Famoser Frodeno

Jan Frodeno hat die Ironman-EM in Frankfurt gewonnen. Der 33-Jährige setzte sich gestern bei Temperaturen von bis zu 40 Grad souverän durch und feierte im dritten Ironman-Rennen seiner Karriere den ersten Sieg.

Mit letzter Kraft quälte sich Jan Frodeno den Frankfurter Römerberg hinauf, dann feierte er seinen bislang größten Erfolg in der Welt der Eisenmänner. Dank einer Gala-Vorstellung hat der Triathlon-Olympiasieger in der Bankenmetropole nach einer höllischen Tortur die Ironman-EM gewonnen und sich ganz nebenbei die Favoritenrolle für die WM auf Hawaii gesichert.

Der 33-Jährige triumphierte bei brutalen äußeren Bedingungen nach 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen in der Frankfurter Rekordzeit von 7:49:48 Stunden vor Weltmeister und Vorjahressieger Sebastian Kienle (11:51 Minuten zurück) sowie Andreas Böcherer (14:01). Für Frodeno war es im dritten Ironman-Rennen der Karriere sein erster Erfolg. "Geil, auch wenn ich jetzt total am Ende bin", sagte er: "Ich bin so oft an einer EM vorbeigeschrammt. Es ist schön, dass ich es auf das Parkett bringen konnte."

Im Oktober ist der Athlet vom LAZ Saarbrücken beim Saisonhöhepunkt auf Hawaii somit der Mann, den es zu schlagen gilt - was angesichts seiner Leistung bei Temperaturen weit über 30 Grad gar nicht so einfach werden dürfte. Zu stark, zu konstant, zu fehlerfrei war sein Rennen an einem Sonntag, der in aller Herrgottsfrühe begonnen hatte.

Um 6.40 Uhr stürzten sich Frodeno und Co. im Langener Waldsee in das gar nicht so kühle Nass. Mehr als 24 Grad Wassertemperatur waren in den vergangenen Tagen gemessen worden - um die Körper der Athleten vor einer vorzeitigen Überhitzung zu schützen, verboten die Organisatoren das Tragen der Neopren-Anzüge.

Für gute Schwimmer bedeutete dies einen kleinen Nachteil, den sich Frodeno als Bester aber nicht anmerken ließ. Nach 46:02 Minuten stieg er als Erster aus dem Wasser, 54 Sekunden vor Böcherer. Weltmeister Kienle lag vier Minuten zurück.

Zwar spitzte sich die Lage während des zweiten Teilabschnitts auf dem Rad zunächst zu, glich aber irgendwie einem Katz-und-Maus-Spiel. Nachdem Kienle in seiner sehr aerodynamischen Sitzposition den Rückstand auf eine gute Minute reduziert hatte, schlug Frodeno zurück, baute das Polster wieder aus und nahm den abschließenden Marathonlauf mit mehr als sechs Minuten Vorsprung in Angriff - auch weil ihm Fortuna hold war.

Frodo hatte nach unzähligen Reifenpannen bei seinen bisher einzigen beiden Ironman-Rennen im Vorjahr in Frankfurt und auf Hawaii den dritten Platz belegt und daher nur gehofft, in diesem Jahr "die Karre endlich mal unfallfrei abstellen zu können". Dass sich zu Beginn des Radfahrens eine Trinkflasche aus der Halterung löste, sollte das einzige Malheur bleiben. Der abschließende Lauf entlang des Mains war für Frodeno angesichts des Polsters auf die Verfolger dann ein einziger Triumphzug.

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