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Basketball-Bundesliga
FC Bayern feiert den Double-Wahnsinn

Grenzenloser Jubel bei Bayerns Basketballern: Kapitän Anton Gavel (rechts) streckt seinen Teamkollegen den Siegerpokal entgegen.
Grenzenloser Jubel bei Bayerns Basketballern: Kapitän Anton Gavel (rechts) streckt seinen Teamkollegen den Siegerpokal entgegen. FOTO: dpa / Matthias Balk
München. Die Basketballer aus München sind auch deutscher Meister. Die Finalserie gegen Alba Berlin endete 3:2.

Uli Hoeneß umarmte glückselig die Double-Helden – dann wollte der Präsident des FC Bayern den größten Erfolg seiner Basketballer lieber im Stillen genießen. Als sich der Audi-Dome in eine wilde Partyzone verwandelte und Kapitän Anton Gavel den großen Silberpokal im Konfettiregen stolz in die Höhe stemmte, war der Präsident schon verschwunden.


Der ausgelassenen Feierlaune tat dies keinen Abbruch. „Es ist schwer, mit so vielen Emotionen umzugehen. Wir haben Historisches erreicht“, sagte Sportdirektor Marko Pesic – völlig durchnässt nach einer Bierdusche. „Das ist der Wahnsinn und eine Belohnung für uns alle“, unterstrich auch Danilo Barthel, der als wertvollster Spieler der Finalserie ausgezeichnet wurde.

Vier Monate nach dem Pokalsieg triumphierten die Münchner auch beim spannenden Kampf um die deutsche Meisterschaft. Im entscheidenden fünften Spiel des Playoff-Finales der Basketball-Bundesliga gegen Alba Berlin behielten die Gastgeber die Nerven, setzten sich verdient mit 106:85 (58:39) durch und sicherten sich den vierten Titel nach 1954, 1955 und 2014.



Alba pendelte nach der vergebenen Titelchance zwischen Stolz und Enttäuschung. „In ein paar Tagen denkt man vielleicht anders darüber, aber jetzt gerade ist man einfach nur leer“, sagte Joshiko Saibou. Mit der ersten Saison unter dem spanischen Trainer Aito Garcia Reneses kann der frühere Seriensieger aber mehr als zufrieden sein.

Die Bayern präsentierten sich beim ultimativen Showdown meisterlich und sind damit auch für die prestigeträchtige Euroleague qualifiziert. Doch beim Blick in eine rosige Zukunft wollte sich Pesic nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Nach der Meisterschaft vor vier Jahren habe der FC Bayern „viele Fehler“ gemacht. „Die dürfen uns nicht wieder passieren“, meinte der Sportdirektor. Deshalb ließ er auch die Zukunft von Trainer Dejan Radonjic offen, der Ende März Sasa Djordjevic abgelöst hatte. Der wollte zumindest in der Stunde des Triumphes nichts über seine Pläne verraten.