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„Es geht wieder bei Null los“

„Es geht wieder bei Null los“

Die Basketball-Spielerinnen der Saarlouis Royals haben eine starke Hauptrunde mit nur drei Niederlagen hingelegt. In der Endrunde, die am Ostersonntag startet, wollen sie diese Leistungen nun bestätigen.

Um 18.30 Uhr ertönt am Dienstag ein Pfiff in der Kreissporthalle. Saulius Vadopalas, Trainer der Saarlouis Royals , ruft seine Basketballerinnen zusammen und stimmt sie auf die finale Trainingswoche vor dem Endrunden-Auftakt ein. Am Ostersonntag um 17 Uhr geht es in der heimischen Stadtgartenhalle gegen die Hurricanes Rotenburg um den ersten Sieg im Viertelfinale der deutschen Meisterschaft. Zwei werden benötigt, um in die nächste Runde zu kommen.

Nur drei Liga-Niederlagen

Als Zweiter der Hauptrunde sind die Royals gegen den Siebten klar favorisiert, doch Vadopalas warnt: "Es ist ein guter und gefährlicher Gegner. Wir müssen uns gut auf die Spiele vorbereiten." Er weiß, wovon er spricht. Erst vor drei Wochen waren die Hurricanes in Saarlouis zu Gast und hatten die Royals, die in der Hauptrunde nur drei Spiele verloren haben, beim 75:81 zumindest am Rande einer Niederlage.

"Mit der Hauptrunde bin ich sehr zufrieden, aber jetzt geht es wieder bei Null los. In der Endrunde kann alles passieren, da muss man um jeden Ball und jeden Meter kämpfen", sagt der Litauer, der seine erste Saison in Saarlouis absolviert und sich sichtlich wohlfühlt: "Es ist eine sehr schöne, ruhige, kleine Stadt. Die Nähe zu Frankreich und der Stadtgarten sind sehr interessant." So interessant, dass er es sich auch vorstellen könne, länger hier zu arbeiten. Doch Verhandlungen zu einer Vertragsverlängerung gibt es noch nicht. Erst gilt: volle Konzentration auf die Endrunde. Manager Sascha Schmidt ergänzt: "Auch alle Spielerinnen haben nur einen Einjahresvertrag. Das haben wir wegen des Neuanfangs zu Beginn der Saison bewusst so gemacht. Die Kaderplanungen für die kommende Runde werden erst nach der Endrunde konkreter."

Besagter Neuanfang mit neuem Trainer und vier Neuzugängen hat hervorragend funktioniert. Besonders Sabine Niedola, die in der Hauptrunde die zweitmeisten Punkte der gesamten Liga erzielt hat, und Angela Tisdale, von Vadopalas liebevoll "Motor des Teams" genannt, haben voll eingeschlagen. "Die gesamte Mannschaft hat einen richtig guten Job gemacht. Aber Sabine, Angela und unser Kapitän Stina Barnert haben herausgeragt", erklärt der 61-Jährige. Für ihn sei Barnert "die stärkste Spielerin der Liga. Sie ist sehr clever mit guter physischer Vorbereitung. Gerade ihre Abwehrarbeit ist richtig gut".

Begeistert vom Teamgeist

 Trainer Saulius Vadopalas bereitet die Mannschaft akribisch auf den nächsten Gegner vor.
Trainer Saulius Vadopalas bereitet die Mannschaft akribisch auf den nächsten Gegner vor.

Begeistert ist Vadopalas auch von den treuen Zuschauern der Royals, die die Mannschaft auch bei Auswärtsspielen unterstützen. "Ich habe die Fans kennengelernt. Es ist eine sehr lustige Truppe. Sie werden in der Endrunde sehr wichtig für uns", sagt er. Nicht nur beim Spiel am Sonntag, sondern auch am 1. April in Rotenburg (19.30 Uhr) und bei einem eventuell notwendigen dritten Spiel am 3. April in der Stadtgartenhalle (15 Uhr).

Dann wird Vadopalas nicht wie im Training in Polo-Hemd und Jogginghose in der Halle stehen, sondern mit seinem blauen Anzug, den er bei Spielen immer anhat. "Ich bin ein bisschen abergläubisch, aber es ist auch ein Zeichen an die Mannschaft, dass es um etwas geht, wenn ich ihn trage", sagt er mit einem Lächeln. Außerdem sei es bei seinen vorherigen Trainerstationen in Russland oder Litauen Pflicht gewesen, an der Seitenlinie einen Anzug zu tragen. Als die größte Stärke seiner Royals sieht der Litauer den Mannschaftsgeist: "Damit haben sie mich manchmal überrascht".

Auf diesen Zusammenhalt wird es auch am Sonntag ankommen, wenn die heiße Phase der Saison losgeht. Der Verein hofft auf bis zu 800 Zuschauer und einen würdigen Rahmen für den Kampf um den Titel.