| 20:46 Uhr

Handball-Topturnier in Merzig
Eisel will sich wieder ins Blickfeld werfen

Seine Tore wirft der Homburger Marc-Robin Eisel ab heute beim Sparkassen-Cup in Merzig für die Saar-Auswahl und im neuen Jahr für den Drittligisten TuS Dansenberg.
Seine Tore wirft der Homburger Marc-Robin Eisel ab heute beim Sparkassen-Cup in Merzig für die Saar-Auswahl und im neuen Jahr für den Drittligisten TuS Dansenberg. FOTO: Marco Wille; (mw); www.marcowill / Marco Wille
Merzig. Der Homburger führt die Saar-Auswahl beim internationalen Handball-Topturnier in Merzig an – und glaubt an das Traumfinale. Von Sebastian Zenner

Als Fußballer hätte es Marc-Robin Eisel bis in die Regionalliga schaffen können, findet er. Doch er entschied sich für den Handball. „Zwischen den Tagen“, also von heute bis Freitag, ist Eisel in der Merziger Thielspark-Halle zum zweiten Mal nach 2015 mit der Saarauswahl beim internationalen U18-Turnier im Einsatz. Im vergangenen Jahr trug der Homburger dort noch das Trikot der Nationalmannschaft.


„Auf den Sparkassen-Cup freut sich jeder. Man hat einmal im Jahr eine riesige Kulisse mit richtig geiler Stimmung. Internationale Gegner hat man auch nicht gerade alle Tage. Von daher ist das Turnier etwas ganz Besonderes“, sagt Eisel, der eine klare Führungsrolle übernehmen wird: „Es ist immer etwas Cooles, so eine Mannschaft anzuführen. Zum größten Teil besteht die Mannschaft ja aus meiner alten A-Jugend, und auch die anderen Spieler kennen wir ganz gut. Wir ergänzen uns und kriegen das schon hin.“ Mit „hinkriegen“ meint er das Erreichen seines Traumfinales gegen Deutschland. „Das wünscht sich jeder, und es ist wirklich alles drin. Wir haben das Potenzial, zu überraschen und ganz vorne mitzuspielen“, meint Eisel selbstbewusst.

Dass er nicht wieder zum Kader des Deutschen Handball-Bundes (DHB) gehört, liegt zum einen an seinem Alter. In diesem Jahr sind in Merzig die Jüngeren dran (Jahrgang 2000). Nur das Team des Handball-Verbands Saar darf noch mit Spielern des älteren Jahrgangs agieren, zu denen auch Eisel (1999) gehört. Bei der von Erik Wudtke trainierten Junioren-Nationalmannschaft wurde er seit der überraschenden U19-WM-Nominierung im Sommer allerdings noch nicht berücksichtigt. „Ich habe gehört, dass Herr Wudtke zum Turnier kommen wird. Ich gebe alles, was ich kann. Dann werde ich sehen, ob ich irgendwann wieder eine Chance bekomme oder nicht“, sagt Eisel.



Anbieten wird er sich künftig über seine Leistung bei Drittligist TuS Dansenberg, wohin er vom SV 64 Zweibrücken aus zu Jahresbeginn wechselt. In der A-Jugend-Bundesligamannschaft des SV 64 spielt der 18-Jährige per Zweitspielrecht allerdings noch bis Saisonende. Der Wechsel kam zustande, weil durch die Verletzung von Spielmacher Tim Beutler ein Platz im Kader frei wurde. Für einen solchen Fall hatte Eisel eine Ausstiegsklausel.

„Ehrlich gesagt wollte ich die Runde mit dem SV noch zu Ende spielen, weil wir zum Zeitpunkt der Anfrage noch Aufstiegschancen hatten“, gibt Eisel zu. Sein großer Traum war es, mit seinem Heimatverein wieder in die 3. Liga aufzusteigen und in Zweibrücken noch ein Jahr dranzuhängen. „Nach der Niederlage gegen Kastellaun Ende November habe ich für mich den Schlussstrich gezogen. In Dansenberg habe ich mir das Training angeschaut und festgestellt, dass wir dort spielerisch eine coole Truppe haben“, erklärt der Schüler. Eine Einsatzgarantie wie in Zweibrücken hat er in Dansenberg nicht. „Aber die Zeiten, die ich bekomme, will ich nutzen, sodass der Trainer nicht an mir vorbeikommt. Wenn es nicht klappt, habe ich wenigstens etwas gelernt“, findet Eisel.

An erster Stelle steht für Marc-Robin Eisel allerdings das Abitur, das er im Frühjahr 2019 am Gymnasium in Contwig machen wird. „Ich brauche so oder so ein zweites Standbein – selbst wenn es mit dem Handballspielen als Beruf klappen sollte. Eine Verletzung kann einen ganz schnell rauswerfen“, sagt Eisel: „Wir werden ja nicht so topbezahlt wie Fußballer.“ Zu dieser Karriere hat er sich ja nicht entschieden.