| 14:13 Uhr

Fußball-Regionalliga
FC Homburg überholt den Meister

 Torschütze Alexander Hahn (Mitte) bejubelt mit seinen Homburger Teamkollegen sein Tor zum 1:0 gegen den SC Hessen Dreieich. Die Siegesserie des FCH geht damit ungebremst weiter.
Torschütze Alexander Hahn (Mitte) bejubelt mit seinen Homburger Teamkollegen sein Tor zum 1:0 gegen den SC Hessen Dreieich. Die Siegesserie des FCH geht damit ungebremst weiter. FOTO: Andreas Schlichter
Homburg. Der Fußball-Regionalligist gewinnt gegen Dreieich und steht in der Tabelle jetzt vor dem FCS auf Rang zwei. Von Ralph Tiné

Der Aufsteiger ist am Meister vorbeigezogen – zumindest vorerst. Durch den 1:0-Sieg gegen den SC Hessen Dreieich hat der FC Homburg den Rivalen 1. FC Saarbrücken, dessen Spiel beim FK Pirmasens am Freitag witterungsbedingt abgesagt wurde, in der Tabelle der Fußball-Regionalliga Südwest von Platz zwei verdrängt. Während sich so mancher FCH-Anhänger ein Bild der aktuellen Tabelle an die Wand geklebt haben dürfte, gehen die Homburger Spieler betont unaufgeregt mit der Situation um.


„Für den zweiten Platz kann man sich dieses Jahr leider nichts kaufen. Dass wir vor dem FCS stehen, ist von daher egal“, sagt FCH-Verteidiger Tim Stegerer. Alexander Hahn, der wie Stegerer früher selbst das Saarbrücker Trikot trug, bläst ins selbe Horn: „Ich will einfach Spiele gewinnen – dann bin ich glücklich. Ob wir vor oder hinter Saarbrücken stehen, ist mir völlig egal.“

Dass mit Hahn ein Innenverteidiger die mannschaftsinterne Torjägerliste anführt, ist kurios. Ligaweit belegt Hahn den fünften Platz in dieser Wertung. Gegen Dreieich verwandelte der 26-Jährige bereits seinen sechsten Elfmeter in dieser Saison (15. Minute). Insgesamt hat Hahn bereits zehn Treffer auf dem Konto – einen mehr als FCH-Torjäger Patrick Dulleck, der gegen Dreieich in der 41. und der 61. Minute jeweils knapp das Tor verpasste. Wie bei der Frage nach der Rivalität mit dem FCS bleibt Hahn auch bei der Frage, ob er den Stürmern Konkurrenz machen möchte, zurückhaltend. „Es ist schön, dass ich schon zehn Tore geschossen habe, aber was wirklich zählt, ist, dass wir gewinnen“, sagt der Innenverteidiger und Standardspezialist.



Jürgen Luginger räumte ein, dass dem FC Homburg in der Schlussphase der Partie vor 980 Zuschauern gegen Dreieich etwas die Souveränität abhanden kam. „Wir haben schon besser gespielt, das wissen wir auch. Aber hinten haben wir wieder nichts zugelassen. Deshalb war es am Ende auch ein verdienter Sieg“, sagt der FCH-Cheftrainer über den fünften Dreier in Folge. „Dass wir gegen Dreieich wieder zu null gespielt haben, spricht für uns“, stellt auch Stegerer die erneut solide Abwehrleistung in den Vordergrund.

Wie stark sich die Grün-Weißen in der zweiten Saisonhälfte tatsächlich präsentieren, zeigt ein Blick über die Winterpause hinweg. Sieben Siege in acht Partien hat der FCH in der Rückrunde eingefahren. Lediglich im Rückspiel bei der SV Elversberg kassierte Homburg eine 0:2-Niederlage. Geht man bis zum 15. Spieltag zurück, stehen sogar neun Siege gegen ein Unentschieden und eine Niederlage, was einem Punkteschnitt von über 2,5 entspricht. Angesichts dieser eines Meisters würdigen Zwischenbilanz ist es kein Wunder, dass aus der Mannschaft selbstkritische Stimmen zu hören sind, die mit den unnötigen Niederlagen in der Hinrunde gegen Teams aus dem Tabellenkeller hadern.

Mit den Hinspiel-Pleiten in Worms (1:2), in Dreieich (0:1) und dem 0:0 in Stadtallendorf hat der FCH allein acht Punkte gegen drei der fünf aktuellen Abstiegsaspiranten liegen lassen. Addiert man diese Punkte den tatsächlichen 50 Zählern hinzu, läge Homburg Stand heute sogar vor Waldhof Mannheim auf Tabellenplatz eins. Da solche Rechenspiele allerdings nichts bringen, kann der FCH nur an seiner Siegesserie weiterbasteln. „Der Weg ist noch lange nicht zu Ende“, sagt Hahn.