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Entlassung noch im Bus

Entlassung noch im Bus

Werder Bremen hat gehandelt. Trainer Viktor Skripnik und seine beiden Assistenten sind beurlaubt. Der Auftritt bei der 1:4-Niederlage in Gladbach war zu viel. Nun soll es erst mal der U23-Trainer richten.

Von seiner Entlassung erfuhr Viktor Skripnik irgendwo auf der Autobahn zwischen Mönchengladbach und Bremen . "Wir haben auf der Busfahrt noch einmal über die Situation gesprochen und sind dann zu der Entscheidung gekommen", sagte Werder Bremens Sportchef Frank Baumann gestern. Kurz zuvor hatte er die Trennung vom ukrainischen Cheftrainer offiziell verkündet. Der 46-jährige Skripnik selbst hatte nach dem blamablen Auftritt beim 1:4 in Mönchengladbach noch gesagt, nicht zurücktreten zu wollen.

Am Mittwoch gegen Mainz

Als Interimstrainer soll nun der bisherige U23-Trainer Alexander Nouri den Traditions-club auf das Duell bei Mainz 05 am Mittwoch (20 Uhr/Sky) vorbereiten. "Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, weil uns nach der Leistung in Gladbach die Überzeugung fehlte, dass es in der bestehenden Konstellation möglich ist, zeitnah eine Wende zum Positiven herbeizuführen", sagte Sportdirektor Frank Baumann, "Nouri ist ein gewissenhafter, ehrgeiziger Fußballlehrer, dem wir zutrauen, die Mannschaft erfolgreich in die nächsten Partien zu führen." Skripnik verabschiedete sich noch in der Nacht zum Sonntag nach der Ankunft des Mannschaftsbusses am Weserstadion.

Die Beurlaubung Skripniks, der am 25. Oktober 2014 die Werder-Profis als Trainer und Nachfolger von Robin Dutt übernommen hatte, ist auch ein schwerer Rückschlag für Baumann. Erst seit Mai ist der Ex-Nationalspieler Sportdirektor, er übernahm das Amt von Thomas Eichin , der Skripnik schon Ende der vergangenen Saison entlassen wollte. Doch die Werder-Führung um Aufsichtsratsboss Marco Bode sprach damals ein Machtwort und propagierte den besonderen "Werder-Weg". Baumann verlängerte vor Saisonbeginn den Vertrag von Skripnik bis 2018, musste nun aber erkennen, dass er in seiner Einschätzung offenbar falsch lag.

Der Auftritt in Mönchengladbach war erschütternd. Schon zur Pause lag das Team um Kapitän Clemens Fritz aussichtslos mit 0:4 zurück und knüpfte dabei im Negativen an den ohnehin schon deutlich missglückten Saisonstart an. "Über die erste Halbzeit brauchen wir nicht viel zu reden, weil das einfach eine Katastrophe war. Das war peinlich", sagte Mittelfeldspieler Zlatko Junuzovic .

Vier Pleiten in Serie

Erst hatten sich die Grün-Weißen im Pokal beim Drittligisten Sportfreunde Lotte blamiert (1:2), dann folgte eine Klatsche bei Bayern München (0:6) und eine verdiente Niederlage gegen den FC Augsburg (1:2). Skripniks Taktik und personelle Entscheidungen in Gladbach gingen komplett daneben. Wohl auch dies hat für die schnelle Trennung gesorgt.

Es wird kein leichter Job für Nouri, kurzfristig bei den verletzungsgebeutelten Bremern für eine schnelle Trendwende zu sorgen. Auch der 40-Jährige wird zunächst unter anderem weiter ohne Claudio Pizarro (Muskelprobleme) und Max Kruse (Knie-Operation) auskommen müssen. Doch immerhin kommt der Ex-Profi mit einer Menge Selbstvertrauen. In der 3. Liga führte er Werders Reserve in den vergangenen vier Spielen zu drei Siegen.