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Elversberger Neuzugang Laprevotte will noch zulegen

Fußball-Regionalliga Südwest : Laprevotte hat noch einiges in der Hinterhand

Der Franzose hat bisher alle Pflichtspiele für die SV Elversberg absolviert, will aber noch deutlich zulegen. Am Samstag geht’s gegen Hessen Kassel.

In den ersten drei Saisonspielen und auch im DFB-Pokal gegen den FSV Mainz 05 konnte man erkennen, dass Charles-Elie Laprevotte ein echter Kämpfer im zentralen Mittelfeld der SV Elversberg ist. Schnell und aggressiv attackiert er die Gegner und ist nach jedem Ballverlust sofort wieder auf der Jagd nach Gegenspieler und Ball. Doch wo ist das spielerische Element des 28-jährigen Franzosen?

Laprevotte sollte der Ersatz für den zu Rot-Weiß Essen gewechselten Kapitän Luca Dürholtz sein. Dürholtz erzielte in der vergangenen Saison 13 Tore und bereitete vier Tore vor. Davon ist bei Laprevotte bislang noch nichts zu sehen. „Ich bin noch nicht soweit, wie ich sein möchte. Ich brauche noch etwas, bis ich wieder richtig da bin“, sagt der Neuzugang.

Am vergangenen Samstag beim 2:1-Sieg bei der TSG Hoffenheim machten nicht nur die Fans der SVE große Augen. Eine Ballan- und -mitnahme, ein kurzer Blick und dann ein flacher Pass über 20 Metern genau durch zwei Hoffenheimer Spieler in den Lauf von Luca Schnellbacher. Ein Pass, der nichts mit Glück zu tun hatte und der definitiv zeigte, zu was Laprevotte zu leisten im Stande ist. „Gegen Hoffenheim waren wir alle gut. Insgesamt spürt man, wie wir als Mannschaft immer besser werden“, sagt der 28-Jährige mit leichtem französischem Akzent.

Er stammt aus dem aus dem etwa 100 Kilometer entfernten Épinal in den Vogesen. Dort spielte er bei SAS Epinal die gesamte Jugendzeit, bevor er 2011 zum SC Freiburg wechselte und in der zweiten Mannschaft weiter ausgebildet wurde. „Das war eine super Zeit. Die Ausbildung bei den Freiburgern war und ist einfach spitze“, sagt er. Er lernte dazu und erhielt von Trainer Christian Streich im Jahr 2013 die Chance in der Bundesliga. Von Beginn an gegen den FC Bayern, der damals mit Manuel Neuer, Bastian Schweinsteiger, Franck Ribéry und Arjen Robben antrat. „Das war eine Wahnsinns-Erfahrung, wir haben 1:1 gespielt“, erinnert sich Laprevotte.

Im Jahr 2015 war er bei Preußen Münster in der 3. Liga Stammspieler unter dem heutigen Elversberger Trainer Horst Steffen. Als Steffen in der Saison 2018/2019 zur SVE kam, war Laprevotte schon wieder in der 2. Bundesliga und war auch dort Stammspieler beim 1. FC Magdeburg. Talent, Ehrgeiz, Engagement und starke Leistungen – warum um Himmels Willen hat es bei dem Franzosen nie zum ganz großen Sprung gereicht? Alle Voraussetzungen waren doch ganz offensichtlich da. „Im Fußball ist es wie im Leben. Es gibt Höhen und Tiefen, und du brauchst auch ein bisschen Glück – zum richtigen Zeitpunkt“, sagt der Mittelfeldspieler. Um es auf den Punkt zu bringen: Laprevotte hatte seit seinem ersten Jahr im Aktivenbereich in jeder Saison entweder etwas gebrochen, etwas gerissen oder beides zusammen.

In der vergangenen Saison spielte er beim Ligakonkurrenten Kickers Offenbach und zog sich im März eine Schultereckgelenksprengung zu. Es folgte eine Operation und drei Monate ohne Fußball. „Ich fühle mich wieder gut, aber ich bin noch nicht bei 100 Prozent. Ich kann auf jeden Fall noch besser spielen“, sagt der Franzose selbstbewusst.

Nach zwei Siegen in Folge empfängt die SV Elversberg an diesem Samstag (14 Uhr) den KSV Hessen Kassel. Bei der SVE fallen Eros Dacaj (Adduktoren), Kevin Koffi (schon wieder Knochenödem) und Sinan Tekerci (Schulteroperation) aus. Laprevotte ist am Start, und er erwartet eine konzentrierte Leistung, damit es weiter Richtung Tabellenspitze geht. Er kennt die Liga und weiß, dass man keinen Gegner unterschätzen darf. „Wenn du denkst, es läuft nach ein paar Siegen wie von alleine, dann bekommst du in der Regionalliga sofort eine in die Fresse. Das müssen wir realisieren, wenn wir in die 3. Liga wollen“, sagt der neue Elversberger Kämpfer, der noch viel Kreativität in der Hinterhand zu haben scheint.