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Eine historische Niederlage

Kalmar. So haben sich die DFB-Frauen den Abschluss der EM-Vorrunde nicht vorgestellt: Gegen Norwegen verspielte der Titelverteidiger den Gruppensieg. Bundestrainer Silvia Neid war unzufrieden. Nun warten im Viertelfinale die Italienerinnen. sid

Die deutschen Fußballerinnen haben nach einer historischen Niederlage bei der EM in Schweden den Gruppensieg verpasst und gehen in dieser Form nicht als Favorit in das erste K.o.-Spiel am Sonntag gegen Italien. Die Titelverteidigerinnen unterlagen im letzten Vorrundenspiel 0:1 gegen eine B-Elf des ebenfalls bereits feststehenden Viertelfinalisten Norwegen. Ingvild Isaksen (45.+1 Minute) erzielte den Treffer. Es war die erste EM-Pleite der Deutschen seit 20 Jahren (1:3 gegen Dänemark am 3. Juli 1993). Zum ersten Mal seit 16 Jahren beendete die DFB-Auswahl eine EM-Vorrunde nicht als Gruppensieger.

"Die erste Halbzeit war unterirdisch. Alles war viel zu träge, ideenlos. Wenn eine Spielerin den Ball hatte, wollte höchstens eine andere den Ball haben. Das ist zu wenig für einen Gegner wie Norwegen", sagte Bundestrainerin Silvia Neid: "In der zweiten Halbzeit haben sie sich viel besser bewegt, viel mehr Tempo gezeigt. Mir hat das gezeigt, dass sie es eigentlich können, es aber in der ersten Halbzeit nicht abgerufen haben. Die Frage ist, wieso."

Vor 10 346 Zuschauern in der ausverkauften Arena in Kalmar hatte die deutsche Mannschaft schon nach vier Minuten Glück. Bei einem Freistoß von Emilie Haavi reagierte Torhüterin Nadine Angerer stark. Die Norwegerinnen, die sechs Stammkräfte schonten, lauerten auf Konter. Trotz der Feldüberlegenheit konnte sich das Team von Neid kaum Chancen erarbeiten.

Besser wurde es nach einer halben Stunde. Erst landete ein Schuss Saskia Bartusiaks von der Mittellinie an der Latte (29.), wenige Sekunden später traf Luisa Wensing per Kopf die Querstange. Dennoch landete der Ball in der Nachspielzeit im deutschen Tor. Beim abgefälschten Schuss von Isaksen war Angerer machtlos. Nach dem Seitenwechsel war das DFB-Team um den Ausgleich bemüht, die Qualität dieser Bemühungen ließ aber weiter zu wünschen übrig.