Einfach meisterlich

Die TG Saar behält nach dem zweiten Bundesliga-Wettkampf ihren Final-Kurs bei. Der deutsche Meister fertigte den SC Cottbus in Dillingen mit 60:15 ab und ließ dem Rekordmeister nicht den Hauch einer Chance.

Klar überlegen, cool und einfach meisterlich turnte die TG Saar am Samstag den SC Cottbus in der Kreissporthalle Dillingen an die Wand. Beim 60:15-Sieg zeigte der deutsche Meister im Kunstturnen dem Rekordmeister im ersten Heimwettkampf die Grenzen auf - und seinen rund 400 Fans, wohin die Reise in der Deutschen Turnliga (DTL) gehen soll. "Die Jungs haben klasse geturnt. In dieser Form sind wir wieder ein Kandidat für das DTL-Endturnier", meinte Thorsten Michels.

Gegner war geschwächt

Gegen das Gäste-Team, das ohne seine Stars Philipp Boy (Karriereende) und Steve Woitalla (verletzt) antrat, musste der TG-Vorsitzende nicht ins Magnesia-Töpfchen greifen. Der 34 Jahre alte Routinier ließ den Jüngeren den Vortritt und hielt sich wie Bruder Jerome und Max Rupp als Ersatzmann bereit. Für die zarten Nebelschwaden in der Halle waren Anton Fokin, Eugen Spiridonov, Ivan Bykov, Waldemar Eichorn, Tobias und Philipp Matzke verantwortlich. Der richtige Griff am Gerät ist wichtig, deshalb puderten die TG-Athleten Hände, Pauschen, Ringe, Holme und Reckstangen großzügig ein.

Beim Wettkampf-Auftakt am Boden war die Sicht noch klar. Die ersten Punkte des Abends holten die Gäste, weil Bykov am Ende seiner schwierigen Übung stürzte. Unbeeindruckt vom 0:3-Rückstand gingen die Saarländer weiter hohe Risiken ein und wurden belohnt. "Die Dreifach-Schraube beim letzten Sprung war Bundesliga-Premiere", verriet Tobias Matzke, der im Duell mit dem früheren TG-Turner Oleksandr Suprun drei Punkte gewann. 10:3 lagen die Gastgeber nach dem ersten Gerät vorn. Am Pauschenpferd bauten sie die Führung auf 16:4 aus. Mit 12:3 dominierte der Meister die Ringe, und zur Pause (28:7) war der Wettkampf bereits entschieden.

Fokin Weltklasse

Die Jungs von Trainer Viktor Schweizer legten nach, setzten sich am Sprung klar mit 9:3 durch und glänzten auch am Barren (14:3). Allen voran Anton Fokin. Der Bronzemedaillen-Gewinner der Olympischen Spiele 2008 turnte am Paradegerät mit dem höchsten Ausgangswert (6,4 Punkte) und sicherte fünf Punkte. Einen Doppel-Salto vorwärts als Abgang - Weltklasse. Schwerer geht es kaum. Oder doch? "Das war erst die Hälfte von dem, was ich im Herbst bei der WM zeigen möchte", grinste der Usbeke. Fünf Punkte steuerte der 31-jährige Sechskämpfer zum finalen 9:3-Erfolg seines Teams am Reck bei. Mit 18 Punkten wurde Fokin auch Top-Scorer des Tages (bester Punktesammler), vor Spiridonov und Bykov mit jeweils 13 Zählern.

Nach der gelungenen Heimpremiere belegt die TG Saar in der Tabelle Rang zwei. Der Weg zeigt in Richtung Titelverteidigung. Die Fahrt zum DTL-Finale am 23. November in Karlsruhe plant Thorsten Michels (noch) nicht. Den Fan-Bus zum Auswärtskampf in Wetzgau (4. Mai, Sporthalle Schwäbisch Gmünd) hat er aber schon geordert. Anmeldungen unter info@tgsaar.de.