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Pleitenserie in Regionalliga Südwest
FC Homburg spielt nicht mehr am Limit

Homburgs Torwart Mark Redl findet selbstkritische Worte.
Homburgs Torwart Mark Redl findet selbstkritische Worte. FOTO: Andreas Schlichter
Homburg. Fußball-Regionalligist kassiert nach seinem tollen Saisonstart bereits die dritte Niederlage in Serie. Von Ralph Tiné

Als der FC Homburg zu Saisonbeginn eine fünf Spiele andauernde Siegesserie hinlegte, wirkte alles wie aus einem Guss. Die Grün-Weißen trugen den Ball mit spielerischer Leichtigkeit nach vorne, wo Christopher Theisen (6 Tore) und Patrick Dulleck (4) nur darauf warteten, daraus Treffer zu fabrizieren. Drei Spieltage später ist von dieser Leichtigkeit nichts mehr zu sehen. Mit 1:2 hat der FCH am vergangenen Freitagabend sein Heimspiel gegen den FSV Frankfurt verloren und steht somit zum dritten Mal in Folge mit leeren Händen da.


„Die Gesamtsituation ist absolut in Ordnung. Aber wir haben unsere sehr gute Ausgangsposition leider verspielt“, räumt FCH-Trainer Jürgen Luginger ein. Dass der FCH als Aufsteiger – wenn auch mit überdurchschnittlichen finanziellen Mitteln – nach fünf Siegen und vier Niederlagen noch immer in der Spitzengruppe der Regionalliga-Tabelle rangiert, lässt nur begrenzten Raum für Kritik. Trotzdem stellt sich die Frage, warum die Grün-Weißen nach souveränen Auftritten gegen Topmannschaften wie die SV Elversberg (3:0), den FSV Mainz 05 II oder den SSV Ulm (2:0) gegen weit weniger hoch einzuschätzende Gegner wie Dreieich (0:1) und den FSV Frankfurt keine Lösungen findet.

„Wir tun uns im Moment gegen tiefstehende Gegner schwer. Wir können vorne die entscheidenden Eins-zu-eins-Situationen nicht für uns entscheiden“, beschreibt Luginger das Problem. 1620 Zuschauer im Waldstadion sahen am Freitag, wie sich die Gastgeber nach dem 1:2-Anschlusstreffer von Dulleck vier Minuten nach Beginn der zweiten Halbzeit redlich mühten, zumindest noch zum Ausgleich zu kommen. Zuvor hatte Marco Koch mit seinen Toren in der 23. und der 39. Minute die Gäste mit 2:0 in Führung geschossen. Die Zuschauer sahen aber auch, was FSV-Trainer Alexander Konrad so zusammen fasste: „In der zweiten Hälfte hat Homburg zwar viel Druck aufgebaut, aber auch nicht die Riesenchancen gehabt.“



Das sah auch Mark Redl so und zog die Parallele zu der Niederlage vor einer Woche. „Heute hat sich das Spiel in Dreieich widergespiegelt. Wir hatten uns vor allem in der zweiten Halbzeit viel vorgenommen, aber nicht das gespielt, was wir können.“ Und der FCH-Torwart fügte hinzu: „Wir müssen wieder dahin kommen, dass wir 90 Minuten Vollgas geben und nicht nur 45.“

Die Selbstkritik, über die volle Distanz nicht alles gegeben zu haben, war nach dem Spiel öfter zu hören. „Wir müssen wieder alle ans Limit gehen. Das war in der ersten Halbzeit nicht der Fall“, sagte Luginger. Mittelfeldspieler Patrick Lienhard fand in seiner Analyse ähnliche Worte wie sein Chef: „Wir müssen uns die Frage stellen, ob wir im Moment auch die letzte Konsequenz zeigen.“ Spätestens im übernächsten Spiel gegen den großen Rivalen 1. FC Saarbrücken werden die Fans genau das sehen wollen.