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Eiskunstlauf
Auf der Suche nach Nachfolgern

Hamburg. Ob die Paarlauf-Olympiasieger Savchenko/Massot zurückkehren, ist noch offen. Ohne sie werden bei den deutschen Meisterschaften in Stuttgart die Karten neu gemischt. sid

Kufenalltag statt Goldglanz: Während die Paarlauf-Olympiasieger Aljona Savchenko und Bruno Massot auf lukrativer Deutschland-Tournee bei Holiday on Ice sind, stehen die übrigen deutschen Topläufer vor ihrem ersten Härtetest. Bei den nationalen Titelkämpfen am Wochenende in Stuttgart müssen sie sich neu beweisen, erst danach beginnen ihre Weihnachtsferien. Dabei wäre zumindest Savchenko sehr gern bei den deutschen Meisterschaften in der Eiswelt Stuttgart dabei. „Ich liebe Wettkämpfe und vermisse sie sehr“, sagte die 34-Jährige, die vorerst mit ihrem Partner nur ein Sabbatjahr eingelegt hat.


Zumindest ein gemeinsames Comeback erscheint immer unwahrscheinlicher. Der aus der Normandie stammende Massot ist kürzlich Vater geworden, wird nach wie vor von Rückenproblemen geplagt und verlor Anfang Dezember seinen langjährigen Trainer Jean-François Ballester, der im Alter von 53 Jahren einem Herzinfarkt erlag.

Ohne die im vergangenen Jahr noch hoch überlegenen Titelverteidiger kämpfen die beiden Berliner Paare Annika Hocke und Ruben Blommaert sowie Minerva-Fabienne Hase und Nolan Seegert um deren Nachfolge. Dank der herausragenden Erfolge der Weltmeister haben beide Duos schon jetzt ihre Startplätze für die Europa- und Weltmeisterschaften 2019 sicher.



Neu gemischt werden die Karten nach dem Rücktritt der Olympia-16. Kavita Lorenz und Joti Poliziakis (Oberstdorf) auch im Eistanz. Umkämpft dürfte auch die Entscheidung bei den Damen sein. Vorjahressiegerin Nicole Schott aus Essen muss sich der wiedererstarkten Mannheimerin Nathalie Weinzierl erwehren.

„Ich habe noch eine Rechnung mit Nicole offen“, sagte die 24-Jährige, die sich im Sommer von ihrem langjährigen Coach Peter Sczypa trennte und zu Olympiasiegerin Anett Pötzsch wechselte: „Ich habe eine Veränderung und andere Anreize gebraucht.“

Als klarer Favorit hingegen dürfte der Berliner Paul Fentz einer erfolgreichen Titelverteidigung entgegenlaufen. Auch weil der verbandsintern als Ausnahmetalent gefeierte Lokalmatador Jonathan Hess verletzungsbedingt fehlt. Der 18-Jährige hatte im vergangen Winter mit einem zehnten Rang bei den Junioren-Weltmeisterschaften aufhorchen lassen – der besten deutschen Platzierung in dieser Disziplin seit 18 Jahren.