Ex-FCS-Spieler Hahn fiebert Pokal-Knaller besonders entgegen

Fußball-Saarlandpokal : Ein ganz besonderes Spiel für den Derby-Experten Hahn

FCS-Trainer Dirk Lottner setzte nicht mehr auf den Innenverteidiger, in Homburg fühlt sich der 25-Jährige dagegen pudelwohl und ist Leistungsträger.

Wenn der FC Homburg an diesem Samstag um 14.15 Uhr im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion zum Achtelfinale des Fußball-Saarlandpokals beim 1. FC Saarbrücken antritt, gehört Alexander Hahn schon fast zum Inventar. Keiner bringt soviel Derby-Erfahrung auf den Platz wie der frühere Saarbrücker und heutige Homburger Innenverteidiger. Fünf Mal stand Hahn zwischen 2014 und 2017 für seinen Ex-Verein gegen seinen heutigen Arbeitgeber auf dem Platz. Seit er im Sommer 2017 aus der Landeshauptstadt in die Saarpfalz gewechselt ist, hat „Ali“, wie er damals wie heute gerufen wird, zwei Derbys im Trikot der Homburger absolviert.

Trotz der großen Routine ist die Faszination für das traditionsreichste aller Saarderbys bei dem 25-Jährigen nach wie vor ungebrochen. „Das Derby gegen den FCS bleibt immer das Derby gegen den FCS. Egal in welcher Pokalrunde oder zu welchem Zeitpunkt in der Liga. Wir haben alle Bock darauf. Das ist einfach geil“, sagt der Homburger.

Für den Ex-Saarbrücker hat das Spiel noch eine zusätzliche persönliche Note. Beim FCS war Hahn zwei Jahre lang Stammspieler. Erst als im Sommer 2016 Dirk Lottner als Saarbrücker Trainer auf Taifour Diane folgte, wurden die Einsätze des Innenverteidigers immer seltener, bis er schließlich gar nicht mehr im Kader auftauchte. So musste der damalige Noch-Saarbrücker sein sechstes und letztes Duell in der Regionalliga gegen den FCH im Mai 2017 (2:0 für den FCS) von der Tribüne aus ansehen. Für Hahn war es eine enttäuschende Erfahrung, über die er heute allerdings nicht mehr allzu viele Worte machen möchte.

„Wenn ich sagen würde, dass es ein Spiel wie jedes andere für mich ist, wäre es gelogen. Ich war drei Jahre lang beim FCS und hatte dort schöne und nicht so schöne Zeiten. Aber heute bin ich sehr froh, in Homburg zu sein. Ich fühle mich hier sehr wohl“, bleibt Hahn bei dem Thema zurückhaltend. Dass der unschöne Abgang aus Saarbrücken dennoch ein paar emotionale Baustellen hinterlassen hat, ist nur im Nachsatz wahrnehmbar: „Wir wollen unbedingt weiterkommen – egal ob nach 90 oder 120 Minuten oder im Elfmeterschießen. Natürlich würde ich mich freuen, wenn wir gewinnen und die ausscheiden würden.“

Die Chancen für den FCH, nach dem 2:1-Heimsieg in der Regionalliga Südwest sich auch auf fremdem Platz im Pokal gegen den ungeliebten Nachbarn durchsetzen zu können, scheinen nach dem letzten Hinrunden-Spieltag in der Liga gar nicht schlecht zu stehen. Nach wochenlanger Formsuche mit sehr durchwachsenen Ergebnissen ist der FCH gegen Kickers Offenbach schließlich fündig geworden. Während der FCS beim Abstiegskandidaten Hessen Dreieich nicht über ein enttäuschendes 1:1 hinauskam, präsentierten sich die Grün-Weißen beim 2:1-Heimsieg gegen den OFC im Stile einer Spitzenmannschaft und knüpften an die hervorragenden Leistungen in der ersten Saisonphase an.

Aufsteiger Homburg liegt in der Regionalliga auf Tabellenrang fünf nur zwei Punkte und einen Platz hinter dem Aufstiegsanwärter FCS – viel enger geht es nicht. „Das wird wieder ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem es auf spielerische Nuancen, Tagesform und Glück ankommen wird“, prophezeit Hahn für Samstag und fügt entschlossen hinzu: „Wir können sie an einem guten Tag auf jeden Fall schlagen.“ Dass der größere Druck auf dem FCS liegen dürfte, da dieser sich bei seinen Fans – zumal auf eigenem Platz – keine zweite Derby-Niederlage in dieser Saison mehr leisten darf, lässt Hahn unkommentiert im Raum stehen. Sein Grinsen dabei sagt aber mehr als alle Worte.