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1. FC Saarbrücken
Elversberg ist weiter nur eine Option für FCS

Neben der Arena in Elversberg prüft der FCS auch weiter die anderen Optionen in Sachen Stadion.
Neben der Arena in Elversberg prüft der FCS auch weiter die anderen Optionen in Sachen Stadion. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Wo spielt der 1. FC Saarbrücken im Aufstiegsfall? Auch fürs Stadion in Völklingen liegt ein Bauantrag vor. Geld ist nicht allein entscheidend. Patric Cordier

Der 1. FC Saarbrücken spielt im FC-Sportfeld – zumindest das Testspiel morgen um 14 Uhr gegen den SV Oberachern. Wo der Tabellenführer der Fußball-Regionalliga Südwest im Aufstiegsfall seine Heimspiele austrägt, ist dagegen noch lange nicht entschieden. Auch nicht nach einem sogenannten „Sondierungsgespräch“ zwischen FCS-Präsident Hartmut Ostermann und seinem Elversberger Kollegen Dominik Holzer. „Es war ein erstes Treffen, um zu sehen, welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit bestehen“, sagte Ostermann, „wir prüfen aber immer noch alle anderen, schon bekannten saarländischen Standorte.“


Dass ein solcher Einstieg in einen Dialog gleich auf Präsidenten­ebene stattfindet, ist dennoch zumindest bemerkenswert. Vielleicht ist das in diesem Fall aber auch historisch begründet. Schon im Jahr 2015 hatte man in einer gemeinsamen Pressemitteilung erklärt, das Waldstadion an der Kaiserlinde gemeinsam nutzen zu wollen. Doch diese Vereinbarung wurde nie umgesetzt, der FCS wich unter Federführung von Milan Sasic nach Völk­lingen aus. „Sich einem Dialog zu verschließen, ist grundsätzlich kein guter Weg und würde in dieser Sache letztlich niemandem weiterhelfen“, sagte Holzer. In dem Gespräch „ging es in erster Linie darum, den Stand der Dinge auf beiden Seiten darzustellen“, so Holzer. Es ging um den Status quo des Stadion-Ausbaus auf der einen und den Stand der Stadion­suche des FCS auf der anderen Seite. Es handele sich „aber um ein komplexes Gesamtthema“, deshalb gebe es aktuell „keine weiteren konkreten Ergebnisse“.

Es ist verständlich, dass der FCS weiter alle möglichen Standorte in Erwägung zieht. Denn in der 3. Liga bräuchte man nicht nur ein taugliches Stadion, sondern laut Statuten auch eine Ausweichmöglichkeit. Nach SZ-Informationen soll der Verein darum bei der Stadt Völklingen einen Bauantrag eingereicht haben. Mit der Freilegung einer Stehplatzkurve, dem Ausbau der Haupttribüne und dem Neubau des Flutlichtes könnten im Hermann-Neuberger-Stadion die wichtigsten Rahmenbedingungen geschaffen werden. Den vorgesehenen Einbau einer Rasenheizung behandelt der DFB im Lizenzierungsverfahren in der Regel im ersten Jahr großzügig. Christian Seiffert wird in der kommenden Woche mit Vertretern der Völklinger Verwaltung über die Maßnahmen sprechen.



Gestern informierte Seiffert, im FCS-Vorstand zuständig für Infrastruktur, den Aufsichtsrat über die vorhandenen Eckdaten zu allen Standorten. Über die Inhalte wollte er nichts sagen, weil die Beratungen noch nicht abgeschlossen seien. Aus Vereinskreisen war jedoch zu vernehmen, dass alle fünf Standorte Vor- und Nachteile aufweisen, die weit über die finanzielle Dimension hinausgehen würden. Man könne „nicht einfach ein Preisschild anhängen“, so ein Teilnehmer, darum werde die Entscheidungsfindung wohl auch länger dauern als angekündigt. Anvisiert war Ende Januar.

Derzeit am wenigsten wahrscheinlich ist der Neubau in Illingen. Genehmigungsverfahren, Erschließung des Geländes und Baumaßnahmen sind bis zum 1. Juli kaum umsetzbar. „Wir hatten gute Gespräche und bleiben im Kontakt“, betonte Illingens Bürgermeister Armin König, „die Tür ist für beide Seiten offen.“ Das könnte wichtig werden, wenn sich beim Bau des Ludwigsparkstadions weitere Verzögerungen einstellen sollten.

Oberbürgermeisterin Charlotte Britz hatte beim Neujahrsempfang Verständnis für den Unmut der Fans gezeigt und betont, dass man nun bald Fortschritte am Bau sehen werde. Nächste Woche sollen die Arbeiten zur „Hangsicherung Nord beginnen. „Das Verfahren zur EU-weiten Ausschreibung des Rohbaus des Funktionsgebäudes ist bereits gestartet. Am 22. Dezember 2017 sind die Auftragsvorinformationen veröffentlicht worden. Die Vergabeunterlagen können dann Ende Februar abgerufen werden“, teilte Stadtsprecher Thomas Blug mit, „als nächster Schritt sollen die Bauarbeiten am Rohbau im Mai 2018 beginnen.“

Andernorts stehen schon Stadien. Das Ellenfeld in Neunkirchen wäre dabei die erste Wahl vieler Anhänger. Die notwendige Kapazität ist vorhanden, die Atmosphäre herausragend. Doch es gibt kein Flutlicht, der bauliche Zustand ist stark verbesserungswürdig. Eine getrennte Anreise der Fangruppen und die Trennung im Stadion sind schwierig, die Parkmöglichkeiten auch durch den nahe gelegenen Supermarkt begrenzt.

Im Homburger Waldstadion fehlt es an der Rasenheizung. Auch hier wäre die Kapazität kein Problem. Für Vip- und Presseräume müssten aber wohl Containerlösungen gefunden werden, die wiederum den Parkraum vorm Funktionsgebäude weiter minimieren würden. Der Schotterweg ums Stadion bräuchte eine Teerdecke. Das wäre wohl die kleinste aller Sicherheitsbedenken. Denn durch die Rivalität zwischen FCH- und FCS-Fans sowie die dazukommenden „erlebnisorientierten“ Gästefans sehen sich die Ordnungskräfte fast ständig sogenannten „Drittort-Szenarien“ ausgesetzt.

Bleibt Elversberg, das jüngste und den modernen Ansprüchen am nächsten kommende Stadion. Doch auch dort gibt es offene Fragen. Nach Parkplätzen und Brandschutz beispielsweise. Und 10 001 Plätze hat die Arena auch noch nicht. „Alle Standorte sind mit mehr oder weniger Aufwand möglich“, wiederholte Ostermann seine Einschätzung aus dem Dezember, „wir müssen die Kriterien wie Sicherheit, Akzeptanz, Spieltagablauf oder Organisation aber natürlich auch die finanziellen Aspekte genauer beleuchten. Außerdem muss ja alles mit dem DFB abgestimmt werden.“ Doch die Zeit drängt. Denn nachgebessert werden müsste überall.