| 21:23 Uhr

Tischtennis-WM in Halmstad
Eine historisch gute Chance auf Gold

Timo Boll ist bereit für die Team-WM in Schweden.
Timo Boll ist bereit für die Team-WM in Schweden. FOTO: dpa / Sven Hoppe
Halmstad. Die Tischtennis-Nationalmannschaft startet an diesem Sonntag als Mitfavorit neben China in die WM.

Mit historisch und womöglich einmalig guten Titelchancen schlagen Timo Boll und Co. ab Sonntag bei der Tischtennis-Mannschafts-WM in Halmstad auf. Dank der Höhenflüge von Rekordeuropameister Boll und Weltcupsieger Dimitrij Ovtcharov darf das erstmals sogar topgesetzte Europameister-Team von Bundestrainer Jörg Roßkopf, zu dem auch Patrick Franziska vom 1. FC Saarbrücken zählt, so ernsthaft wie niemals zuvor auf den ganz großen Coup und den Sturz von Serien-Champion China hoffen.


„Die Situation ist dieses Jahr anders“, sagt Boll. Der Weltranglistenzweite sieht die Kräfteverhältnisse durch die neue Doppelspitze mit Ovtcharov im Vergleich zu den vier WM-Finalniederlagen gegen die Asiaten seit 2004 verschoben: „Früher haben wir schon mal an den Chinesen rütteln können, aber sie sind nie gekippt, weil wir in der Breite nicht an sie herankamen. Diesmal können Dimitrij und ich es mit geballter Kraft probieren.“

Wobei das mit der geballten Kraft trotz der noch nicht lange zurückliegenden Erfolge des Duos gegen Top-Chinesen so eine Sache ist: Denn hinter Ovtcharovs Form steht vor dem WM-Aufgalopp gegen Ägypten (Sonntag, 13 Uhr) nach über einmonatiger Zwangspause wegen einer Entzündung am Oberschenkelhals ein großes Fragezeichen. „Das war die längste Pause meiner Karriere, aber ich denke, dass ich trotzdem stark spielen kann“, sagt der Weltranglistendritte. Gleichwohl stuft Ovtcharov seine Probleme als einen „Dämpfer“ für die Hoffnungen auf den ersten WM-Titel für das deutsche Tischtennis seit dem legendären Doppel-Triumph von 1989 durch Roßkopf und Steffen Fetzner ein.



Trainer Roßkopf will zunächst einmal direkt ins Viertelfinale und mahnt deshalb zur Fokussierung auf die Vorrunde mit weiteren Spielen gegen Rumänien, Gastgeber Schweden (beide Montag), Hongkong (Dienstag) und Slowenien (Mittwoch). „Wir müssen erst einmal unsere Hausaufgaben machen“, sagt Roßkopf. Denn nur der Gruppensieger kommt direkt in die Runde der letzten Acht. Das könnte Kräfte für das Traumfinale sparen.