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"Elmar" war der große Star

"Elmar" war der große Star

Völklingen. Sven Langenfeld mit seinem frontgetriebenen Honda Civic Type R war bei der 6. ADAC Rallye Warndt das Maß aller Dinge. Nach sechs Wertungsprüfungen (WP's) verwies er die allradgetriebene Konkurrenz deutlich auf die Plätze

Völklingen. Sven Langenfeld mit seinem frontgetriebenen Honda Civic Type R war bei der 6. ADAC Rallye Warndt das Maß aller Dinge. Nach sechs Wertungsprüfungen (WP's) verwies er die allradgetriebene Konkurrenz deutlich auf die Plätze. "Dabei haben wir die erste WP verpennt und auch die nächsten liefen irgendwie schleppend", erzählte der Kfz-Mechaniker aus Spiesen im Ziel, "beim Regrouping nach WP 3 haben wir dann zu unserem Entsetzen festgestellt, dass wir in der Gesamtwertung vorne sind." Und das bei Bedingungen, die eigentlich nicht für den Honda sprechen: Nasse, schmierige Strecken mit fast 25 Prozent Anteil an Schotter. "Wir haben von Anfang an auf Regenreifen gesetzt``, so Langenfeld weiter. Nach seinem Erfolg bei der Warndt-Rallye rechnet er sich nun auch große Chancen in der saarländischen Rallyemeisterschaft (SRM) aus: "Das ist in dieser Saison unser Ziel. Ich fahre nicht, damit der Tank leer wird oder sich die Reifen abnutzen. Ich will immer gewinnen." Nach diesem Lauf liegt Langenfeld in der SRM-Fahrerwertung hinter Stefan Malter von MSC Schiffweiler nun auf Rang zwei.

Der heimliche Star der Veranstaltung war aber "Elmar", der fast 25 Jahre alte VW Käfer von Isabelle Brack aus Heusweiler. Brack wurde in ihrem automobilen Liebling mit Co-Pilotin Christin Altpeter zwar "nur" Elfte bei der erstmals ausgefahrenen Retro-Rallye-Warndt, war aber damit bestes Saar-Team. "Es war unglaublich. Überall standen Leute an der Strecke und machten die LaOla wenn wir vorbei kamen", zeigte sich Brack begeistert: "Elmar hat ja nur 32 PS und da müssen wir eigentlich immer Vollgas fahren, um die vorgegebenen Zeiten einzuhalten."

Bei der Retro-Rallye ging es nicht um die Bestzeit, sondern um das möglichst exakte Erreichen einer vorgeschrieben Sollzeit. Nach über 30 Kilometern Wertungsprüfungen verfehlten Brack/Altpeter die Vorgabe um gerade einmal 2,6 Sekunden, es siegte Timo Schmidt aus Stuttgart auf Porsche 911, der die Sollzeit um nur 1,1 Sekunden verfehlte.

Erstmals lag das Rallye-Zentrum am Samstag in und um die Hermann-Neuberger-Halle in Völklingen. Die Veranstalter vom Strecken-Sicherungs-Team (SST) Saarbrücken waren mit Umzug und Rallyeverlauf zufrieden. "Bis auf kleinere Blechschäden ist innerhalb des Wettbewerbs nichts passiert", berichtet SST-Vorsitzender und Rallye-Leiter Erik Deubel stolz, "ein Unfall eines anderen Verkehrsteilnehmers führte zur zeitweise Sperrung der A620. Trotzdem konnten wir den Zeitplan einhalten."

Und auch die Zuschauerresonanz sorgte bei den Veranstaltern für strahlende Gesichter. "Bislang war der Rundkurs Raffinerie immer Zuschauermagnet", sagte Deubel, "da aber die anderen WP's diesmal nicht mehr nur im Wald lagen, haben sich viele echte Fans auch dort eingefunden." Von insgesamt gestarteten 96 Fahrzeugen erreichten 75 das Ziel.