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Fall Babak Rafati: Ruf nach Konsequenzen wird lauter

Köln. Die Motive noch immer nebulös, die Konsequenzen schon in aller Munde: Obwohl die Hintergründe des Selbstmordversuchs von Schiedsrichter Babak Rafati weiter im Dunkeln liegen und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nicht spekulieren will, hat bereits die Diskussion über die Lehren aus den Geschehnissen begonnen

Köln. Die Motive noch immer nebulös, die Konsequenzen schon in aller Munde: Obwohl die Hintergründe des Selbstmordversuchs von Schiedsrichter Babak Rafati weiter im Dunkeln liegen und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nicht spekulieren will, hat bereits die Diskussion über die Lehren aus den Geschehnissen begonnen. Nach Ansicht von Schiedsrichter-Ombudsmann Rainer Domberg könnte diese Diskussion richtungweisend sein. "Die Schiedsrichter brauchen eine andere Anerkennungskultur. In 95 Prozent der Spiele, die sie leiten, ist ihre Leistung fehlerfrei", sagte Domberg. Dem früheren Fifa-Schiedsrichter Bernd Heynemann schweben bereits konkrete Maßnahmen vor. Er bringt eine größerer Unabhängigkeit der Schiedsrichter vom DFB ins Spiel. "So, wie die 1. und 2. Bundesliga zur DFL wurde, so sollte man überlegen, auch einen Spitzenschiedsrichterpool zu schaffen, um bestimmten Sachen imagemäßig anders zu begegnen", sagte Heynemann.


Ermittlungen abgeschlossen

Schiedsrichter-Chef Herbert Fandel hält nichts von voreiligen Konsequenzen und dementierte Berichte, wonach seitens des DFB eine psychologische Betreuung der Unparteiischen angedacht sei: "Das sind alles Spekulationen. Grundsätzlich bin ich dafür, Lehren aus solchen Geschehnissen zu ziehen, um die Dinge positiv weiterzuentwickeln. Aber das werde ich nicht jetzt in der Öffentlichkeit machen."



Die Polizei wird keine offizielle Stellungnahme zu den Motiven Rafatis abgeben. "Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes kommunizieren wir bei Vorgängen im Zusammenhang mit Selbsttötungsabsichten nichts", sagte Polizeisprecher Wolfgang Baldes. Die Ermittlungen sind abgeschlossen. "Es liegen keine Anzeichen für Fremdverschulden vor", sagte Baldes. sid