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FC Homburg in Fußball-Regionalliga Südwest
Bewährungsprobe für den Spitzenreiter

„Wir sind eine eingeschworene Truppe“, sagt Innenverteidiger Kevin Maek über den FC Homburg, der bisher von der Euphorie getragen wird.
„Wir sind eine eingeschworene Truppe“, sagt Innenverteidiger Kevin Maek über den FC Homburg, der bisher von der Euphorie getragen wird. FOTO: Andreas Schlichter
Homburg. Nach fünf Spieltagen steht der FC Homburg in der Regionalliga Südwest ganz vorne. Auch nach dem Topspiel in Ulm? Von Ralph Tiné

Dass die Partie des FC Homburg beim SSV Ulm am sechsten Spieltag der Regionalliga Südwest das Spitzenspiel sein würde, hätten vor der Saison die wenigsten vermutet. Während der SSV, der im DFB-Pokal mit dem Sensationssieg gegen Titelverteidiger Eintracht Frankfurt (2:1) für Furore gesorgt hatte, nach der 0:1-Niederlage in Worms am Dienstag vom ersten auf den vierten Platz zurückgefallen ist, treten die Saarländer an diesem Samstag um 14 Uhr als Tabellenführer im Ulmer Donaustadion an. Nach einem großartigen Saisonstart mit zuletzt vier Siegen in Folge haben die vor der Saison als Geheimfavorit gehandelten Grün-Weißen mehr als angedeutet, dass in dieser Saison mit ihnen zu rechen ist.


Während die Euphorie im Umfeld des FCH immer mehr um sich greift, treten die Verantwortlichen bei der Frage, ob Homburg schon jetzt zu den Topfavoriten gezählt werden muss, auf die Bremse. „Das sehe ich nicht so. Wir haben zwar beim 2:1 gegen Mainz II eine super zweite Halbzeit gespielt, aber es war dennoch ein knappes Spiel. Ob uns das immer gelingt, ist die Frage. Klar, wenn das immer so hinhaut, können wir auch ganz vorne landen. Aber das muss man erst einmal abwarten. Unsere Ziele haben sich nicht geändert“, will sich Sportmanager Michael Berndt nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

FCH-Trainer Jürgen Luginger ist sichtlich stolz auf die beeindruckenden Auftritte seiner Mannschaft, sieht den Zeitpunkt für eine Einschätzung der eigenen Stärke aber ebenfalls noch als verfrüht an. „Eine Topmannschaft ist man erst, wenn man über einen längeren Zeitraum konstant punktet. Das müssen wir erst beweisen. Zuerst müssen wir sehen, wie wir uns gegen Mannschaften wie Ulm, Saarbrücken oder Steinbach schlagen werden“, sagt der 50-Jährige. Einen ersten Hinweis, wohin der Weg des FCH in dieser Spielzeit führt, gibt es demnach nach der Partie in Ulm. Das Derby gegen den FCS steigt dann in vier Wochen. Zwei beziehungsweise drei Wochen später folgen die Spiele gegen den TSV Steinbach und Waldhof Mannheim. Es sieht so aus, dass dem FCH und seinen Fans ein heißer Herbst bevorsteht.



In der Mannschaft selbst herrscht Gelassenheit, aber auch Stolz auf das bisher Geleistete. „Ich denke, dass die Tabelle zu diesem Zeitpunkt noch nicht viel aussagt. Aber man sieht, dass wir uns in der Liga vor keinem verstecken müssen. Wir wissen, dass wir gut sind. Da braucht man nicht drumrum reden“, sagt Patrick Lienhard selbstbewusst. Der Ex-Trierer warnt aber davor, den momentanen Lauf als selbstverständlich zu nehmen. „Es können schnell auch andere Phasen kommen. Wir dürfen uns nicht auf dem ausruhen, was wir bis jetzt erreicht haben.“ Dass Lienhard in dieser Saison von der offensiven Außenbahn ins zentrale Mittelfeld gerückt ist, kommt dem 26-Jährigen entgegen: „Das gefällt mir richtig gut. Ich habe richtig Lust, mich auf dieser Position weiterzuentwickeln.“

Derweil wird Kevin Maek, der seinen Innenbandanriss überwunden hat, in Ulm erstmals im Kader stehen. Ob der aus Elversberg neu gekommene Innenverteidiger direkt in der Startelf stehen wird, steht noch nicht fest. „Ich fühle mich fit genug für die Startelf. Aber die beiden haben das gut gemacht. Daher mache ich mir keinen Druck“, lobt der als Leistungsträger eingeplante Maek die Kollegen Alexander Hahn und Jan Eichmann, die bislang die Innenverteidigung gebildet haben. Auf die Frage, ob der FCH mehr als ein Geheimfavorit sei, antwortet Maek mit gewohnt klaren Worten: „Ich denke schon. Das muss auch unser Anspruch sein. Wir sind eine eingeschworene Truppe. Das sieht man auf dem Platz.“