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Eine desaströse Weltmeisterschaft

Bern. Auch der erste Sieg konnte die Blamage der zweitklassigen deutschen Eishockey-Nationalmannschaft nach einer desaströsen Weltmeisterschaft nicht vertuschen. Die eigentlich abgestiegene Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) zitterte sich ein Jahr vor der Heim-WM zu einem 2:1 (1:1, 1:0, 0:0) gegen Ungarn und verhinderte gegen den Absteiger ein weiteres Debakel

Bern. Auch der erste Sieg konnte die Blamage der zweitklassigen deutschen Eishockey-Nationalmannschaft nach einer desaströsen Weltmeisterschaft nicht vertuschen. Die eigentlich abgestiegene Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) zitterte sich ein Jahr vor der Heim-WM zu einem 2:1 (1:1, 1:0, 0:0) gegen Ungarn und verhinderte gegen den Absteiger ein weiteres Debakel. In der Endabrechnung belegten die Schützlinge von Bundestrainer Uwe Krupp den vorletzten Platz unter 16 Teilnehmern. "Das ist für uns alle enttäuschend, da braucht man nichts beschönigen", sagte Ex-Torjäger Erich Kühnhackl, Vizepräsident des DEB. Bei der WM vor einem Jahr in Kanada hatte es noch zu Platz zehn gereicht, der aber durch Fan-Ärger über Krupp und den Fall Florian Busch, der eine Doping-Kontrolle verweigerte, überschattet wurde. In Moskau fehlte 2007 als Aufsteiger nicht viel zum Viertelfinale. Doch Höhenflüge erwartet die sportliche Führung auch für die WM 2010 in Deutschland nicht mehr. "Unsere Zielsetzung muss sich ändern. Wir haben die vergangenen beiden Jahre falsch bewertet. Nur wenn das Team über sich hinauswächst, spielen wir nicht in der Abstiegsrunde", sagte Krupp. DEB-Generalsekretär Franz Reindl räumte ein: "Wir alle haben uns von den guten Vorbereitungsergebnissen blenden lassen. Wir sind weiter von der Spitze weg als geglaubt." Von einem Debakel sprach Stürmer Michael Hackert. Er gab sich ratlos: "Wir müssen kommendes Jahr mehr bringen, aber fragen Sie mich nicht, wie." Moritz Müller (4. Minute) und Michael Bakos (34.) sorgten dafür, dass die Ungarn die deutschen Eishockey-Wunden nicht noch tiefer aufrissen. Andras Horvath (18.) gelang für die sieglos gebliebenen Magyaren das 1:1. "Mit dem Sieg konnten wir nichts mehr gutmachen. Aber ich denke, es war auch nicht alles so schlimm, wie es aussah", sagte Torhüter Dimitri Pätzold, der neben Bakos und Sven Butenschön als einer der drei besten deutschen WM-Spieler geehrt wurde. Selbst gegen die erstmals seit 70 Jahren erstklassigen Ungarn waren die Deutschen längst nicht so überlegen wie beim 6:2-Erfolg vor drei Jahren bei der B-WM. dpa