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Eine Niederlage zum Abschied

Eine Niederlage zum Abschied

Saarlouis. Das war's dann also. Aus und vorbei. Erstliga-Basketball in Saarlouis ist Geschichte. Zumindest vorübergehend. Wer ein emotionales Ende erwartet hatte, wurde enttäuscht. Vermutlich, weil der Abstieg der Royals schon seit Wochen feststeht

Saarlouis. Das war's dann also. Aus und vorbei. Erstliga-Basketball in Saarlouis ist Geschichte. Zumindest vorübergehend. Wer ein emotionales Ende erwartet hatte, wurde enttäuscht. Vermutlich, weil der Abstieg der Royals schon seit Wochen feststeht. Knapp 250 Zuschauer - ein Bruchteil im Vergleich zu den erfolgreichsten Zeiten vor zwei, drei Jahren - verfolgten am Samstagabend das letzte Saisonspiel, das Saarlouis gegen Heli Donau-Ries mit 64:68 (40:30) verlor.Wie so oft in dieser Saison spielten die Royals phasenweise nicht schlecht. Doch im Schlussviertel (16:31) fiel die Mannschaft in sich zusammen. Da halfen auch die einsamen Anfeuerungs-Rufe von Hallensprecher Mike Caspers nichts. "Leider kamen wir im letzten Viertel aus dem Konzept - auch durch zweifelhafte Schiedsrichterentscheidungen", sagte Cheftrainer René Spandauw.

Wie es mit Spandauw selbst weitergeht, ist das wohl spannendste Thema aktuell. "Vorzüglich", antwortete er auf die Frage, wie denn die Vertragsverhandlungen voranschreiten. Auch die Vereinsführung verkündet seit Tagen nur positive Meldungen. "Die Verhandlungen laufen, und sie laufen richtig gut zwischen dem Geschäftsführer und Trainer", meinte Pressesprecher Caspers: "Vielleicht wird es in den nächsten Tagen zu einer Einigung kommen, vielleicht wird es länger dauern." Mit der nach SZ-Informationen erfolgten Kündigung zum 31. Juli setzt der Verein den Trainer unter Druck. "René Spandauw hat hier seinen Lebensmittelpunkt. Er fühlt sich wohl in Saarlouis. Es sind Kleinigkeiten, die noch geklärt werden müssen", meinte Caspers.

Kleinigkeiten also, die beide Parteien trennen. Je länger sich aber eine Einigung hinzieht (Spandauw soll zu reduzierten Bezügen bleiben), desto schwieriger könnte die Situation für die Royals werden - auch im Hinblick auf die Sponsorengespräche. Seit sieben Jahren prägt Spandauw den Damenbasketball in Saarlouis. "Ich will viel lieber hier bleiben", sagte er am Samstag. Allerdings wohl nicht zu jedem Preis, denn er fügte hinzu: "Das kann sehr schnell gehen, wenn ich hier keine Unterschrift habe." Zugleich bestätigte er, Angebote aus der Liga und auch aus dem Ausland vorliegen zu haben. Er erhöht damit seinerseits den Druck auf die Vereinsführung.

Seine Zukunft wird durchaus Einfluss haben auf die Entscheidung der Spielerinnen. Nicht bei Candace Williams. Sie hatte schon unmittelbar nach dem sportlichen Abstieg gesagt, sie wolle nicht in der 2. Liga spielen. "Ihr Vertrag wurde in beiderseitigem Einverständnis zum 31. März aufgelöst", erklärte Caspers. Auch Charese Reed hat keine Zukunft in Saarlouis. "Das war es für mich", erklärte sie nach dem letzten Spiel und verschwand in der Kabine.

Dabei hat der Verein seinen Spielerinnen eine Redeverbot erteilt. "Wir dürfen uns zu unserer sportlichen Zukunft nicht äußern", erklärte Stefanie Grigoleit am Samstag. Andere hielt das aber nicht davon ab. "Mein Vertrag geht bis Mai", meinte Petra Manakova, "und solange bleibt alles offen." Auch für Katharina Müller ist es jetzt noch zu früh, eine Entscheidung zu treffen. "Mal abwarten, bis Ende April meine Abiturprüfungen vorbei sind", sagte Müller: "Dann wird auch klar sein, wie es mit dem Verein und der Mannschaft weitergehen wird." Und dann sollte auch die Trainerfrage geklärt sein beim künftigen Zweitligisten.