Endspiel um die Champions League

Sinsheim/Dortmund · Der Dritte Hoffenheim spielt beim Vierten Dortmund. Zu Hause ist der BVB seit mehr als zwei Jahren ungeschlagen.

Julian Nagelsmann grinste. Auf "Psychospielchen" hat der Trainer des Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim vor dem Endspiel um die Königsklasse keine Lust. "Es ist einfach so - Borussia Dortmund hat den größeren Druck, und das wissen sie auch", sagte der sichtlich entspannte 29-Jährige über die Partie an diesem Samstag (15.30 Uhr), in der die Kraichgauer eine bislang sehr gute Saison zu einer überragenden erheben können.

Mit einem Sieg beim BVB würde die TSG Platz drei festigen, aus dem einen Punkt Vorsprung auf Dortmund zwei Spieltage vor Schluss vier machen. Die direkte Qualifikation für die Gruppenphase der Champions League wäre in greifbarer Nähe. "Ich habe keine Angst und spüre keinen Druck, sondern freue mich einfach. Ich glaube, meiner Mannschaft geht es genauso", meinte Nagelsmann. 1899-Stürmer Sandro Wagner sagte nach nur einer Niederlage in den vergangenen elf Spielen: "Beim BVB herrscht eine Super-Stimmung, aber von uns scheißt sich keiner in die Hosen."

Der BVB, der seit mehr als zwei Jahren kein Liga-Heimspiel verloren hat, muss sich hingegen dem Selbstverständnis nach für die Champions League qualifizieren. Die Hoffenheimer sind sich dabei im Klaren, dass auf sie als Abschlussvierter als ungesetztes Team wahrscheinlich ein "richtiges Brett" (Nagelsmann) in den Playoffs warten würde. Dann droht der "Trostpreis" Europa League. Platz drei würde auch erhebliche Mehreinnahmen für den trotz Investor Dietmar Hopp kleinen Club garantieren. Allein zwölf Millionen Euro bekommt jeder Club in der Königsklasse als Startgeld. In der Europa League sind es dagegen nur 2,4 Millionen.

Dortmunds Trainer Thomas Tuchel zeigt vor dem Gegner viel Respekt. "Sie spielen sehr mutig, sie haben viel Ballbesitz und eine klare Struktur", sagte er. Tuchel merkte aber auch an: "Selbst wenn es uns gelingt, Hoffenheim zu schlagen, ist noch keine Entscheidung gefallen." Verzichten muss der deutsche Vize-Meister auf den Ex-Saarbrücker Erik Durm (Rückenprobleme).

Bei den Dortmundern könnte unabhängig davon ein Geldregen ins Haus stehen, wenn Pierre-Emerick Aubameyang tatsächlich wechseln würde. Die Borussia habe aber bislang noch kein Zeichen des Torjägers für einen möglichen Wechselwunsch erhalten. "Ich weiß nichts Konkretes, ich weiß alles nur aus den Medien. Da ich langjährige Erfahrungen habe, weiß ich, dass da nicht alles stimmt", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Freitag über ein angebliches Interesse von Paris Saint-Germain: "Wir warten es einfach ab. Wenn Pierre-Emerick das Gefühl hat, dass er unbedingt weg möchte, wird er sicherlich das Gespräch mit uns suchen. Das ist aber bisher nicht passiert."

Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, dass der Gabuner sich mit PSG-Sportdirektor Patrick Kluivert getroffen habe. Die Franzosen sollen Aubameyang einen Dreijahresvertrag mit einem Jahresgehalt von 14 Millionen Euro bieten und bereit sein, 70 Millionen Euro Ablöse zu bezahlen. Der Angreifer hat noch Vertrag bis 2020.

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