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FC Homburg enttäuscht
Wieder mal ideenlos gegen tief stehenden Gegner

Marco Gaiser (hinten) und Christopher Theisen verzweifeln.
Marco Gaiser (hinten) und Christopher Theisen verzweifeln. FOTO: Andreas Schlichter
Homburg. Der Fußball-Regionalligist FC Homburg verpasst einen Sieg bei Eintracht Stadtallendorf. Die Offensive kommt nicht auf Touren. Von Ralph Tiné

Das 0:0 des FC Homburg bei Eintracht Stadtallendorf war am Samstag noch nicht lange abgepfiffen, als David Salfeld zur Kabine des Gegners eilte, um sich zu erkundigen, wie es Alieu Sawaneh geht. Dem Torwart des FCH war die Erleichterung anzusehen, als ihm ein Betreuer noch auf dem Flur mitteilte, dass der Innenverteidiger von Eintracht Stadtallensdorf wohl eine Gehirnerschütterung davongetragen habe, es ihm aber den Umständen entsprechend gut ginge.


„Das war eine ganz unschöne Szene“, hatte Salfeld kurz zuvor zu der erschreckenden Situation in der 29. Minute gesagt. Dabei war Sawaneh bei einem fairen Luftkampf mit Salfeld und einem eigenen Mitspieler hart zusammengeprallt. Der Gabuner verlor vorübergehend das Bewusstsein und wurde nach minutenlanger Behandlung mit dem Krankenwagen abtransportiert.

Die Sorge von Salfeld und die auf dem Feld geleistete Soforthilfe von FCH-Mannschaftsarzt Peter Junkes für den gegnerischen Spieler waren schöne Momente bei einem Spiel, das ansonsten nichts Schönes zu bieten hatte. Eintracht-Trainer Dragan Sicaja brachte es schnörkellos auf den Punkt: „Das war ein Spiel, das keinen Sieger verdient hat.“



Salfeld, der in der 53. Minute bei einem Zweikampf selbst hart am Fuß getroffen worden war und nach dem Abpfiff auf einen Betreuer gestützt vom Feld humpelte, legte den Finger in die Wunde: „Wir hatten viel zu viele völlig unnötige Ballverluste und spielten viel zu viele Fehlpässe. Dann kommt eben so ein Spiel dabei heraus.“ Auch Jürgen Luginger befand, dass die Begegnung „kein Leckerbissen“ gewesen sei. „Wir hatten zwar viel Ballbesitz, aber da war nichts Effektives dabei. Wir haben nicht kreativ genug gespielt“, sagte der Homburger Trainer.

Wie schon bei den Niederlagen gegen Hessen Dreieich (0:1) und den FSV Frankfurt (1:2) erwiesen sich die Grün-Weißen auch in Stadtallendorf gegen einen sehr tief stehenden Gegner als ideenlos. Wirkliche Gefahr ging von den Homburger Angriffsbemühungen zu keinem Zeitpunkt aus. Zum Glück für die Saarländer wusste auch Stadtallendorf, das in der ersten Hälfte noch den ein oder anderen passablen Konter initiert hatte, nach der Pause überhaupt keine Offensivakzente mehr zu setzen. Trotz des fußballerischen Trauerspiels hätte der FCH eine Woche nach dem Derby-Sieg gegen den 1. FC Saarbrücken gerne „einen dreckigen Sieg gelandet“, wie sich Tom Schmitt ausdrückte.

Der offensive Außenmann hatte in der allerletzten Szene des Spiels die mit Abstand größte Chance dazu, als er plötzlich allein vor Eintracht-Torwart Hrvoje Vincek den Ball neben den Kasten setzte. „Den muss ich einfach machen“, nahm sich Schmitt mit versteinertem Gesicht nach dem unmittelbar daran anschließenden Abpfiff selbst in die Verantwortung. Bitter: Denn mit einem Sieg hätte der FCH – dank der Patzer der Konkurrenten – ganz dicht an die Tabellenspitze heranrücken können.