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„Es geht hier um Ergebnisse“

Saarbrücken. Das Spiel kommt live im TV, eine gute Kulisse wird im Stadion erwartet, ein namhafter Gegner reist an – der 1. FC Saarbrücken, erfolgreichste Mannschaft in der Rückrunde, will heute im Heimspiel gegen Waldhof Mannheim den fünften Sieg in Serie holen. Patric Cordier

In der Tabelle der Regionalliga steht der 1. FC Saarbrücken wie selbst erhofft auf einem Relegationsplatz. Doch spielerisch ist nicht alles so rosig. Nach der Winterpause gab es nur eine Niederlage (0:1 bei der SV Elversberg ). Aber die Auftritte in den Spielen gegen den SVN Zweibrücken, den FC Nöttingen und die TuS Koblenz (jeweils 1:0) waren wenig begeisternd. Auch beim 4:0 gegen den KSV Baunatal war von der vorwinterlichen Leichtigkeit der Spiele gegen den FC Walldorf (1:0) oder den SC Freiburg II (2:1) wenig zu sehen.

"Es geht hier um Ergebnisse. Wir können uns nicht tot spielen", will FCS-Trainer Fuat Kilic die Diskussion um lange Bälle beenden: "Man muss sehen, wann macht es Sinn, Fußball zu spielen. Da spielen natürlich auch die Platzverhältnisse eine große Rolle." Mit Waldhof Mannheim kommt heute ein Gegner ins Ludwigsparkstadion (20.15 Uhr/Sport 1), "der auswärts seine Schwächen hat", sagt Kilic, "aber besser ist, als es die Tabelle aussagt".

Neben dem Platz bleibt es beim FCS unruhig. Präsident Hartmut Ostermann schwor in seiner "persönlichen Erklärung" Fans, Mannschaft, Präsidium und Aufsichtsrat auf das gemeinsame Ziel "Aufstieg" ein. Gleichzeitig haben seine Pläne für eine außerordentliche Mitgliederversammlung mit Neuwahl der Gremien und der möglichen Ausgliederung der Profiabteilung weitere Diskussionen angeheizt. Wie kann es weitergehen, wenn Ostermanns Victor's-Gruppe als Hauptsponsor deutlich weniger zahlt als bisher? "Das Engagement des Hauptsponsors richtet sich immer danach, welche Gegenleistung er bekommt", sagte Ostermann am Freitag. Nach SZ-Informationen gibt das Unternehmen etwa 2,5 Millionen Euro für die Regionalliga-Mannschaft, weitere 600 000 Euro für die Amateur- und Jugendabteilung sowie 200 000 Euro für die Frauensparte. Hinzu kommen noch 200 000 Euro für Geschäftsstelle und Verwaltung. Zum Vergleich: Der aus dem Aufsichtsrat zurückgetretene Daniel Hager soll mit seiner Hager-Gruppe etwa 250 000 Euro zur Verfügung gestellt haben. Schwer vorstellbar, dass Sponsoren wie Hager, "proWin" (engagiert sich bei den FCS-Frauen) oder der häufig genannte Dieter Marquardt (Kunststoffwerk) die Lücke füllen wollen, die Victor's hinterlassen würde.

Kommt die Ausgliederung, und der Hauptsponsor bleibt im bisherigen Umfang engagiert, stellen sich Fragen nach dem Personal der ausgegliederten Abteilung. Geschäftsführer für den sportlichen und für den wirtschaftlichen Bereich müssten her. Reflexartig fallen die Namen Christian Hock und Milan Sasic für den Sport. Hock ist Leiter des Nachwuchsleistungszentrums beim Drittligisten SV Wehen. "Milan Sasic hat großen Anteil an der Zusammenstellung der aktuellen Mannschaft", hatte Ostermann vergangene Woche erklärt.

Aber der FCS hat wohl auch über den Tellerrand hinaus geblickt. Im vergangenen Sommer soll es Gespräche mit Stephan Beutel (Manager beim Chemnitzer FC) und Steffen Menze (ehemals Dynamo Dresden ) gegeben haben. "Der FCS ist auch bundesweit sicher in der Lage, qualifizierte Personen anzulocken", sagte Ostermann.

Saarbrücken muss auf Torwart David Hohs verzichten. Er erlitt im Spiel in Koblenz ein Schädeltrauma und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Für ihn rückt David Salfeld ins Tor.