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Es rumort bei den Saarlouis Royals

Es rumort bei den Saarlouis Royals

Mit einem Sieg heute beim Herner TC können die Basketball-Spielerinnen der Saarlouis Royals ins Finale um die deutsche Meisterschaft einziehen. Dennoch hat Trainer Saulius Vadopalas wohl keine Zukunft in Saarlouis.

Das Finale ist greifbar nah, doch von Euphorie ist bei den Saarlouis Royals in diesen Tagen wenig zu spüren. Nach dem 62:59-Sieg zum Auftakt der Halbfinal-Serie gegen den Herner TC fehlt der Mannschaft von Trainer Saulius Vadopalas noch ein Sieg, um wie in der vergangenen Saison um den Titel im deutschen Frauen-Basketball spielen zu dürfen. Heute um 19 Uhr steht das Rückspiel in Herne an. Im Falle eines Sieges der Gastgeberinnen kommt es am Sonntag um 15 Uhr in der Stadtgartenhalle zu einem Entscheidungsspiel.

Alle Verträge laufen aus

Selbst wenn der Finaleinzug misslingen und die Royals, die in der regulären Saison nur drei Partien verloren haben, letztlich um Platz drei spielen sollten, könnte die Saison aus sportlicher Sicht als Erfolg gewertet werden - insbesondere nach dem Umbruch vor der Spielzeit, als Trainer René Spandauw, der Inbegriff des Frauen-Basketballs in Saarlouis und im Saarland, den Verein nach elf Jahren verlassen hat.

Doch es scheint, als würden die Verantwortlichen der Royals die Entwicklung in diesem Jahr anders beurteilen - vor allem die Arbeit von Vadopalas. Wie die Saarbrücker Zeitung erfuhr, soll der Verein seinem Trainer mitgeteilt haben, dass sein Einjahresvertrag nicht verlängert wird. Die Royals wollten dies gestern "noch nicht" (Sprecher Mike Caspers) bestätigen. Der 61-Jährige steht voraussichtlich vor seinen letzten Partien als Royals-Trainer. Dass der eher introvertierte Litauer mit Strahle- und Lebemann Spandauw nicht vergleichbar ist, war den Saarlouis Royals von Beginn an klar. Auch, dass Vadopalas kein Englisch spricht und Spielerinnen daher als Übersetzerinnen für die US-Amerikanerinnen im Kader herhalten müssen. Der Erfolg bisher überdeckt auch die ein oder andere Unzufriedenheit im Kader, weil Vadopalas den Ergänzungsspielerinnen insgesamt wenig Spielzeit einräumt.

Vadopalas wollte sich auf Anfrage der SZ nicht zu seiner Zukunft oder den Planungen für die neue Runde äußern. Er verweist auf die anstehenden Spiele und sein Ziel, "mit der Mannschaft eine Medaille gewinnen" zu wollen. Einer Mannschaft, die auseinander brechen wird. Alle Verträge laufen aus. Und einige Spielerinnen haben sich bereits anders orientiert. So wird Topspielerin Stina Barnert zum aufstrebenden Ligakonkurrenten Rutronik Stars Keltern wechseln. Was rund um Pforzheim schon ein offenes Geheimnis ist, bestätigte Royals-Sprecher Caspers gestern Abend auf SZ-Anfrage. Keltern soll auch an der zweiten Saarlouiser Anführerin, der Lettin Sabine Niedola, großes Interesse haben.

Fontaine als Faktor

Barnert wollte sich zur neuen Saison auf Anfrage der SZ nicht äußern. Sie sagte lediglich, sie wolle noch "zwei, drei Jahre" spielen: "Ich höre auf meinen Körper und mache das auch nur so lange es Spaß macht." Ein Faktor bei ihrer Entscheidung dürfte ihr Freund Daniel Fontaine gewesen sein. Der Handball-Profi aus Saarlouis spielt beim Bundesligisten Frisch Auf Göppingen. Saarlouis und Göppingen liegen 275 Kilometer auseinander, Keltern und Göppingen 100. Fontaine war auch der Grund, warum Barnert aus der Nationalmannschaft zurücktrat. "Uns bleibt im Jahr eben nur die Sommerpause", sagte Barnert, die sich einen erfolgreichen Abschluss der Saison wünscht. Bevor nun erneut ein großer Umbruch ansteht.