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Stadion-Diskussion in Saarbrücken
„Eine endgültige Entscheidung ist für Januar vorgesehen“

Hartmut Ostermann weiß, dass er im Aufstiegsfall in die Infrastruktur investieren muss.
Hartmut Ostermann weiß, dass er im Aufstiegsfall in die Infrastruktur investieren muss. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Der Präsident des 1. FC Saarbrücken sieht in allen saarländischen Stadion-Optionen Vor- und Nachteile. Der Verein wird im Aufstiegsfall investieren. Patric Cordier

Dem 1. FC Saarbrücken läuft die Zeit davon. Bis März muss der Antrag für die Lizenzierung in der 3. Liga stehen. Als souveräner Tabellenführer der Regionalliga Südwest sollte das Erreichen der Aufstiegsspiele gut möglich sein. Nur: Im Aufstiegsfall hat der FCS kein drittliga-taugliches Stadion. FCS-Präsident Hartmut Ostermann kümmert sich mit Hochdruck um die Stadionfrage – und äußert sich zum Stand der Dinge in der SZ.


Herr Ostermann, die Zusammenarbeit mit dem Verein SV Röchling und der Stadt Völklingen hat in den letzten Monaten gut geklappt. Kann sich der FCS liga-unabhängig eine Fortsetzung der Kooperation vorstellen?

HARTMUT OSTERMANN Die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten in Völklingen, also Stadt und SV Röchling, war und ist von wohltuender Gastfreundschaft und gegenseitigem Respekt gekennzeichnet. Alle Partner haben Vertrauen zueinander, und wir verstehen uns auch menschlich sehr gut. Das sind Dinge, die man auch in Zukunft nicht vergessen wird. Inwieweit die Kooperation fortgesetzt wird, hängt allerdings von vielen Parametern ab, insbesondere von den jeweiligen Ligabestimmungen des DFB in Sachen Infrastruktur.

Ist der 1. FC Saarbrücken bereit, im Falle eines Aufstiegs in die 3. Liga die Kosten für eine infrastrukturelle Aufrüstung des Stadions zu übernehmen?

OSTERMANN Wir sind aktuell in der Endphase der Überprüfung aller saarländischen Optionen für eine mögliche Spielsaison in der 3. Liga. Eine endgültige Entscheidung ist für Januar vorgesehen. Dabei müssen wir als Verein sehr genau abwägen, wie wir die ungeplanten, zusätzlichen Investitionen in ein fremdes Stadion so gestalten, dass die finanziellen Möglichkeiten in der Kaderplanung nicht eingeschränkt werden. Denn wir wollen ja auch noch eine wettbewerbsfähige Mannschaft stellen, schließlich ist die 3. Liga sportlich eine enorm große Herausforderung.



Neben Völklingen stehen die vorhandenen Stadien in Elversberg, Homburg und auch Neunkirchen auf der Liste der denkbaren Drittliga-Standorte. Hinzu kommt das „Selbstbau-Angebot“ aus Illingen. Wie weit sind denn die Analysen des FCS?

OSTERMANN Wir wissen erst seit Anfang Dezember, dass ein Spielbetrieb im Ludwigspark nicht darstellbar ist und prüfen seither intensiv die Optionen. Ich bitte um Verständnis, dass uns noch nicht alle relevanten Daten, die wir als Entscheidungsgrundlage brauchen, in der Kürze der Zeit vorliegen. Jede einzelne der genannten Optionen hat ihre Vor- und Nachteile. Das Gute daran ist, dass alle Optionen mit unterschiedlichem Aufwand faktisch möglich sind und wir deshalb sicher eine Spielstätte haben werden. Aber wir müssen jetzt genau abwägen, was wir tun.

Wie beurteilen Sie die langfristigen Folgen der Möglichkeiten? Ein Selbstbau in Illingen wäre ja das endgültige Aus für den Fußball im Ludwigspark.

OSTERMANN Die langfristigen Folgen sind noch gar nicht absehbar, weil unsere Zukunft auch ganz entscheidend vom sportlichen Erfolg abhängt. Sollte ein Aufstieg in die 3. Liga gelingen – was wir uns alle wünschen –, werden die Gleise in Richtung Zukunft endgültig gelegt. Denn erst dann müssen wir uns über eine künftige Dauerspielstätte Gedanken machen. Ich hoffe, dass wir im Sommer nächsten Jahres auch mehr über den Baufortschritt im Ludwigsparkstadion wissen und mehr Planungssicherheit bekommen.

Die Fragen stellte SZ-Mitarbeiter Patric Cordier