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Elversberger Winter-Neuzugang Simakala will seine Chance nutzen

Kostenpflichtiger Inhalt: Neuzugang bei der SV Elversberg : Simakala will seine Chance nutzen

Elversberger Winter-Neuzugang fühlt sich im Saarland pudelwohl und hofft, den 1. FC Saarbrücken noch abzufangen.

Die Kopfschmerzen bei der sportlichen Leitung des Fußball-Regionalligisten SV Elversberg waren groß, als feststand, dass Leistungsträger Israel Suero (Knochenödem) länger ausfallen wird. Der Spanier ist aktuell erst im Lauftraining und wird wohl erst Ende März wieder fit sein. Einen adäquaten Ersatz in der Winterpause zu finden, schien unmöglich. Doch kurz vor Ende der Wechselperiode spielte der SVE das Glück in die Karten.

„Ich habe mitbekommen, dass Roda Kerkrade (2. Liga Niederlande, Anmerkung der Redaktion) sich aus finanziellen Gründen von dem ein oder anderen Spieler trennen möchte. Ich habe sofort das Telefon in die Hand genommen. Chance Simakala hatten wir schon länger auf unserer Liste stehen“, erklärt SVE-Sportdirektor Ole Book. Roda gab Simakala frei, und die SVE verpflichtete den 23-Jährigen bis zum Saisonende. „Das ging wirklich alles reibungslos. Ich freue mich, dass ich wieder in Deutschland spielen kann – und dann auch noch in einer so starken Mannschaft“, sagt Chance, der mit Vornamen eigentlich nach seinem Opa Ba-Muaka benannt wurde. „Mein Vater hat sofort entschieden, dass ich Chance genannt werde. Ich komme damit gut klar“, sagt der Offensivspieler und lacht.

Der Wechsel nach Elversberg war ein großer Schritt für Simakala. So weit war der Deutsch-Kongolese noch nie von seiner Heimat weg. Er ist in Aachen aufgewachsen und spielte siebeneinhalb Jahre in der Jugend für Borussia Mönchengladbach. Dort lernte er auch die aktuellen SVE-Spieler Benno Mohr, Mirza Mustafic und Trainer Horst Steffen kennen. Den bislang größten Schritt machte Simakala am 21. Januar 2017, als er mit 19 Jahren zum ersten Mal für die Gladbacher in der Bundesliga spielen durfte. „Es war ein absolut irres Gefühl. Ein Traum ging in Erfüllung“, erinnert sich Simakala.

Seine Leistungen waren stark, doch die direkten Konkurrenten Lars Stindl und Raffael waren stärker. Um mehr Spielpraxis zu bekommen, wechselte er zu Roda Kerkrade, das nur 15 Autominuten von Aachen entfernt liegt. „Dort lief es zunächst sehr gut, aber ich habe nicht so viele Tore erzielt, wie ich mir erhofft hatte. Ich kam ins Grübeln und habe mir viele Gedanken gemacht“, erzählt der 23-Jährige, der zum Publikumsliebling avancierte. Doch in der zweiten Saison setzte der Trainer nicht mehr auf ihn. „Es ist eine komische Situation, wenn die Zuschauer immer deinen Einsatz fordern und auch die Mitspieler keine Erklärung haben, warum du nicht spielst. Die Leistung hat gepasst, doch der Trainer ließ andere spielen“, sagt Simakala. In den ersten drei Testspielen mit den Elversbergern hat Chance bereits drei Mal getroffen. „Das Niveau in Elversberg ist deutlich höher als in Kerkrade. Das wusste ich vorher nicht, bin aber jetzt deshalb umso glücklicher.“

Für ihn persönlich steht im kommenden Sommer ein weiterer großer Schritt an. Zusammen mit seinem Bruder reist er zum ersten Mal in seinem Leben in den Kongo, um Freunde und Familie zu treffen. „Diese Vorfreude ist nicht beschreibbar. Ich kenne von meinen Eltern alle Geschichten aus dem Kongo, habe sehr viele Filme gesehen. Der erste Schritt in das Land meiner Wurzeln wird bestimmt emotional“, sagt Simakala.

Bis der Flieger Richtung Kongo geht, will er im Saarland aber noch einen Schritt machen. „Ich will mit der SVE in die 3. Liga aufsteigen. Ich weiß, wie eng die Situation mit dem 1. FC Saarbrücken ist und dass man sich im Prinzip keine Fehler mehr erlauben darf. Aber für genau solche Situationen spielen wir doch alle Fußball“, sagt der Neu-Elversberger.

An diesem Samstag, 14 Uhr, absolviert die SVE ihr letztes Testspiel vor dem Ligastart in der kommenden Woche. Gegner im Waldstadion in Schutterwald (Baden-Württemberg) ist Ligakonkurrent SC Freiburg II.