Elversberger Oschkenat macht Ex-Club FCS eine Kampfansage

Fußball : Oschkenat macht dem FCS eine Kampfansage

Der im Sommer von Saarbrücken nach Elversberg gewechselte Innenverteidiger fiebert dem Spitzenspiel am Samstag entgegen.

Ein Kopfball an die Latte, ein Freistoß an den Pfosten und ein Schuss aus zwei Metern über das Tor – die Situation von Innenverteidiger Oliver Oschkenat steht sinnbildlich für die Gesamtsituation seines Vereins, der SV Elversberg. Die SVE hat mit 38 geschossenen Toren die beste Offensive in der Fußball-Regionalliga Südwest, könnte aber locker doppelt so viele Tore geschossen haben. „Das ist echt krass, wie viele Torchancen wir in jedem Spiel haben. Wir haben zwar einige vergeben, aber der Erfolg gibt uns Recht“, sagt der gebürtige Berliner.

Sogar die Innenverteidiger wie Oschkenat sind bei dem extremen Offensivspiel mit eingebunden und bei den vielen Standardsituation im gegnerischen Strafraum präsent. „Unser Trainer fordert dieses offensive Pressing, und wir setzen es um. Wir schalten uns als Innenverteidiger oft mit nach vorne ein. Mir macht diese Spielweise viel Spaß“, sagt der 25-Jährige.

Spaß, den der 1,92 Meter große Verteidiger nicht immer in seiner Laufbahn hatte. Mit 21 Jahren wechselte Oschkenat von Union Berlin zum Hamburger SV. Bei den Hanseaten gehörte er zum Profikader und war in jedem Training des damaligen Bundesligisten dabei, gespielt hat er nur in der zweiten Mannschaft in der Regionalliga. „Oben bekam ich kein Chance, da der Trainer auf erfahrene Spieler setzte. Bei der zweiten Mannschaft wurde irgendwann nicht mehr mit mir geplant, da ich immer nur bei den Profis im Training war. Also musste ich mich nach einem neuen Verein umgucken“, erklärt er.

Vor zwei Jahren war er vom HSV zum 1. FC Saarbrücken gewechselt. Aber richtigen Spaß hatte er beim FCS auch nicht. Mal war er Stammspieler, mal auf der Tribüne. Als klar wurde, dass Oschkenat nach Elversberg wechseln würde, war er gar nicht mehr im Kader. „Nach richtig guten Spielen musste ich auf die Tribüne und wusste nicht warum. Ich hatte eigentlich nie gewusst, wo ich dran bin“, blickt er auf seine Zeit in Saarbrücken zurück.

In Elversberg war er von Saisonbeginn an Stammspieler, verlor aber seinen Platz in der Abwehr nach kleineren Verletzungen an Mike Eglseder. Als sich Eglseder vor wenigen Wochen muskulär verletzte, stand Oschkenat wieder im Team und hat sich seinen Stammplatz zurückgeholt. „Bei Trainer Horst Steffen sind die Entscheidungen absolut nachvollziehbar. Wir haben einen sehr starken Kader, und es gibt auf allen Positionen großen Konkurrenzkampf. Wer nicht spielt oder nicht im Kader ist, weiß ganz genau warum. Das ist wichtig für einen Spieler“, sagt der 25-Jährige.

Am kommenden Samstag (14 Uhr) kommt es zum großen Wiedersehen mit dem FCS. Die Elversberger empfangen als Tabellenzweiter den Spitzenreiter Saarbrücken. Mehr Topspiel geht nicht, auch wenn der FCS schon acht Punkte Vorsprung hat. „Irgendjemand muss die ja mal stoppen“, sagt Oschkenat und lacht: „Es wird ein tolles Spiel vor sehr vielen Zuschauern. Wenn wir gewinnen, ist es wieder richtig spannend. Und wenn wir verlieren, sind es zwar elf Punkte, aber es ist noch nichts entschieden.“

Wenn es nach den Elversbergern geht, wird es wie beim 4:3-Sieg in der vergangenen Saison ein Offensiv-Spektakel. Allerdings hat die offensive Spielweise der SVE auch den Nachteil, dass die Gegner durch Konter immer wieder zu Torchancen kommen. „Daran arbeiten wir in jedem Training. Dennoch ist unser offensiver Plan genau der richtige“, sagt Oschkenat, den der FCS nicht mehr wollte. Dafür gibt es vor dem Derby noch eine Extra-Botschaft: „Ich möchte denen am Samstag schon zeigen, dass sie die falsche Entscheidung getroffen haben.“

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