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Aufstiegsreform des DFB
„Es wird bei jedem Modell zum Aufstieg Kritiker geben“

FCS-Sportdirektor Marcus Mann hofft morgen auf einen Kompromiss.
FCS-Sportdirektor Marcus Mann hofft morgen auf einen Kompromiss. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Marcus Mann ist der Sportdirektor des Tabellenführers der Fußball-Regionalliga Südwest, des 1. FC Saarbrücken. Patric Cordier

Wie bewerten Sie die aktuelle Aufstiegsregelung in der Regionalliga?


MARCUS MANN Die jetzige Aufstiegsregelung ist einfach nicht gut – darüber sind sich alle einig. Es kann nicht sein, dass eine ganze Saison am Ende von zwei Spielen abhängt. Der Südwesten hat ja bislang nur das Glück des zweiten Startplatzes für die Relegation. Der war aus saarländischer Sicht in der Vergangenheit ja nicht unwichtig. Sowohl der 1. FC Saarbrücken als auch Elversberg haben davon profitiert. Der fällt aber bei allen neuen Modellen weg.

 Welches der vorgeschlagenen Aufstiegs-Modelle befürworten Sie – und warum?

MANN Es gibt bei jedem Modell Kritiker, und es wird bei jedem Modell Leute geben, die sich benachteiligt fühlen. Es ist wie bei den Koalitionsverhandlungen: Jeder muss Kompromisse eingehen. Die Drittligisten müssen vielleicht einen vierten Absteiger hinnehmen, die Regionalliga Nordost eventuell eine Teilung der Spielklasse oder der Südwesten den Verlust des zweiten Startplatzes. Ich bevorzuge den Plan, dass die vier Meister aus vier Regionalligen direkt aufsteigen. Zumal sich am Zuschnitt der Regionalliga Südwest auch nichts ändern würde.

 Wie sehen Sie die Außendarstellung des DFB in den aktuellen Fragen, insbesondere der Reform des Drittliga-Aufstiegs und des China-Gastspiels?



MANN Beide Themen sind sehr heikel und mit ganz unterschiedlichen Meinungen besetzt. Es ist aber einfach ungünstig, wenn Verbandsvertreter mit unterschiedlichen Meinungen an die Öffentlichkeit gehen und sich nicht abstimmen. Genauso merkwürdig ist es, wenn die betroffenen Vereine über Entscheidungen erst aus der Presse erfahren – wie jetzt im Fall der chinesischen U20. Rein sportlich sind die 19 oder 20 Jahre alten Jungs aus China doch die größten Verlierer dieser Geschichte. Ich glaube nicht, dass die Spiele im neuen Jahr stattfinden werden. Das Thema wurde von Anfang an falsch angegangen.

Die Fragen stellte SZ-Mitarbeiter Patric Cordier