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Ermittlungen gegen Schiedsrichter-Obmann der Uefa

Ermittlungen gegen Schiedsrichter-Obmann der Uefa

Bochum. Der Wettskandal hat die Europäische Fußball-Union (Uefa) erreicht. Vorm Landgericht Bochum wurde am Freitag bekannt, dass einem Schiedsrichter-Obmann der Uefa 50 000 Euro bezahlt worden sein sollen, damit er sich für die Höhergruppierung eines angeblich ebenfalls bestochenen bosnischen Unparteiischen einsetzt. Die Information soll der nicht angeklagte Ante S

Bochum. Der Wettskandal hat die Europäische Fußball-Union (Uefa) erreicht. Vorm Landgericht Bochum wurde am Freitag bekannt, dass einem Schiedsrichter-Obmann der Uefa 50 000 Euro bezahlt worden sein sollen, damit er sich für die Höhergruppierung eines angeblich ebenfalls bestochenen bosnischen Unparteiischen einsetzt. Die Information soll der nicht angeklagte Ante S., der in den Wettskandal um den deutschen Schiedsrichter Robert Hoyzer verwickelt war, genannt haben. Ante S. soll am 5. Januar als Zeuge aussagen. Gegen den Uefa-Obmann wird laut Staatsanwaltschaft ermittelt.Der Prozess im wohl größten Wettskandal im europäischen Fußball wurde am Freitag mit einem weiteren Geständnis fortgesetzt. Der Angeklagte Tuna A. gab zu, von manipulierten Spielen gewusst und Wetten platziert zu haben. Er erklärte, dass er von der Bezahlung von mindestens zwei Schiedsrichtern gewusst habe. Beim Europa-League-Spiel FC Basel gegen ZSKA Sofia 2009 habe der Schiedsrichter 50 000 bis 60 000 Euro erhalten, ebenso beim U21-Spiel Schweiz gegen Georgien 2009. Informant sei der nicht angeklagte Marijo C. gewesen. "Marijo hat mir damals gesagt: Ich hab' den Schiedsrichter", erklärte Tuna A. Wie Nürettin G. hat auch er gestanden, von manipulierten Spielen gewusst und Wetten platziert zu haben. Die meisten Tipps seien von Marijo C. gekommen. Die Höhe des Wetteinsatzes sei von Details abhängig gewesen: "Wenn er gesagt hat, ich habe fünf Spieler, hätte ich 10 000 Euro gesetzt, nicht nur 2000." Lediglich in einem Fall will Tuna A. selbst Geld verteilt haben. Er habe drei Spielern des SC Verl jeweils 500 Euro übergeben: "Das war zur allgemeinen Beziehungspflege gedacht."

Die beiden Mitangeklagten von Nürettin G. und Tuna S., der Ex-Elversberger Kristian S. und Stevan R., äußern sich nicht. Den vier Angeklagten wird vorgeworfen, mehr als 30 Fußball-Spiele manipuliert zu haben. Der Wettgewinn sollen sich auf 1,6 Millionen Euro belaufen. Für den 15. und 20. Dezember ist die Vernehmung von Marijo C. geplant. dpa