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Einfach nicht zu schlagen

Einfach nicht zu schlagen

Luzern. Harmonisch, nervenstark, souverän - der Deutschland-Achter hat die Generalprobe für die WM mit Bravour bestanden und seine historische Siegesserie fortgesetzt. Sieben Wochen vor den Titelkämpfen in Bled gelang dem seit Peking 2008 ungeschlagenen Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes (DRV) im Weltcup-Finale von Luzern der 27. Erfolg im 27. Rennen

Luzern. Harmonisch, nervenstark, souverän - der Deutschland-Achter hat die Generalprobe für die WM mit Bravour bestanden und seine historische Siegesserie fortgesetzt. Sieben Wochen vor den Titelkämpfen in Bled gelang dem seit Peking 2008 ungeschlagenen Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes (DRV) im Weltcup-Finale von Luzern der 27. Erfolg im 27. Rennen. Die Crew um Schlagmann Kristof Wilke (Radolfzell) reist damit als Favorit zur WM. Weitere Siege in beiden Doppelvierern und ein zweiter Rang im Männer-Doppelzweier sorgten für den versöhnlichen Abschluss einer aus deutscher Sicht lange Zeit durchwachsenen Regatta.Selbst Blitz und Donner über dem Rotsee konnte den DRV-Achter nicht aus der Ruhe bringen. Anders als beim knappen Sieg im Vorlauf sorgte die Crew schon auf der ersten Streckenhälfte für einen beruhigenden Vorsprung von einer dreiviertel Bootslänge, der bis zum Ende verteidigt wurde. Schlagmann Wilke geriet ins Schwärmen: "Wenn es darauf ankommt, kann diese Mannschaft immer eine Schippe drauflegen. Das ist ein sehr gutes Gefühl."

Wie der Achter gab auch der Männer-Doppelvierer eine beachtliche Vorstellung. Schlagmann Tim Grohmann (Dresden) führte das Team zu einem überraschend klaren Sieg mit mehr als einer Bootslänge Vorsprung. In ähnlich imposanter Manier fuhr der Frauen-Vierer der Konkurrenz auf und davon.

Trotz der auf den ersten Blick akzeptablen Gesamtbilanz mit drei Siegen und einem zweiten Rang steht noch viel Arbeit ins Haus. Schließlich war der DRV in der Hälfte der 14 olympischen Finalläufe erst gar nicht vertreten. "Meine Meinung ist zweigeteilt. In den Schwerpunkt-Klassen können wir zufrieden sein, aber die Breite ist das Problem", befand Cheftrainer Hartmut Buschbacher.

Gleichwohl sind die Baustellen unübersehbar. Das große Verletzungspech wie der Ausfall der Einer-Fahrer Marcel Hacker und Annekatrin Thiele (beide Leipzig) trugen zur dürftigen Zahl der Final-Teilnahmen bei. Auch die saarländischen Starter hatten sich mehr Finals erhofft. Nina Wengert fand im Frauen-Doppelzweier mit Sophie Dunsing (SV Energie Berlin) nie ihren Rhythmus, kam nur ins C-Finale und wurde Gesamt-13. Sie blieb weit unter ihren Möglichkeiten. Ähnlich wie Anja Noske. Die Saarsportlerin 2010 erreichte im Leichtgewichts-Doppelzweier mit Marie-Louise Dräger (ORC Rostock) wenigstens das B-Finale, ging dort aber nicht mehr an den Start. "Entweder hat sie zu viel trainiert, falsch trainiert, oder sie hat einen anfallenden Infekt. Sie war schon im Vorlauf und im Hoffnungslauf körperlich ziemlich platt", erklärt der saarländische Stützpunkttrainer und Nationaltrainer Uwe Bender.

Erfolglos blieb auch der sonst starke Leichtgewichts-Vierer mit Matthias und Jost Schömann-Finck sowie Martin und Jochen Kühner. Beim Warmlaufen vor dem Halbfinale zog sich Martin Kühner einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu und konnte nicht starten. Der Hamburger Bastian Seibt sprang zwar für den Schlag- und Steuermann ein, wurde jedoch im Nachhinein disqualifiziert. "Leichtgewichter müssen sich spätestens eine Stunde vor Rennbeginn wiegen lassen. Wir hatten keine Zeit mehr, Bastian Seibt noch zur Waage zu schicken. Die war außerdem gar nicht mehr besetzt", erklärt Uwe Bender, der mit seinen Trainerkollegen nun entscheiden muss, in welcher Besetzung die Bootsklassen bei der WM starten. "Es wird bei allen drei Booten Diskussionen und Überlegungen geben", lässt er Türen offen. dpa/cjo