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Eine unbekannte neue Liga

Eine unbekannte neue Liga

Saarlouis. "Von den Mannschaften, die sich außer uns noch aus der Südstaffel für die eingleisige 2

Saarlouis. "Von den Mannschaften, die sich außer uns noch aus der Südstaffel für die eingleisige 2. Bundesliga qualifiziert haben, konnten wir vergangene Saison keine hinter uns lassen", sagt der Trainer des Handball-Zweitligisten HG Saarlouis, Andre Gulbicki, und ergänzt: "Man darf auch nicht vergessen: Zusammen mit dem DhfK Leipzig haben wir uns als Letztes für diese Liga qualifiziert." Am Freitag startet diese neue eingleisige 2. Handball-Bundesliga in ihre erste Saison. Saarlouis muss um 19.30 Uhr beim 1. VfL Potsdam antreten."Ich wage die Prognose, dass die eingleisige 2. Liga im Saisonverlauf spannender werden wird, als die Handball-Bundesliga", sagt Peter Rauch, Präsident des SV Post Schwerin und langjähriges Präsidiums-Mitglied der Handball-Bundesliga (HBL), in einem Interview für die HBL-Internetseite. Dort erklärt er seine These: "Das Teilnehmerfeld ist relativ ausgeglichen. Wir werden die Situation haben, dass wir viele enge Spiele erleben werden. Kaum eine Begegnung wird einen vorherzusagenden Ausgang haben."

Deshalb, und wegen der allgemein hohen Qualität, hat der Fernsehsender Sport 1 erstmals die Berichterstattung über die 2. Liga garantiert. Zehn Spiele werden im Rahmen der Nachberichterstattung angeboten. "Ich hoffe, dass sich der Umfang weiterentwickeln wird", sagt Rauch zum Interesse des Fernsehsenders: "Zusätzlich dazu werden wir auf der Internetseite der HBL einen Bewegtbild-Kanal einrichten." Knapp zwei Drittel aller Zweitligisten spielten schon mal in der als stärkste Liga der Welt bezeichneten 1. Bundesliga. "Und da wollen viele wieder hin", meint Rauch.

Die HG Saarlouis hat andere Ziele. Die Saarländer wollen sich den Klassenverbleib sichern - und das möglichst früh. "Wir wollen Leistungshandball auf dem Niveau der letzten Saison bieten", sagt der HG-Vorsitzende Richard Jungmann: "Wir haben den Zuschauern alles zwischen Ekstase und völliger Verzweiflung geboten, und das ist auch in der eingleisigen Liga unser Anspruch." Jungmanns Einschätzung der Liga-Stärke klingt ähnlich wie die von Peter Rauch: "Es werden am Ende vier oder fünf Mannschaften um die ersten drei Plätze spielen. Aber wir wissen noch nicht, wer das sein wird."

Vor allem die Stärke einiger Mannschaften, die sich aus der 2. Liga Nord für die 2. Bundesliga qualifiziert hatten, sei nur sehr schwer einzuschätzen. Nichtsdestotrotz glaubt der Saarlouiser Trainer Andre Gulbicki: "Wenn wir alle gesund bleiben und alles gut läuft, könnten wir einen Platz im Mittelfeld der Tabelle schaffen." Vor allem bei den Heimspielen sollen die Punkte geholt werden, die man dafür braucht. "Bei Tagungen der HBL spürt man schon, dass sich unsere Festung Stadtgartenhalle in den letzten Jahren einen Namen gemacht hat. Spätestens seit dem tollen letzten Ligaspiel der vergangenen Saison gegen den TV Hüttenberg", sagt Jungmann stolz. Damals stürzte die HG den Tabellenführer vor einer beeindruckenden Kulisse in der proppenvollen Stadtgartenhalle mit 36:35 und sicherte sich damit den Relegationsplatz für die neue 2. Liga. Hüttenberg verpasste dadurch den direkten Aufstieg in die 1. Bundesliga und setzte sich erst in der Relegation gegen GWD Minden durch.

Hintergrund

Die neue eingleisige 2. Bundesliga besteht aus 20 Mannschaften, von denen die ersten Drei in der Tabelle direkt in die 1. Bundesliga aufsteigen. Die letzten vier Teams steigen in die 3. Liga ab, die in die Staffeln Nord, Süd, West und Ost unterteilt ist. Zu den Favoriten für die vorderen Plätze gehören die Bundesliga-Absteiger GWD Minden (mit 2,4 Millionen Euro deutlich höchster Etat der Liga) und ASV Hamm-Westfalen sowie die TSG Friesenheim. Zum erweiterten Kreis zählen der TV Bittenfeld, die SG Bietigheim und der TV Emsdetten. zen