| 20:41 Uhr

Euphorie in Frankfurt
Eintracht bleibt voll auf dem Gaspedal

Luka Jovic (Zweiter von rechts) freut sich nach einem Tor mit Sébastien Haller. Tatsächlich kommt die Eintracht aus dem Jubeln gerade nicht mehr heraus – vor allem dank des Traumsturms, zu dem auch Ante Rebic zählt.
Luka Jovic (Zweiter von rechts) freut sich nach einem Tor mit Sébastien Haller. Tatsächlich kommt die Eintracht aus dem Jubeln gerade nicht mehr heraus – vor allem dank des Traumsturms, zu dem auch Ante Rebic zählt. FOTO: dpa / Arne Dedert
Frankfurt. Der neue Frankfurter Traumsturm soll auch in der Europa League wieder Tore am Fließband schießen. sid

Adi Hütter will auf dem Gaspedal bleiben. „Was ich nie machen werde, ist eine Euphorie mutwillig bremsen“, sagt der Trainer von Eintracht Frankfurt vor der Partie in der Europa League am heutigen Donnerstag gegen die Zyprer von Apollon Limassol (21 Uhr/RTL Nitro): „Das Selbstvertrauen ist da, die Freude ist da – an der Einstellung wird es nicht liegen.“


Warum sollte es auch? Schließlich dürften dem Fußball-Bundesligisten ein Sieg am Donnerstag vor ausverkauftem Haus und ein Remis beim Rückspiel in zwei Wochen für den Einzug in die K.o.-Runde reichen. Unterschätzen sollen die Profis den Gegner aber in keinem Fall. „Das ist eine Mannschaft, die wir zu 100 Prozent ernst nehmen müssen“, findet Hütter: „Wir können einen großen Schritt machen.“

Dank der Siege gegen die europäischen Schwergewichte Olympique Marseille (2:1) und Lazio Rom (4:1), die aufgrund des eigenen holprigen Saisonstarts nicht unbedingt erwartet worden waren, kann die Eintracht die zwei Duelle gegen den Außenseiter mit breiter Brust angehen. Und der Glaube an ein weiteres Schützenfest nach dem furiosen 7:1 in der Bundesliga gegen Fortuna Düsseldorf ist groß. Denn neben dem zuletzt fünf Mal erfolgreichen Luka Jovic und seinem starken Sturmpartner Sébastien Haller steht am Donnerstag auch wieder der kroatische WM-Held Ante Rebic zur Verfügung. Für das System von Hütter sind das eigentlich zu viele Angreifer, wobei: „Eine naheliegende Lösung wäre doch, uns alle drei stürmen zu lassen“, sagt Haller: „Das könnte für den Gegner unangenehm sein und einen gewissen Schaden anrichten.“



17 Tore haben Hütters Ballermänner in den vergangenen vier Partien erzielt, die Offensive harmoniert von Spiel zu Spiel besser. In den letzten drei Heimspielen gegen Hannover 96 (4:1), Lazio (4:1) und Düsseldorf (7:1) gab es 15 Heimtore – und das in nur 270 Minuten. Das ist ein Treffer alle 18 Minuten.

Ein Selbstläufer, glaubt zumindest Sportdirektor Bruno Hübner, wird das Duell mit der namenlosen Truppe aus Zypern aber trotz der Angriffswucht nicht. „Limassols Spieler sind extrem erfahren, für die ist der Europacup ein Höhepunkt“, sagt Hübner: „Das Spiel haben wir noch lange nicht gewonnen.“

Ähnlich sieht es der ehemalige Eintracht-Profi Martin Lanig, der nach seiner Zeit am Main die Karriere in Zypern ausklingen ließ. „Die Spiele können in alle Richtungen abdriften“, warnt Lanig: „So eine zyprische Mannschaft ist immer irgendwie gefährlich, weil ein gewisses Maß Unberechenbarkeit im Spiel ist, weil es Eventualitäten gibt, mit denen man nicht rechnet.“

Ungewiss ist auch, ob der Saarländer Kevin Trapp im Tor stehen wird. Hütter lässt die Frage offen. „Da haben wir noch Zeit, um uns zu entscheiden“, sagt der Trainer. Trapp war zuletzt beim 7:1-Sieg gegen Düsseldorf wegen muskulärer Probleme ausgewechselt worden, Ersatzmann Frederik Rönnow übernahm. Auch der Einsatz von Mittelfeldmann Lucas Torro, der mit Schienbeinproblemen zu kämpfen hat, ist unklar.