Eine kuriose Zusammenstellung

Freisen. Als ihr Heiner Schößer Ende März am Telefon das kuriose Angebot machte, dachte Brigitte Schumacher zuerst an einen verfrühten April-Scherz. Schnell stellte die Trainerin des saarländischen Volleyball-Oberligisten SSC Freisen aber fest, dass der Vorschlag des Staffelleiters der neuen 3. Liga ernst gemeint war

Freisen. Als ihr Heiner Schößer Ende März am Telefon das kuriose Angebot machte, dachte Brigitte Schumacher zuerst an einen verfrühten April-Scherz. Schnell stellte die Trainerin des saarländischen Volleyball-Oberligisten SSC Freisen aber fest, dass der Vorschlag des Staffelleiters der neuen 3. Liga ernst gemeint war. "Wir hatten uns als Meister der Oberliga für die Regionalliga qualifiziert. Und nun gibt man uns die Chance, um den Einzug in die 3. Liga zu kämpfen und eine komplette Spielklasse zu überspringen, das war kaum zu glauben", sagt Schumacher rückblickend.Das Relegations-Endspiel des SSC Freisen gegen den Meister der Oberliga Hessen, den VC Wiesbaden II, steigt an diesem Samstag (16 Uhr) in der Riederwaldhalle in Frankfurt. Die Partie wurde erst möglich, weil sich bei den aufstiegsberechtigten Regionalligisten die Lust auf die neue Spielklasse in Grenzen hielt. Vier Vereine aus der Staffel Südwest sollten direkt aufsteigen, doch nur drei waren bereit dazu. Meister VSG Saarlouis verzichtete, der TBS Saarbrücken und Wehlheiden sagten zu. Wetter, Etzbach und Stadecken wollten nicht, also fragte der für die neue 3. Liga zuständige Deutsche Volleyballverband beim VC Neuwied nach. Der Tabellensiebte war nur knapp dem Abstieg entgangen und verblüfft, machte aber mit. Um das Feld zu komplettieren, fehlte aber immer noch ein Team. "Eine Sonderordnung zur Einführung der neuen 3. Liga machte es möglich, das Angebot an einen Oberliga-Meister weiterzureichen", erklärt Spielklassenleiter Heiner Schößer.

Kritische Töne zur Vorgehensweise gibt es aus dem Lager der VSG Saarlouis, die das Abenteuer 3. Liga wegen des erhöhten Zeitaufwands ablehnte. "Da darf ein Oberliga-Meister eine Spielklasse überspringen, nur weil die Funktionäre ihre neue Liga, die keiner haben wollte, voll kriegen müssen. Mit sportlicher Qualifikation hat das wenig zu tun", moniert VSG-Trainer Gilbert Pohl. Erhard Rubert gibt zu, dass die Aufstiegsregelung ungewöhnlich sei. "Weil so viele der berechtigten Vereine negativ reagiert haben, kam es dazu. Ein einmaliger Vorgang, weil die Liga neu geschaffen wurde", sagt der Präsident des Saarländischen Volleyballverbandes.

In der 3. Liga der Männer ist das Feld voll. Oberliga-Meister SSG Schwarzenholz-Griesborn wurde kein Angebot gemacht. Die SSG und der TV Bliesen spielen also künftig in der Regionalliga Südwest. Bei den Frauen sind in der Regionalliga Südwest die VSG Saarlouis, der Oberliga-Vizemeister TV Holz und vielleicht der TV Lebach vertreten. Der Oberliga-Dritte tritt an diesem Samstag wie Freisen in der Riederwaldhalle Frankfurt an und will dort in einem parallel stattfindenden Regionalliga-Relegationsturnier seine Chance zum Aufstieg nutzen.

Ob der SSC Freisen künftig neben dem TBS Saarbrücken das zweite Saar-Team in der neuen 3. Liga stellt, entscheidet sich am gleichen Ort. "Wir verspüren keinen Druck. Wenn wir es nicht packen, dann spielen wir eben dort, wo es geplant war - vor diesem überraschenden Anruf", sagt Trainerin Brigitte Schumacher und schmunzelt.

volleyball-verband.de

Foto: ruppenthal

"Mit sportlicher Qualifikation hat das wenig zu tun."

Gilbert Pohl, Trainer der

VSG Saarlouis, über die Zusammenstellung der neuen 3. Liga

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