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Eine ermüdende Trainersuche

Eine ermüdende Trainersuche

Im Laufe des gestrigen Tages tagten die Verantwortlichen des Drittligisten 1. FC Saarbrücken gleich zwei Mal. Einen Nachfolger für den freigestellten Jürgen Luginger präsentierte der Verein bis gestern, 20 Uhr, aber noch nicht.

Eine Trainersuche kann ermüdend sein. Nicht, dass sich keiner finden würde, der gerne beim 1. FC Saarbrücken arbeiten würde. Nein, das sollte nicht das Problem sein. Der Drittligist zahlt die Gehälter pünktlich und hat einen Namen in Fußball-Deutschland. Oder wie Mario Basler gestern sagte: "Der 1. FC Saarbrücken ist ein interessanter Verein, ein Club mit großer Tradition, der Luft nach oben hat. Da lässt sich was entwickeln."

Der Anruf beim Europameister von 1996 war nötig, da die Gerüchteküche blubberte, der ehemalige Trainer von RW Oberhausen hätte in einem Saarbrücker Hotel eingecheckt. "Ich bin gerade auf dem Weg nach München zum Flughafen, meine Frau abholen", erklärte Basler - und im Hintergrund war das Rauschen einer Autobahn zu hören. "Es gab auch keinen Kontakt zum FCS", beantwortete der 44-jährige Fußball-Lehrer die Nachfrage, ob dieses Rauschen von der Saarbrücker Stadtautobahn komme. Ob er sich denn nicht beworben habe, wie einige Medien bereits meldeten? "Warum sollte ich mich bewerben?", fragte Basler zurück: "Was soll ich denn da reinschreiben? Das letzte Mal, als ich mich beworben habe, war ich 17 Jahre alt. Als Maler und Lackierer im Betrieb meines Onkels."

Gut, Basler scheint also nicht zu kommen. Dennoch kommt einer, das ist sicher. Bereits zum Heimspiel gegen Chemnitz am Samstag (14 Uhr) soll er auf der Bank sitzen, erklärte Harald Ebertz, Vize-Präsident des 1. FC Saarbrücken, am Dienstagabend. Danach war von ihm nichts mehr zu hören. Manche nennen das "Professionalität", andere "Abtauchen". Aufsichtsrats-Chef Reinhard Klimmt erklärte gestern, dass die Entscheider noch ihre "Vorstellungen synchronisieren müssten". Das heißt im Umkehrschluss, dass es verschiedene Wunschkandidaten gibt. Spekuliert wird mit vielen Namen: Milan Sasic (ehemals 1. FC Kaiserslautern), Tomas Oral (FC Ingolstadt) und Rainer Scharinger (Karlsruher SC). Gestern gesellte sich noch Hans-Jürgen Boysen (SV Sandhausen) dazu. Jedoch gibt es zu keinem Namen eine Stimme aus dem Verein.

Auch die "betroffenen" Trainer wollen sich dazu öffentlich nicht äußern. Einig sind sie sich allerdings alle: Der FCS ist ein interessanter Verein. Diese Aufgabe würde sie reizen. Doch bevor eine Unterschrift kommt, müssen viele dafür sein: der FCS-Vorstand und der Aufsichtsrat. Dazu kann es sein, dass der FCS, sollte er sich zum Beispiel auf Oral einigen, zunächst vertragliche Fragen mit dessen ehemaligem Arbeitgeber klären müsste. So steht zumindest Oral noch bei Ingolstadt unter Vertrag - der 40-Jährige ist lediglich beurlaubt. Nach Informationen unserer Zeitung fanden gestern zwei Sitzungen der FCS-Gremien statt: eine mittags und eine am Abend. Ob die Teilnehmer eine Entscheidung treffen konnten, stand bei Andruck dieser Ausgabe noch nicht fest. Vielleicht haben sie sich ja in der Nacht zu heute geeinigt. Solche Trainersuchen können halt ermüdend sein.

Stürmer Maurice Deville (Faserriss) absolvierte gestern wieder individuelles Training, Mittelfeldspieler Andreas Glockner ist nach seinem Mittelfußbruch wieder im Mannschaftstraining.