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"Erfolg ist kein Lift"

Saarlouis. Die HG Saarlouis hat einen neuen Trainer. Fast drei Monate nach der Entlassung von Christoph Barthel und der Interimslösung mit Daniel Altmeyer und Danijel Grgic gab der Handball-Zweitligist gestern Mittag die Verpflichtung von André Gulbicki bekannt Von SZ-Mitarbeiter Janek Böffel

Saarlouis. Die HG Saarlouis hat einen neuen Trainer. Fast drei Monate nach der Entlassung von Christoph Barthel und der Interimslösung mit Daniel Altmeyer und Danijel Grgic gab der Handball-Zweitligist gestern Mittag die Verpflichtung von André Gulbicki bekannt.


Auch Vorgänger von Barthel

Der 47-jährige Luxemburger unterschrieb am Sonntag einen Vertrag bis 2010 mit Option auf weitere Jahre. Gulbicki, der bis zuletzt den HC Bascharage betreute, überzeugte die Verantwortlichen mit seinem Konzept aus Fordern und Fördern. Sein Motto: "Erfolg ist kein Lift, es sind viele Stufen dorthin."

Der Kontakt mit Gulbicki bestand schon seit längerem in loser Form, wie er sagt: "Wir haben uns immer wieder bei Vorbereitungsspielen getroffen. Dass es jetzt so kam, war vollkommen spontan." Pikanterweise wird Gulbicki damit Nachfolger von Christoph Barthel, der 2007 eben diesen Gulbicki beim HC Berchem abgelöst hatte. Dennoch herrscht bei der HG Saarlouis Zufriedenheit. Auch wenn Präsident Arnulf Willkomm immer betont hatte, dass "wir keine Eile haben, sind wir froh, dass wir jetzt einen Trainer gefunden haben".

Dass bei Gulbicki ausgerechnet die "Randlage Saarlouis", die der Vorsitzende Richard Jungmann noch vor einer Woche als Nachteil sah, zum Vorteil wurde, überrascht. Gulbicki, der nach seiner Profikarriere in Polen über Stationen in der Schweiz nach Luxemburg kam, war nicht bereit, seinen Arbeitsplatz als Immobilien-Kaufmann aufzugeben: "Ich wollte nicht von der Familie weg - trotz guter Angebote."



Polnischer Kreisläufer?

Er weiß, dass er sich für keine leichte Aufgabe entschieden hat: "Ich bin mir bewusst, dass es eine enorme Herausforderung wird. Das muss auch den Spielern bewusst sein." Für ihn spielt ein "intaktes Mannschaftsgefüge eine wichtige Rolle, aber ich fordere von meinen Spielern auch Eigenverantwortung. Das Training beginnt nicht erst zum offiziellen Beginn." Inwieweit er noch in die Personalplanungen eingebunden wird, muss sich zeigen. Er sagt: "Das ist nicht einfach, da einige Zugänge schon feststehen, aber ich werde es probieren. Und wenn in unserem Rahmen noch was möglich ist, werden wir was tun. Ich möchte auf jeder Position doppelt besetzt sein." Dank Gulbicki soll die HG immerhin bessere Karten bei der Verpflichtung eines polnischen Kreisläufers haben.

Entscheidend wird für Gulbicki aber sein, wie gut sein Team den Kampf in der 2. Liga annimmt: "Meine Rolle ist es, den Spielern zu vermitteln, dass Leidenschaft wichtig ist und dass sich jeder weiterentwickeln muss. Nach den Siegen in der Regionalliga muss das Team wieder lernen, mit Rückschlägen umzugehen. Denn die wird es in der 2. Bundesliga sicher geben."

Der Slowake Peter Vozar wird die HG Saarlouis wahrscheinlich in Richtung TSV Lohr verlassen. "Es sieht gut aus, dass wir zu einer Einigung gelangen", wird Ludwig Scheiner, Sportleiter des bayrischen Viertligisten, auf der Homepage des TSV Lohr zitiert.

Zur Person

Das ist André Gulbicki:

Geboren: 1962 in Polen. - Stationen als Spieler: 1981 bis 1985: Olimpia Elblag (Polen, 2. Liga); 1985 bis 1991: Wisla Plock (Polen, 1. Liga); 1991 bis 1993: Fola Esch (Luxemburg); 1993 bis 1996: Standard Luxemburg.

Stationen als Trainer: 1996 bis 1999: HC Schifflange (Luxemburg); 2000 bis 2002: Jugend-Nationaltrainer Luxemburgs; 2001 bis 2007: HC Berchem (Luxemburg); 2007 bis 2009: HC Bascharage (Luxemburg), ab 1. Juli 2009: HG Saarlouis. - Erfolge als Trainer: zwei Mal Meister, zwei Mal Vizemeister, vier Mal Pokalsieger in Luxemburg, mehrere Champions League- und EHF-Cup-Teilnahmen. jbö