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Frauenfußball: Eine Liga mit vielen Unbekannten

Frauenfußball : Eine Liga mit vielen Unbekannten

Der 1. FC Saarbrücken startet mit fünf Zugängen in die neue eingleisige 2. Frauenfußball-Bundesliga. Dort gibt es zwei Aufstiegsplätze.

In der Akademie von Trikotsponsor Prowin läuteten die Verantwortlichen der Fußball-Frauen des 1. FC Saarbrücken am gestrigen Mittwoch die neue Zeitrechnung offiziell ein. In gut zwei Wochen beginnt für den FCS die erste Saison in der neuen eingleisigen 2. Bundesliga. Und auf der Saisoneröffnungs-Pressekonferenz direkt gegenüber des Gondwana-Praehistoriums auf dem ehemaligen Grubengelände in Schiffweiler gaben Trainer Taifour Diane und Teammanager Winfried Klein ihre Einschätzung vor dem Start ab.

Mit dabei waren die bislang fünf Neuzugänge, mit denen der FCS „das Optimum herausholen“ möchte, wie Diane sagt. Ob es sich dabei um die Rückkehr in die Erstklassigkeit handeln kann, nachdem Saarbrücken seit dem Bundesliga-Abstieg 2011 zu einer Art „Zweitliga-Dinosaurier“ mutiert ist, lassen die Verantwortlichen offen. „Wir trauen der Mannschaft viel zu. Aber gegen die Nordteams haben wir noch nie gespielt, daher fällt eine Einschätzung schwer“, sagt Diane, dessen Team sich zuletzt als Vierter der Südstaffel für die neue 2. Liga qualifizierte. Letztlich fehlten fünf Punkte zum Aufstieg, den Bayer Leverkusen als Dritter hinter den nicht berechtigten Bayern München II und Meister TSG Hoffenheim II wahrnehmen durfte. „Tai und ich sind überzeugt, dass wir aufgestiegen wären, hätten sich Tesa McKibben und Chiara Klein nicht verletzt“, betont Klein. Die Flügelspielerinnen waren mit Knieverletzungen über weite Strecken ausgefallen. Die US-Amerikanerin McKibben ist inzwischen Sportinvalidin. Klein, die bis zu ihrem Kreuzbandriss sieben Tore in neun Partien erzielte, wird wohl erst 2019 wieder spielen.

In der neuen Liga gibt es sogar zwei Aufstiegsplätze. Unter den 13 Saarbrücker Liga-Rivalen sind zudem sieben Zweitvertretungen. „Alles, was eine ,Zwei’ trägt, erwarte ich weit vorne“, sieht Klein die Reserveteams als Favoriten. Darauf, ein konkretes Ziel zu formulieren, lässt auch er sich wegen der vielen Unbekannten nicht ein. „Schwer zu sagen. Cloppenburg hat sicher ein starkes Team, Meppen hat ohne Ende aufgerüstet“, bringt Klein immerhin zwei Namen ins Spiel. Zwei andere sind womöglich die Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln und UFC Jena.

Was den letztjährigen Nord-Fünften BV Cloppenburg angeht, wird der FCS bald schlauer sein, denn eine Woche nach dem Pflichtspieldebüt im DFB-Pokal bei Regionalligist SG Andernach erfolgt gegen die Niedersachsen am 19. August um 11 Uhr der Ligastart zu Hause auf dem Kieselhumes. Für FCS-Neuzugang Michaela Drescher ist es ein rasches Wiedersehen, denn die als Innenverteidigerin eingeplante 22-Jährige ist vom Auftaktgegner Cloppenburg (acht Partien als Einwechselspielerin) gewechselt. Dazu kamen Chiara Loos und Samantha Herrmann vom TSV Schott Mainz, für den auch Laura Ofiara schon gespielt hat. Nun wechselte sie von Regionalligist SC Siegelbach zum FCS.

Neben Flügelspielerin Loos soll auch Julia Matuschewski das Offensivspiel beleben. Die 21-jährige polnische Nationalspielerin vom 1. FFC Frankfurt ist der Top-Neuzugang. Wie Loos traf sie vergangene Saison gegen den FCS, zudem durfte Matuschewski acht Mal in der Bundesliga ran (einmal Startelf). „Ich war meine ganze Laufbahn in Frankfurt. Jetzt war es Zeit für was Neues. Hier steht der Verein voll hinter dem Frauenteam. Ich hoffe, wir können Großes erreichen“, sagt die neue Sturmhoffnung.

Wie die Rollenverteilung in der FCS-Offensive um Torschützenkönigin Jacqueline De Backer (sie wird vor dem ersten Spiel für ihre 18 Tore geehrt) und Anja Selensky (zehn Tore) ausfällt, bleibt abzuwarten. Diane sagt zu einer möglichen Startelf: „Da ist alles offen. Jeder hat noch die Chance, sich zu beweisen.“ Neben Qualität und jungem Alter sei Vielseitigkeit ein Hauptkriterium bei der Auswahl der Neuen gewesen. Entsprechend groß sei der Kampf um die Plätze im 19er-Kader, der noch anwachsen soll: „Wir suchen noch ein, zwei Verstärkungen“, sagt Diane. Er wünsche sich vor allem eine kopfballstarke Innenverteidigerin. „Winne“ Klein ist nach der bislang guten Vorbereitung jedenfalls überzeugt: „Wir werden eine gute Runde spielen.“