FC Homburg will beim Spitzenreiter Waldhof Mannheim bestehen

Topspiel bei Waldhof Mannheim : Halbe Liga drückt dem FCH die Daumen

Der FC Homburg kann das Titelrennen in der Regionalliga mit einem Sieg in Mannheim richtig spannend machen.

Sechs Punkte liegt der SV Waldhof Mannheim als Spitzenreiter der Fußball-Regionalliga Südwest aktuell vor dem FC Homburg. Gelingt dem FCH an diesem Samstag um 14 Uhr im Mannheimer Carl-Benz-Stadion ein Sieg, könnten die Grün-Weißen wieder ganz nah an die Tabellenspitze heranrücken – und die gesamte Liga wäre wieder richtig spannend, nachdem dem SV Waldhof zuvor bereits drei Punkte wegen der Ausschreitungen rund um das Relegationsspiel gegen den KFC Uerdingen am Ende der vergangenen Saison abgezogen wurden. Ulm, Steinbach Saarbrücken, auch Offenbach und Elversberg – fast die halbe Liga dürfte dem FCH die Daumen drücken.

„Mannheim hat seine Rolle als Meisterschafts-Favorit bislang eindrucksvoll bestätigt“, sagt Jürgen Luginger anerkennend. Der Trainer des FC Homburg weiß, dass sich seine Mannschaft gegenüber den letzten Auftritten gegen den TSV Steinbach (0:2) und bei Eintracht Stadtallendorf (0:0) deutlich steigern muss, um beim Tabellenführer zu bestehen. Der 50-Jährige hat eine Idee, wie das gelingen kann, und gibt sich selbstbewusst: „Wir müssen einen Tick aggressiver spielen. Wir haben in der Vergangenheit schon gezeigt, dass wir es können. Wir wollen zeigen, dass wir mit der besten Mannschaft mithalten können und dort drei Punkte holen.“

Dass der FCH zu großen Taten fähig ist, haben Siege gegen Topteams wie beim SSV Ulm (2:0) und gegen den 1. FC Saarbrücken (2:1) gezeigt. Gegen die Kellerkinder FSV Frankfurt (1:2) und Hessen Dreieich (0:1) mussten die Saarländer dagegen herbe Niederlagen einstecken. Wie lässt sich diese fußballerische Berg- und Talfahrt erklären? „Wenn man jüngere Spieler dabei hat, dann gibt es eben solche Schwankungen. Vor allem ist das aber der Liga selbst geschuldet, in der sich die einzelnen Mannschaften extrem ausgeglichen präsentieren“, erklärt Luginger.

Dass Daniel di Gregorio wegen einer Innenbandverletzung im Knie voraussichtlich vier Wochen fehlen wird, trifft den FCH hart. Der ehemalige Mannheimer Vizekapitän ist vor der Saison von Waldhof nach Homburg gewechselt und dort der Schlüsselspieler im zentralen Mittelfeld. So könnte Christian Telch, der ebenfalls auf dieser Position zuhause ist, zum ersten Mal seit dem siebten Spieltag in der Liga wieder zum Einsatz kommen.

Dass der FCH-Kapitän, der seinen Vertrag zu Beginn der Saison bis 2020 verlängert hat, in dieser Spielzeit bislang kaum zum Zuge gekommen ist, liegt vor allem daran, dass Trainer Luginger meist auf ein System mit einem Sechser setzt – und dann ist nur Platz für di Gregorio, nicht für Telch. Luginger sieht die Kapitäns-Frage nicht als Problem: „Christian weiß um die Situation. Er ist für uns trotzdem ein Führungsspieler.“ Telch ist anzusehen, dass er sich die Situation anders wünschen würde, gibt sich aber professionell: „Man versucht halt, vorbildlich damit umzugehen. Ich hoffe natürlich auf mehr Einsatzzeiten, aber ich akzeptiere die Entscheidungen des Trainers. Ich muss das Beste daraus machen. Die nächste Chance kommt immer.“

Dass gegen Steinbach Marco Gaiser den gelbgesperrten di Gregorio vertreten hatte, erklären Trainer und Spieler mit der erst kurz zuvor überstandenen Fußverletzung Telchs. „Es spricht auch nichts gegen Gaiser und Telch“, erwägt Luginger, beide Spieler zu bringen. Bleibt der Trainer bei seinem System mit zwei Viererreihen, einem Sechser dazwischen und einem Stürmer davor, müsste in diesem Fall wohl Patrick Lienhard weichen. Der letztjährige offensive Außenbahnmann, der wie Telch 2017 aus Trier nach Homburg wechselte, ist in dieser Saison ins Zentrum gerückt, konnte zuletzt aber nicht mehr ganz an seine gute Form von Saisonbeginn anknüpfen.

Für welche Aufstellung sich Luginger auch entscheiden wird, eines ist klar: Wenn der FCH weiter ganz oben mitmischen will, muss beim Spitzenreiter ein Sieg her. Ansonsten ist der Zug nach oben zumindest vorerst abgefahren.

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