1. Sport
  2. Saar-Sport

FC Homburg: Trainer Wenzel kritisiert Spieler vor Heimspiel scharf

Vor dem Heimspiel gegen Walldorf : „Du musst für diesen Job leben“: Homburg-Trainer Wenzel kritisiert Spieler scharf

Der Fußball-Regionalligist ist aktuell Tabellenschlusslicht – und bietet die schlechteste Abwehr auf. So will die Mannschaft jetzt aus der Misere kommen.

Strahlender Sonnenschein lag am Mittwoch über dem Waldstadion des FC Homburg. Das tolle Wetter passte so gar nicht zur Situation, in der sich der Fußball-Regionalligist befindet. Nur zwei Punkte aus fünf Spielen, Tabellenletzter und mit 14 Gegentoren die schlechteste Abwehr der Liga – die Stimmungslage bei den Grün-Weißen war schon mal besser.

In den Räumlichkeiten des Stadions fand Trainer Timo Wenzel vor dem Heimspiel an diesem Freitag gegen Astoria Walldorf (19 Uhr) sehr deutliche, kritische Worte: „Wenn ich sehe, dass ich als Letzter vom Trainingsplatz komme und der erste schon wieder im Auto sitzt und nach Hause fährt, denke ich mir: Das ist keine optimale Vorbereitung“, polterte Wenzel.

Eine gewisse Professionalität sei einfach die Grundvoraussetzung. Bei manchen Akteuren hätte er in diesem Punkt zuletzt mehr erwartet. „Du musst für diesen Job leben. Was das angeht, haben mir in den letzten ein, zwei Wochen ein paar Dinge nicht gefallen“, betonte der Trainer. Dinge, die klar angesprochen und aufgearbeitet wurden.

Gleiches galt für die jüngste 0:3-Niederlage bei Hessen Kassel, nach der sich der Blick nun nach vorne richtet. „Die Jungs haben in den letzten Einheiten sehr intensiv trainiert. Es war vielleicht die intensivste Woche bisher, seit ich da bin“, sagte Wenzel. Er geht davon aus, „dass das gefruchtet hat und wir am Freitag eine Mannschaft sehen werden, die mit aller Gewalt das Spiel gewinnen will.“

Mit dem Tabellenelften Walldorf (sieben Punkte) warte „eine kleine Wundertüte“, sagte Wenzel: „Aber das trifft auf uns momentan leider auch zu.“ Dennoch betonte der Trainer: „Wir stehen zu 100 Prozent hinter dieser Mannschaft.“ Das unterstrich auch Michael Koch. „Die Mannschaft ist gut und wird auch wieder kommen“, sagte der FCH-Sportvorstand. Er verstehe, dass die Fans angesichts der Situation sauer sind, „aber wir müssen Geduld haben. Wenn sich erst mal ein Erfolgserlebnis einstellt, werden auch wieder bessere Zeiten folgen.“

Am Saisonziel habe sich nichts geändert. „Nach ganz oben hin wird es jetzt natürlich schwierig. Dennoch wollen wir unter die ersten Fünf“, sagte Koch. Er ist überzeugt, dass es Wenzel gelingen wird, die Grün-Weißen dorthin zu bringen: „Unser Trainer arbeitet richtig gut, das sehe ich in jeder Trainingseinheit. Wir hatten auch Pech, dass wir in Offenbach direkt bei einem Favoriten gestartet sind. Dazu haben uns viele individuelle Fehler die Punkte gekostet“, erklärte Koch die maue Bilanz. Die Ausfälle von Stürmer Thomas Gösweiner (Kreuzbandriss) und Kapitän Patrick Lienhard (Wadenbeinbruch) sind für ihn kein Argument: „Die anderen Spieler können auch was – und sind jetzt gefordert.“

Gegen Walldorf soll die sieglose Zeit endlich enden. Es gehe darum, „die Sachen, die der Trainer verlangt und die wir selbst von uns verlangen, knallhart auf den Platz zu bringen“, betonte Mart Ristl. Der Mittelfeldspieler erwartet „ein kampfbetontes Spiel“ und versprach: „Wir werden alles reinwerfen, die Grundtugenden auf den Platz bringen. Wir haben einiges gutzumachen, gerade für unsere Fans.“

Das sieht auch Torhüter David Salfeld so. „Wir haben jetzt viel Zeit zusammen als Mannschaft verbracht, uns viel mit unserer Situation beschäftigt – ich denke, wir haben jetzt alle verstanden, worum es geht“, sagte Salfeld. Er darf sich sicher sein, nach dem bitteren 0:3 in Kassel erneut das Tor zu hüten. Auch Ristl, der den FCH zuletzt als Kapitän aufs Feld führte, bekam von Wenzel eine Einsatzgarantie – andere müssen diesmal wohl mit der Bank vorlieb nehmen. „Es kann sehr gut sein, dass es personelle Konsequenzen geben wird“, sagte Wenzel.