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Es wird ernst für den BCB

Es wird ernst für den BCB

Saarbrücken. Es genügt ein flüchtiger Blick auf die Tabelle der Badminton-Bundesliga, und schon lässt sich erkennen: Die Saison 2012/2013 ist eine der spannendsten der vergangenen zehn, 15 Jahre. War es zuletzt so, dass es drei übliche Verdächtige gab, die die Playoffplätze unter sich ausmachten, so ist es in diesem Jahr anders. Der 1

Saarbrücken. Es genügt ein flüchtiger Blick auf die Tabelle der Badminton-Bundesliga, und schon lässt sich erkennen: Die Saison 2012/2013 ist eine der spannendsten der vergangenen zehn, 15 Jahre. War es zuletzt so, dass es drei übliche Verdächtige gab, die die Playoffplätze unter sich ausmachten, so ist es in diesem Jahr anders.

Der 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim, Titelträger der Jahre 2006 bis 2010 und zur Zeit Vierter, der Titelverteidiger und Tabellenführer EBT Berlin sowie der BC Beuel als Fünfter mischen zwar erneut vorne mit. Aber die Konkurrenz hat zugelegt. Vereine wie Union Lüdinghausen oder nach drei Jahrzehnten der Durststrecke der wiedererstarkte 13-malige deutsche Meister 1. BV Mülheim ärgern die drei Großen nicht nur - sie besiegen sie sogar. Das führt dazu, dass es um die ersten drei Plätze, die zum Einzug in die Playoffs berechtigen, diesmal ein riesiges Gerangel gibt. Die ersten Vier trennen nur zwei Punkte. Und auch wenn an diesem Sonntag erst der zwölfte von 18 Spieltagen ist - "jetzt wird es richtig ernst", sagt Bischmisheims Team-Manager Thomas Tesche. Der Ex-Nationalspieler weiß um die Bedeutung des Heimspiels um 14 Uhr gegen Berlin in der Saarbrücker Joachim-Deckarm-Halle. Viele Minuspunkte darf sich der BCB nicht mehr erlauben, er hat schon sechs. "Damit sind wir eigentlich ganz gut durchgekommen", zeigt Tesche trotzdem einen Anflug von Zufriedenheit und spielt auf die Tatsache an, dass Bischmisheim fast die komplette Hinrunde auf Olga Konon verzichten musste. Die Nationalspielerin gehört, wenn sie fit ist, zu den sicheren Punktelieferanten, musste aber wegen einer schweren Knieverletzung lange pausieren.

Mittlerweile ist Konon auf das Feld zurückgekehrt - und könnte in der Neuauflage des letztjährigen Endspiels zu einer spielentscheidenden Figur werden. Fraglich ist aber, ob es zum Duell Konons mit der großen deutschen Dame des Badminton-Sports, Juliane Schenk, kommt. Die gerade 30 Jahre alt gewordene Sportsoldatin befindet sich in der Form ihres Lebens, wird in der Weltrangliste auf Platz vier notiert und qualifizierte sich sogar für das Superseries-Finale in Shenzen (China). Dort schied Schenk zwar nach einem Sieg und zwei Niederlagen in der Gruppenphase am Freitag aus. Ob die Vize-Europameisterin den Weg von Shenzen nach Saarbrücken aber rechtzeitig schafft und für Berlin spielen kann, stand bei Redaktionsschluss nicht fest.

"Juliane Schenk zu sehen, ist für jeden Freund des Badmintons eine Freude, und die Duelle mit Olga versprechen immer großen Sport", sagt Bischmisheims Doppel- und Mixed-Spezialist Johannes Schöttler, "für die Zuschauer wäre es deshalb schön, wenn Juliane käme". Für den BCB natürlich eher nicht.

Aber egal, ob Schenk nun da ist oder nicht - der Weg in die Joachim-Deckarmhalle lohnt sich alleine schon wegen des Blicks auf die Tabelle. "Noch haben wir die Qualifikation für die Playoffs selbst in der Hand", sagt Schöttler, "irgendwann muss uns aber der Sprung unter die Top drei gelingen. Je früher, desto besser". Am besten schon an diesem Sonntag.