FC Rastpfuhl verliert Finale der Aufstiegsrunde gegen VfB Differten

Aufstiegs-Finale : „Ein schlechter Tag – und du bist raus“

Der FC Rastpfuhl II hat nach dem Ärger um den Wechsel seines Spielers Jeremy Pahl und den damit verbundenen zwischenzeitlichen Ausschluss von der Aufstiegsrunde deren Finale gegen den VfB Differten mit 2:3 verloren.

Als Schiedsrichter Uwe Welsch um 17.50 Uhr das Aufstiegsspiel zur Fußball-Bezirksliga zwischen den A-Klassen-Vizemeistern VfB Differten und FC Rastpfuhl II abpfiff, war es ein emotionaler Moment für alle. Für die enttäuschten Rastpfuhler, die nach der 2:3 (2:2)-Niederlage eine beeindruckende Saison nicht mit dem Aufstieg abschließen konnten. Für die glückseeligen Differter, die ihr Saisonziel im „Nachsitzen“ noch erreicht haben. Vor allem aber für deren Trainer Jörg Hein, dessen Vater am Tag vor dem Spiel verstorben war. „Mein Dank geht an die Jungs und alle im Umfeld. Sie haben mich heute glücklich gemacht“, sagte Hein, der mit den Tränen kämpfte. Er er ergänzte: „Ich glaube, über 90 Minuten gesehen war der Sieg verdient, obwohl Rastpfuhl sicher der stärkste Gegner in dieser Saison war.“

Hein wird in der kommenden Saison beim SC Friedrichweiler II tätig sein. Schon nach drei Minuten legte sein VfB Differten vor. Dirk Schimmelpfennig spielte zu Maik Schmich in den Strafraum. Der legte den Ball von der Grundlinie quer – und Cornelius Ignat traf freistehend zum 1:0. Die Antwort des FC Rastpfuhl II folgte nur vier Minuten später. Nach einem Freistoß von Kai Madoun irrte Differtens Yossef Ben Lahbib durch den Strafraum – Sri Tharsan Tharumakulenthiram köpfte den Ball über den VfB-Torwart hinweg zum Ausgleich für die Saarbrücker ins Tor.

Knapp 1000 Zuschauer sahen in Schaffhausen ein Spiel, in dem beide Mannschaften versuchten, schnell das Mittelfeld zu überbrücken. Das Tempo war hoch – und der VfB Differten die etwas abgeklärtere und konzentriertere Mannschaft. Nach einem Eckball von Schmmelpfennig köpfte Dennis Ladewig in der 16. Minute den Ball zum 2:1 ins Tor. Dass die Rastpfuhler erneut zum Ausgleich kamen, hatten sie vor allem VfB-Torwart Ben Lahbib zu verdanken. Diesmal konnte der 33-Jährige einen Freistoß von Madoun nicht festhalten. Rafael Forment Penafiel traf aus dem Getümmel zum 2:2 (40. Minute).

„Wir haben uns die Gegentore selbst gemacht. Das war auch Thema in der Kabine“, berichtete Maik Schmich, der in der 70. Minute das Aufstiegs-Finale entschied. Und er schob nach: Nach einem Fehler im Aufbauspiel der Rastpfuhler hatte Schmich freie Bahn und die Nerven, das 3:2-Siegtor zu erzielen. Er sagte: „Ich bin nicht der Mann des Spiels. Alle haben unglaublich gekämpft. Auch für den Trainer.“ Kurz vor seinem Treffer hatte der ansonsten starke Schiedsrichter Welsch den Saarbrückern einen Elfmeter verweigert: Jeremy Pahl drang in den Strafraum ein und wurde von Sebastian Schmich zu Fall gebracht.

Ausgerechnet Pahl, dessen Wechsel zum 1. FC Saarbrücken II zum zwischenzeitlichen Ausschluss des FC Rastpfuhl II von der Aufstiegsrunde gesorgt hatte. Der FCS hatte bei den Wechselmodalitäten einen Fehler gemacht, woraufhin Rastpfuhls Halbfinal-Gegner FSV Hemmersdorf II wegen des Einsatzes von Pahl Protest eingelegt hatte (wir berichteten mehrfach). „Ich bin einfach nur traurig. Wir haben das ganze Jahr darum gekämpft“, sagte der 20-Jährige. Auch Pahl hatte Tränen in den Augen. Die Diskussion der vergangenen Tage um seinen Wechsel hatte Spuren hinterlassen. „Es lag doch nicht an mir. . . Es ist alles nur traurig“, erklärte Pahl.

Rastpfuhls Spielertrainer Christoph Müller wollte die Vorkommnisse nicht als Entschuldigung für den verpassten Aufstieg gelten lassen. „So sind Aufstiegsspiele: ein schlechter Tag – und du bist raus. Bei uns hatten einige die Hosen voll, das hatte sich schon im Spiel gegen Hemmersdorf angedeutet“, sagte Müller, der trotz Angeboten höherklassiger Vereine beim FC Rastpfuhl II bleiben wird: „Ich habe keine Lust mehr auf Aufstiegsspiele. Nächstes Jahr werden wir Meister – oder ich höre auf.“

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