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Endlich auch auf der großen Bühne überzeugend

Endlich auch auf der großen Bühne überzeugend

In der Vergangenheit galt Angelique Kerber als nicht hart genug, um auf der großen Bühne zu bestehen. Die Nerven machten ihr in wichtigen Spielen oft einen Strich durch die Rechnung. 2016 soll das anders werden. Der Auftakt in Melbourne ist vielversprechend.

Nachdem sie ihren Asarenka-Fluch besiegt und erstmals den Sprung ins Halbfinale der Australian Open geschafft hatte, ließ Angelique Kerber ihren Schläger einfach aus der Hand fallen und blickte ungläubig zu ihrem Trainerteam auf der Tribüne. "Ich kann es gar nicht in Worte fassen", sagte sie am Mittwoch nach ihrem 6:3, 7:5 im Viertelfinale von Melbourne gegen Victoria Asarenka. Alle sechs Duelle mit der Weißrussin hatte sie zuvor verloren. "Ich bin einfach nur happy, dass ich sie endlich geschlagen habe und hier erstmals im Halbfinale stehe", sagte Kerber nach der starken Vorstellung. Die Linkshänderin steht erstmals seit Wimbledon 2012 wieder in der Vorschlussrunde eines Grand-Slam-Turniers.

Lange feiern konnte sie ihren Coup aber nicht, schon in der Nacht auf den heutigen Donnerstag (zweites Spiel nach 3.30 Uhr/Eurosport) steht für sie das Halbfinale gegen die Engländerin Johanna Konta an. Die 24-Jährige setzte sich gegen Zhang Shuai aus China klar mit 6:4, 6:1 durch. Die Nummer 47 der Welt ist die erste Britin seit Jo Durie 1983 bei den US Open, die bei einem der Grand-Slam-Turniere die Vorschlussrunde erreicht hat. Zuvor trifft Titelverteidigerin Serena Williams (USA) auf Agnieszka Radwanska (Polen).

"Ich bin weiter im Turniermodus", sagte Kerber, nachdem sie nach 1:45 Stunden ihren ersten Match-Ball verwandelt hatte. Mit dem Sieg gegen die zuvor so stark auftrumpfende Asarenka zeigte es die deutsche Nummer eins endgültig all ihren Kritikern - und vor allem auch sich selbst.

Nachdem sie 2015 in Melbourne bereits in der ersten Runde gescheitert und auch bei den drei anderen Grand-Slam-Events nicht über die dritte Runde hinausgekommen war, will es Kerber dieses Jahr bei den großen Turnieren besonders wissen. Sie wolle es bei den Grand Slams "krachen lassen", sagte sie kürzlich der "Süddeutschen". Und gleich beim ersten Grand-Slam-Turnier der Saison lässt die Kielerin den Worten Taten folgen. Zuletzt war vor 18 Jahren eine deutsche Spielerin in Australien im Halbfinale. Anke Huber scheiterte 1998 an Martina Hingis .

Boris Becker traut Kerber sogar noch mehr zu. "Wenn sie ihren Glauben und ihre Konzentration behält, hat sie große Chancen, im Finale zu stehen", sagte die Tennislegende. In der Tat: Kerber scheint stärker als in den Vorjahren. Dabei habe ihr auch Steffi Graf geholfen habe, verriet die Kielerin: "Sie hat mir im vergangenen Jahr gesagt, dass ich auf dem richtigen Weg sei und immer an mich glauben müsse."

Andy Murray und Milos Raonic stehen am Freitag im zweiten Herren-Halbfinale. Murray setzte sich gegen David Ferrer mit 6:3, 6:7 (5:7), 6:2, 6:3 durch. Raonic bezwang gäl. Monfils mit 6:3, 3:6, 6:3, 6:4. Heute (9.30 Uhr/Eurosport) kommt es zum Giganten-Duell zwischen Novak Djokovic und Roger Federer .