Erstes Training: 1. FC Saarbrücken startet am Montag in die Vorbereitung

1. FC Saarbrücken : Startschuss für den vierten Anlauf zur 3. Liga

Fußball-Regionalligist 1. FC Saarbrücken startet am Montag in die Saisonvorbereitung. Samstag wird der Gegner im DFB-Pokal ausgelost.

Montags fängt in der Regel die neue Arbeitswoche an. Nach einem nur gut dreiwöchigen Sommerurlaub gilt das auch beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken. An diesem Montag um 15 Uhr beginnt für die Mannschaft die Vorbereitung auf die kommende Saison. Für Trainer Dirk Lottner und Sportdirektor Marcus Mann startet damit der vierte Anlauf Richtung 3. Liga. Lottners Vertrag läuft nächsten Sommer aus, Mann ist noch bis 2022 an den FCS gebunden – die Spielzeit 2019/2020 wird für beide eine Nagelprobe.

„Das ist Ziel heißt weiter Aufstieg. Aber ich spüre keinen zusätzlichen Druck. Bei dem, den ich mir schon die ganze Zeit selbst mache, gibt es ohnehin kaum Steigerungspotenzial“, sagt Mann und nennt Punkte, die in der neuen Spielzeit besser werden müssen: „Wir haben bei der Kaderzusammenstellung mehr Wert auf defensive Stabilität gelegt. Es muss auch mal ein 1:0 reichen. Ein weiterer Punkt war der schlechte Saisonstart. Diesmal müssen wir noch genauer und konzentrierter auf den ersten Spieltag hinarbeiten.“

Bis Trainingsstart soll sich am Kader nichts ändern. Die größte Frage bleibt, ob Sorgenkind Gillian Jurcher pünktlich da sein wird. Der Stürmer versucht seit Wochen, seinen Abgang zu provozieren. „Er hat einen laufenden Vertrag hier. Es gab eine einzige lose Anfrage, aber kein konkretes, mit Zahlen untermauertes Angebot“, sagt Mann: „Wir müssen hier keine Entscheidung erzwingen. Mit der Verpflichtung von Timm Golley haben wir uns ein Stück weit davon gelöst. Es sollte aber auch nicht so verstanden werden, als wollten wir Gillian abgeben.“

Der charakterlich einwandfreie Marcel Carl soll bleiben. „Als Stürmer kann eine solche Saison vorkommen, wir wissen, wie sehr er in Walldorf aufgetrumpft hat“, sagt Mann. Anders sieht es bei Fatih Köksal aus: „Wir wollen, dass Spieler ihre Verträge erfüllen, also stehen wir als Verein grundsätzlich dazu. Fatih haben wir gesagt, dass wir ihn freigeben, wenn er sich verändern will.“

Das gilt so auch für Torwart Patrik Herbrand. „Er sollte in Völklingen Spielpraxis bekommen und dann als Nummer zwei zurückkommen. Jetzt liegt es an ihm, ob er die Rolle als Nummer drei annehmen will“, sagt der Sportdirektor, der mit der Verpflichtung von Ramon Castellucci (Stuttgarter Kickers) den Konkurrenzkampf im Tor angefacht hat: „Ramon ist nicht gekommen, um sich als Nummer zwei hinter Daniel Batz zufrieden zu geben.“

Wer neben Urgestein Heinz Böhmann, der am Freitag 57 Jahre alt wurde, neuer Torwarttrainer wird, ist noch offen. „Der Weggang von Frank Kackert nach Mönchengladbach schmerzt uns“, sagt Mann, „weil wir hier keine Vollzeitstelle vergeben können, muss das mit dem Arbeitgeber der Kandidaten vorher geklärt sein. Daran arbeiten wir.“

Alle bislang sieben neuen Spieler haben Startelf-Potenzial. Dabei ist es letztlich egal, ob im 4-4-2 oder wahrscheinlicher im 3-5-2-System gespielt wird. Mann: „Kein Spieler fällt bei einem Systemwechsel auch ganz raus. Auch auf diesen Aspekt haben wir geachtet.“ Wie auf die Körpergröße. Christopher Schorsch und Boné Uaferro haben mit über 1,90 Metern Gardemaß. „Das ist wichtig zum Verteidigen der Defensiv-Standards und um vorne auch mal ein einfaches Tor zu machen“, weiß der Sportdirektor.

Innenverteidiger Schorsch kommt darüber hinaus eine besondere Aufgabe zu. „Er ist ein Spieler, der auch mal unangenehme Dinge erkennt und offen anspricht“, sagt Mann: „Ich hoffe, dass sich um ihn herum eine Gruppe bildet, die die Mannschaft führt. An Erfahrung hat es uns ja auch in der letzten Saison sicher nicht gemangelt.“ Vielleicht wurde aber zu wenig Tacheles geredet. „Wenn wir Führungsspieler fordern, dürfen wir keine Schwiegersöhne erwarten“, betont der Sportchef im Hinblick auf die Vergangenheit des ein oder anderen: „Im Fußball ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Man muss mal anecken. Aber danach muss es auch wieder gut sein.“

Die Messlatte für den FCS liegt wieder hoch. „Mit Homburg, Elversberg, Ulm, Offenbach oder Steinbach haben auch andere dieses Ziel Aufstieg“, sagt Mann. Denn auch für die Konkurrenten wie die SVE fängt die harte Arbeit am Montag an.

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