Statt 3 nur noch eine WM: Eisschnelllauf: Das Ende des WM-Wirrwarrs

Statt 3 nur noch eine WM : Eisschnelllauf: Das Ende des WM-Wirrwarrs

Im Eisschnelllauf stehen in den kommenden Jahren gravierende Veränderungen des Wettkampf-Kalenders an. Einzelstrecken-WM, Mehrkampf-WM und Sprint-WM – mit insgesamt drei Weltmeisterschaften hatten die Eisschnellläufer bislang ein Alleinstellungsmerkmal im Wintersport, das in der Öffentlichkeit oftmals zu Irritationen führte.

Das soll nun ein Ende haben. Die Internationale Eislauf-Union ISU beschloss auf ihrem Kongress schon im vergangenen Sommer in Sevilla, dass ab 2020/21 nur noch ein Welt-Championat für alle Sparten des Eislaufens auf der 400-Meter-Bahn ausgetragen wird. Die Modalitäten sind aber noch völlig ungeklärt.

Wie lange wird die künftige „Super-WM“ dauern? Sollen dann immer noch inflationär 20 Medaillensätze vergeben werden? „Noch bleibt ungeklärt, ob die WM künftig über vier, fünf oder sogar sechs Tage geht und in welcher Reihenfolge die einzelnen Disziplinen ausgetragen werden“, berichtete der Sportdirektor der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft DESG, Matthias Kulik, von einer angeregten Diskussion in Salzburg.

Experten der nationalen Verbände hatten dabei im Vorfeld der WM von Inzell verschiedene Szenarien durchgespielt. DESG-Präsidentin Stefanie Teeuwen findet es grundsätzlich positiv, dass sich die ISU in dieser Form öffnet und mit den Verbänden alle Problemstellungen durchgeht. Angedacht ist, dass Athleten die Chance bekommen, auf allen vier Distanzen anzutreten, dort Medaillen gewinnen können und der Beste auf allen vier Strecken der neue Mehrkampf-Weltmeister ist. Beschlossen werden sollen alle jetzt besprochenen Modalitäten erst im Sommer 2020 beim nächsten ISU-Kongress in Thailand.

Auch der genaue Zeitpunkt der neuen „Super-WM“ ist noch nicht beschlossen. Fest steht aber, dass es schon in der nächsten Saison als Zwischenschritt zur neuen Groß-WM nicht mehr drei, sondern nur noch zwei Weltmeisterschaften geben wird. Dann werden Mehrkampf- und Sprint-WM nach dem Modell der Europameisterschaften an einem Wochenende am selben Ort stattfinden. In den Olympia-Jahren wird es dann künftig gar keine WM im Eisschnelllauf mehr geben.

Bei der derzeitigen Einzelstrecken-WM in Inzell kam Nico Ihle gestern über 500 Meter in 34,69 Sekunden auf den elften Platz. Der Titel über 500 Meter ging an den Russen Ruslan Muraschow, der in 34,22 Sekunden den Bahnrekord gleich um 0,12 Sekunden drückte.

Zuvor hatte Vanessa Herzog für eine Überraschung gesorgt und im 500-Meter-Sprint der Damen das erste WM-Gold für Österreich seit 20 Jahren geholt. Sie setzte sich in Bahnrekordzeit von 37,12 Sekunden vor Olympiasiegerin Nao Kodaira aus Japan (37,20) durch. Gabi Hirschbichler aus Inzell musste mit Rang 24 zufrieden sein (38,88).

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