Es droht neuer Ärger zwischen LSVS und Politik

Saarsport-Kolumne : Es knirscht zwischen Sport und Politik

Finanziell hat der LSVS in den vergangenen Wochen wichtige Schritte nach vorne gemacht. Bei den künftigen Strukturen wird der Verband aber offenbar von der Politik ausgebremst.

Drei Wochen ist es nun her, dass der Landessportverband für das Saarland (LSVS) seinen großen Befreiungsschlag landen konnte – zumindest was seine finanzielle Situation angeht. Das Führungs-Triumvirat aus LSVS-Präsident Adrian Zöhler und den Vizepräsidenten Gottfried Hares und Bodo Wilhelmi konnte einen Kredit bei der SaarLB über 13,9 Millionen Euro an Land ziehen. Frisches Geld, das dringend benötigt wird, um Verbindlichkeiten abzubauen und zugleich die sich im Sanierungsstau befindliche Hermann-Neuberger-Sportschule zumindest teilweise auf Vordermann zu bringen.

Seitdem ist nach außen hin Ruhe eingekehrt. Intern wird fieberhaft gearbeitet. Wie soll die neue Struktur des LSVS aussehen? Welche Satzung will sich der LSVS geben? Fragen, mit denen sich Struktur- und Satzungskommission beim LSVS beschäftigen. Wenn an diesem Mittwochabend der Gesamtvorstand des LSVS an der Sportschule zusammenkommt, erhoffen sich viele Funktionäre Antworten. Aber: Die Hoffnung, vielleicht sogar den Entwurf einer möglichen neuen Satzung zu Gesicht zu bekommen, dürfte enttäuscht werden. Dem Vernehmen nach sollen Strukturen und Satzung, so wie sie bisher aus der Mitte des LSVS erarbeitet wurden, bei der saarländischen Politik nicht auf Gegenliebe gestoßen sein.

Umgekehrt gilt das Gleiche: Die Große Koalition aus CDU und SPD hatte Mitte April angekündigt, noch vor der Sommerpause eine Novelle des LSVS-Gesetzes einzubringen. Die Inhalte der Novelle und die vom LSVS entworfene Satzung mitsamt Strukturen unterscheiden sich offenbar so grundlegend in wichtigen Punkten, dass eine Einigung kaum möglich scheint. Mancher spricht davon, dass die Politik nun endgültig die Macht beim LSVS übernehmen will – zum Beispiel mit der Besetzung der beiden Geschäftsführer, die künftig den LSVS leiten sollen.

Öffentlich wagt sich zum Zwist niemand aus der Deckung. Aus Sicht des LSVS nachvollziehbar, aus Sicht der Politik alles andere als gelungen. Dazu passt, dass eine Anfrage des Saarländischen Leichtathletik-Bundes (SLB) vom 23. April an das Innenministerium, das die Rechtsaufsicht über den LSVS hat, bis Dienstag nicht beantwortet war. In der Anfrage hatte der SLB die Rechtsaufsicht darum gebeten zu prüfen, ob die vom LSVS angekündigte Auslagerung der Buchhaltung für die Fachverbände nicht rechtswidrig sei. Die Ruhe – sie ist trügerisch.

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