wollen, lässt sich Kiefer nicht hinreißen. Klar ist für ihn aber auch: "Ich will mich auf Dauer nicht mit Mittelmaß zufrieden geben." Das sieht Vereins-Chef Herbert Eder ähnlich: "Wir werden in diesem Jahr weitere wichtige Weichen stellen, um mittelfristig den Aufstieg in die 3. Liga umsetzen zu können."