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"Europa sucht den Fußball-Star": Messi gewinnt Duell mit Ronaldo

Rom. In den ersten zehn Minuten brannte er ein Feuerwerk ab, am Ende der Partie schlich er davon. Für Cristiano Ronaldo gab's nach dem 0:2 (0:1) am Mittwochabend gegen den FC Barcelona im Champions-League-Finale in Rom keinen Grund zur Freude. Neben der Pleite mit Manchester United musste der Weltfußballer 2008 den Sieg Lionel Messis im Duell der Superstars verkraften

Rom. In den ersten zehn Minuten brannte er ein Feuerwerk ab, am Ende der Partie schlich er davon. Für Cristiano Ronaldo gab's nach dem 0:2 (0:1) am Mittwochabend gegen den FC Barcelona im Champions-League-Finale in Rom keinen Grund zur Freude. Neben der Pleite mit Manchester United musste der Weltfußballer 2008 den Sieg Lionel Messis im Duell der Superstars verkraften.


Lächelnd sagte Barcelonas Trainer Josep Guardiola nach dem Spiel: "Wir mussten nicht gewinnen, um zu wissen, dass Messi der Beste ist." Als sich der Zauberer aus Argentinien zu einem mustergültigen Kopfball zum 2:0 (70. Minute) hoch schraubte, hatte er seinen portugiesischen Widersacher Ronaldo endgültig überflügelt und den von Medien ausgerufenen Wettbewerb "Europa sucht den Fußball-Star" für sich entschieden.

Anders als beim 2:1-Sieg Barcelonas im Finale 2006 in Paris gegen den FC Arsenal war er diesmal nicht Zuschauer, sondern Hauptdarsteller. Strahlend genoss er Messi-Sprechchöre der 30 000 Barça-Fans: "Das ist der wichtigste Sieg meines Lebens." An der Seite der grandiosen Mittelfeldspieler Andres Iniesta und Xavi glänzte er als Taktgeber. Zudem lief er dem zwischenzeitlich untergetauchten, nur durch Fouls auffallenden Ronaldo als Schütze den Rang ab. Mit neun Treffern avancierte der 21-Jährige zum jüngsten Torschützenkönig in der Geschichte der Champions League. Ronaldo, 24, musste sich mit vier Toren begnügen.

Mit einem von Torhüter Victor Valdez mit Mühe gehaltenen Freistoß nach 87 Sekunden hatte Ronaldo das Duell mit Messi eröffnet. Kurz darauf versuchte sich der Portugiese zwei Mal mit Schüssen, die das Tor knapp verfehlten. Doch damit war die Ein-Mann-Show beendet. Missmutig reagierte er nach der Partie auf Vergleiche mit Messi: "Es war ein Duell Manchester gegen Barcelona, nicht das Duell von irgendjemand Speziellem." Trotzig fügte er an: "Ich bin mir sicher, dass ich noch weitere Endspiele bestreiten werde." In welchem Trikot er das Ziel in Angriff nehmen will, ließ er offen. Kaum war die Partie zu Ende, kehrten Spekulationen über einen Wechsel zu Real Madrid zurück. Die Antwort auf die Frage, ob er in der kommenden Saison in Manchester spielen wird, blieb Ronaldo schuldig: "Ich weiß es nicht." dpa



Auf einen Blick

Bei den Feiern zum Champions-League-Sieg ist es in Barcelona in der Nacht zu gestern zu Ausschreitungen gekommen. Etwa 100 000 Fans waren auf den Straßen unterwegs. Die Polizei nahm mehr als 20 Randalierer fest. Eine Fan-Gruppe hatte auf der Flaniermeile Las Ramblas und dem Platz Plaza de Catalunya Polizisten und Reporter mit Dosen und Flaschen beworfen. dpa